Donnersbergkreis Humor lässt die Halle beben

„Spätestens jetzt muss die Gemeindehalle saniert werden, denn ihr habt sie bis in die Grundmauern erschüttert“, resümierte Sitzungspräsident Björn Bornstein mit Blick auf Publikum und Akteure: Seit 1997 feiern die „Narrenhörnchen“ aus Alsenbrück-Langmeil im Zwei-Jahres-Rhythmus ihre Prunksitzung. Somit stand diesmal die zehnte Karnevals-Show an.
Pünktlich führte der Präsident seinen Elferrat auf die Bühne, der bei den „Narrenhörnchen“ traditionell nur aus Frauen besteht. Die Garde kam bei ihrem mittlerweile dritten Tanzauftritt samt Pyramide, Hebefiguren und Spagats nicht um eine Zugabe herum. Als „Echtie Pälzer Gosch“ zeigte Carsten Bayer, dass ihm die Eisbrecher-Rolle wie auf den Leib geschneidert ist. Opfer seiner spitzen Pointen war meist die daheimgebliebene Ehefrau. Zum Mitsingen und Klatschen animierten die Tänzerinnen der Zumbagruppe das Publikum. Dann strapazierten „De Doll“ (Philipp Heimler) und „De Dabbisch“ (Markus Wagner) die Lachmuskeln der 250 Besucher. Das Duo bewies, dass in Alsenbrück-Langmeil modern Fastnacht gefeiert wird, indem es die Rede immer wieder durch Sketche, Zauberkunststücke und Tanzeinlagen bereicherte. Auch spielten die beiden immer wieder mit der „Hassliebe“ der Alsenbrück-Langmeiler zur ihrer „kleinen Tochtergemeinde“ Winnweiler. In der Vergangenheit waren die Bocksrückwindräder oft Thema von Büttenbeiträgen. Anja Engel und Björn Bornstein ließen dieses Mal die Windräder selbst zu Wort kommen. Nachdem sie Ortsvorsteher Marcel Huschitt als drittes Windrad auf der Bühne installiert hatten, setzen sie zum Gegenschlag gegen die Alsenbrücker-Langmeiler an. Da die drei sich drehenden Kolosse nicht von jedem gern gesehen werden, bekam das Publikum („die setzen wohl alle Hässliche noh vorne“) und der eine oder andere Bürger sein Fett weg. Weitaus mehr nur ein Hingucker waren die sechs Tänzerinnen der „Kofferraumgang“. Eine zehnköpfige Live-Band brachte ebenfalls Schwung in die Sitzung. Ein Höhepunkt war der Auftritt von Reinhard Bohn als Alsenbrück-Langmeiler Kreuzung aus Helene Fischer und Conchita Wurst. Deren „Damenbart“ wurde Bohn live zum Teil abrasiert. Als letzter Büttenredner rundete Kurt Müller in Person seiner Kunstfigur „De Utschebebbes“ den Abend ab. Warm anziehen muss sich seinen Worten nach Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob bei der Wahl. „Wenn sunschd kenner will, startet heute mein Wahlkampf ,Utschebebbes for President’“, stellte er trocken fest. Kurt Müller ist der einzige Büttenredner, der bisher an allen zehn Sitzungen teilgenommen hat. Traditionell setzte das Männerballett den Deckel auf ein modernes und abwechslungsreiches Programm. Die Tänzer standen am Ende nur noch mit einem Waschlappen bekleidet auf der Bühne. „Das war die Alsenbrück-Langmeiler Antwort auf Fifty Shades of Grey – wer jetzt noch ins Kino will, ist selbst schuld“, fasste Präsident Bornstein den Auftritt zusammen. Beim Finale sangen alle Aktive samt Publikum den von Kurt Müller umgetexteten Hit „Atemlos durch Langmeil, bei uns gibt’s keine Langeweil“ im Schein von Wunderkerzen. (red)