Radsport
Interview: Wie Jonas Rapp das Rennen im Nationaltrikot erlebt hat
Jonas, war Deine EM-Nominierung für die deutsche Mannschaft bei der gerade stattgefundenen EM eine Premiere für Dich?
Nein, 2017 durfte ich bereits zweimal das Nationaltrikot tragen, unter anderem auch bei der damaligen EM in Herning, Dänemark.
Wie und wo, beziehungsweise durch wen hast Du von Deiner Nominierung erfahren?
Ich hatte bereits einige Zeit vor der offiziellen Nominierung Kontakt zum Bundestrainer Jens Zemke und war recht zuversichtlich, dass es klappen könnte. Knapp zwei Wochen vor der EM informierte sich Zemke dann persönlich bei mir über meine Form und fragte, ob ich bereit wäre für den Einsatz im Nationaltrikot. Ein paar Stunden später folgte dann die offizielle Nominierung.
Was waren Deine Gefühle, hattest Du eine Gänsehaut oder hast Du insgeheim aufgrund Deiner diesjährigen sehr starken Saison ohnehin mit einer Nominierung gerechnet?
Eine Nominierung für die Nationalmannschaft ist natürlich immer etwas Besonderes. Ich habe mich riesig gefreut, denn ursprünglich hatte ich die EM gar nicht auf dem Zettel. Aber nach den Gesprächen mit dem Bundestrainer war ich durch meine starke bisherige Saison schon recht zuversichtlich, dass es klappen könnte.
Wie bewertest Du das Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der EM, wie lief das Radrennen aus Deiner Sicht?
Als Team können wir mit Platz 16 von Simon Geschke zufrieden sein. Wir haben alles gegeben und an einem solchen Tag entscheidet die Tagesform um die vorderen Platzierungen. Simon ist sicher in der Lage, an einem sehr guten Tag ganz vorne um die Medaillen mitzufahren. Dazu muss aber einfach alles passen, und am Sonntag haben nur Kleinigkeiten gefehlt. Für mich persönlich war es ein extrem gutes Rennen, bis ich leider drei Runden vor Schluss aufgrund eines Materialdefektes aufgeben musste und der neutrale Materialwagen kein passendes Laufrad für mich an Bord hatte. Das war natürlich ziemlich bitter, da ich noch gute Chancen auf eine Platzierung unter den ersten 20 gehabt hätte. Bis dahin bin ich ein sehr offensives Rennen gefahren, war in mehreren Fluchtgruppen vertreten und konnte mit den ganz großen Jungs – so war ja auch der Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar am Start – ganz vorne mitfahren. Nach dem Rennen habe ich für meine Fahrweise viel Lob bekommen, was mich natürlich schon ein bisschen stolz auf meine Leistung macht.
Wie geht es jetzt weiter bei Dir, und wann bist Du mal wieder in Alsenz?
Der Verlauf der restlichen Saison ist aktuell noch etwas unsicher. Ich hoffe noch auf ein paar Teilnahmen bei UCI-Rennen in Italien im Oktober, aber das steht momentan noch nicht fest. Für nächstes Jahr habe ich noch keinen Vertrag unterschrieben.
Ich bin jetzt seit sechs Wochen in Österreich und Italien unterwegs, nach den aktuellen Planungen werde ich voraussichtlich am Wochenende mal wieder zurück in die Heimat kommen.