Handball RHEINPFALZ Plus Artikel HR Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim: Spaß trotz Höhen und Tiefen

Beste Torschützin der HR-Frauen in der abgelaufenen Saison: Alesia Klag.
Beste Torschützin der HR-Frauen in der abgelaufenen Saison: Alesia Klag.

Die „Nordpfälzer Wölfinnen“ spielten eine wechselhafte Saison. Platz sechs reicht nicht für den Verbleib in der Bezirksoberliga. Der Wiederaufstieg ist nun das Ziel.

Das Frauenteam der Handball-Region (HR) Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim hat die Saison 2025/26 auf dem sechsten Platz der Bezirksoberliga beendet. Dadurch spielt die Mannschaft von Trainer Thomas Loell in der kommenden Runde eine Etage tiefer, nämlich in der Bezirksliga. Das soll allerdings nur eine Zwischenstation sein, denn der direkte Wiederaufstieg ist das erklärte Ziel.

Nach der Hinrunde übernahm Thomas Loell das Traineramt von Daniel Griebe, der aus beruflichen Gründen froh war, das Zepter ein halbes Jahr früher als geplant übergeben zu können. Der neue Mann an der Seitenlinie erlebte in den ersten Monaten seines Tuns viele „Höhen und Tiefen“. Er glaubt, dass seine „Nordpfälzer Wölfinnen“ noch lange nicht am Ende ihre Entwicklung sind. „Das Potenzial ist zweifellos da“, meint der erfahrene Handballlehrer. Auch, dass die erfahrenen Spielerinnen die Stimmung hochhalten und die jüngeren Spielerinnen unterstützen, wo es nur geht, bereitet Loell Freude: „Das macht Spaß zuzusehen und ist für die Mannschaft ganz wichtig.“

Mit Meister mitgehalten

Spaß machte ihm zumindest teilweise auch die Rückrunde, in der die HR vier Siege feiern konnte. „Phasenweise haben wir richtig gute Spiele abgeliefert. Auch den Meister aus Kirrweiler hatten wir am Rande einer Niederlage. Dass wir nicht gewonnen haben, lag ausschließlich an uns“, betont Thomas Loell. Tatsächlich stand es da fünf Minuten vor Ende unentschieden, ehe die Südpfälzerinnen mit vier Treffern in Folge den Sack zumachten. Solche Spiele gehören zum Lernprozess einer jungen Mannschaft dazu. Das weiß auch der neue Trainer, der den Spielerinnen solche Fehler verzeiht und die mittel- und langfristige Entwicklung der „Wölfinnen“ im Blick hat.

Das klare Ziel in der kommenden Saison heißt nämlich Aufstieg. „Das haben wir intern gemeinsam besprochen und klar kommuniziert. Wir wollen in der nächsten Spielzeit Meister in der Bezirksliga werden“, wird der Trainer deutlich. Dazu müsse sich aber eines grundlegend ändern. Wie schon in der jüngeren Vergangenheit auch, hat er nämlich mit einer sehr überschaubaren Trainingsbeteiligung zu kämpfen. „Häufig waren nur vier oder fünf Spielerinnen im Training. Dann ist es natürlich schwierig, ein ordentliches Training durchzuführen. Davon abgesehen ist dann auch meine komplette Trainingsvorbereitung hinfällig. Deshalb gab es zu diesem Thema auch eine klare Ansage von mir an die Mädels“, hadert Loell mit demselben Problem, das auch sein Vorgänger beschrieb.

Hoffen auf Nachwuchs

Zugutehält Loell seinem Team, dass die Trainingsbeteiligung sukzessive besser geworden, aber immer noch nicht auf einem zufriedenstellenden Level sei. Optimistisch schaut Loell, der sehr viel Wert auf die Verzahnung von Nachwuchs- und Aktivenbereich legt, auf die nachrückende Generation. „Da kommt in etwa zwei Jahren sehr viel Qualität nach. Allerdings müssen wir die Zeit bis dahin überbrücken“, betont der Übungsleiter.

Dass das trotz des klaren Saisonziels nicht ganz so einfach werden wird, verdeutlicht Thomas Loell mit fünf Abgängen, die er nach Saisonende zu verkraften hat. Die einzige Torfrau Vanessa Eisen, die in der abgelaufenen Saison ausgeholfen hat, kehrt wieder in den Handball-Ruhestand zurück und hinterlässt eine große Lücke. Auch Carina Setzer, Lena Kohlmann, Noemi Verheyen und Stella Knobel werden aus beruflichen und studienbedingten Gründen nicht mehr im Trikot der „Wölfinnen“ auflaufen. „Darüber hinaus gibt es noch die ein oder andere Wackelkandidatin, sodass wir aktuell einen festen Stamm von nur neun Spielerinnen haben“, verdeutlicht Loell und hofft, Leistungsträgerinnen wie Alesia Klag, die mit 78 Toren drittbeste Torschützen der gesamten Liga war, langfristig im Verein halten zu können.

„Mittelfristig Richtung Oberliga“

Aktuell plant die HR, an Turnieren in Hessen und in der Pfalz teilzunehmen, ehe die heiße Phase der Vorbereitung im August mit Trainingsspielen und einem Trainingslager eingeleitet wird. Wie bewertet Thomas Loell seine ersten Monate an seiner neuen Wirkungsstätte? „Trotz der angesprochenen Höhen und Tiefen macht es Spaß, aber wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns, denn mittelfristig wollen wir uns Richtung Oberliga orientieren.“

Die harte Realität heißt aber für mindestens eine Saison Bezirksliga. Durch eine Reform der Spielklassen des Handballverbandes Rheinhessen-Pfalz reichte nämlich der sechste Platz in der Bezirksoberliga, den die HR mit 12:16 Punkten belegte, nicht für den Klassenverbleib aus.

Daniel Griebe gab nach der Hinrunde sein Traineramt an Thomas Loell ab.
Daniel Griebe gab nach der Hinrunde sein Traineramt an Thomas Loell ab.
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