Donnersbergkreis IG Metall zeigt lautstark Flagge

91-63347408.jpg

Sehr lautstark haben gestern rund 500 Beschäftigte von Borg Warner, Kirchheimbolanden, und Gienanth, Eisenberg, auf dem Römerplatz den Forderungen der IG Metall nach 5,5 Prozent mehr Lohn, Bildungsteilzeit und einer verbesserten Altersteilzeit Nachdruck verliehen. Es war bereits der zweite Warnstreik dieser Tarifrunde in Kirchheimbolanden.

„Die Arbeitgeber haben noch nicht gemerkt, was Sache ist!“ Mit diesen Worten bezog sich Günther Hoetzl, erster Bevollmächtigter der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal, unter mit Trommeln und Trillerpfeifen unterstütztem Beifall auf das derzeit noch im Raum stehende Angebot von 2,2 Prozent Lohnzuwachs. Was die tarifliche Bildungsteilzeit und den ebenfalls von der Gewerkschaft geforderten Zugang zur Altersteilzeit für alle Arbeitnehmer angeht, so stellte der politische Sekretär der IG-Metall Ludwigshafen-Frankenthal, Mathias Frantz, eine Haltung des Mauerns und Blockierens bei den Arbeitgebern fest. Gerade weil die Arbeit für An- und Ungelernte immer weniger werde, sei es um so wichtiger, dass die Arbeitgeber für innerbetriebliche Aus- und Weiterbildung sorgten. Dies dürfe nicht auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden, der das dann schlimmstenfalls in seiner Freizeit tun und selbst bezahlen müsse. Da gleichzeitig der Bedarf an Fachkräften steige, machten es sich die Arbeitgeber leicht und setzten hauptsächlich auf Einwanderung statt auf Qualifizierung. Das sei aber der falsche Weg. Für das Recht auf Altersteilzeit machte sich seine Kollegin Birgit Mohme, ebenfalls von der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal, stark. Sie forderte einen Ausstieg aus dem Berufsleben zu Bedingungen, die sich jeder leisten könne, vor allem auch die Beschäftigten der unteren Entgeltgruppen. Derzeit beziehe sich das Angebot der Arbeitgeber nur auf besonders Belastete. Michael Zimmermann, Betriebsratsvorsitzender von Borg Warner, forderte von den Arbeitgebern, den ersten Schritt zu machen und etwas vom Kuchen abzugeben. Die Beschäftigten kämpften nicht, um sich teure Autos, Häuser und Urlaube leisten zu können, sondern um das Überleben ihrer Familien zu sichern. Die Arbeitgeber hätten die Pflicht, ihre Mitarbeiter, die tagtäglich ihr Bestes gäben, am Gewinn zu beteiligen, ihnen das Recht auf Weiterbildung zu gewähren und sie nach einem langen Arbeitsleben gesund und wohlbehalten in die Rente zu schicken. An die Adresse von Borg Warner machte der Betriebsratsvorsitzende deutlich, dass der Druck auch noch erhöht werden könne: „Wir haben jetzt nur eine Schicht hier. Wir können aber auch zwei oder drei Schichten auf einen Platz holen.“ (ajh)

x