Obermoschel RHEINPFALZ Plus Artikel Hausärzte dringend gesucht: In und um Obermoschel wird es für Patienten eng

Hausarzt Uwe Mannweiler geht in Ruhestand und schließt seine Praxis in Obermoschel.
Hausarzt Uwe Mannweiler geht in Ruhestand und schließt seine Praxis in Obermoschel.

Ein gemeinsamer Kraftakt zur Rettung zweier Praxen in der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land ist gescheitert. Trotz aller Anstrengungen. Doch die Suche nach neuen Hausärzten ist mühsam. Aufnahmestopp ist das Motto der Stunde.

Viele Jahre hatte es für die Menschen in der ehemaligen Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel noch recht gut ausgesehen, was die Hausarztversorgung anbelangt. Während sich landauf, landab der Ärztemangel bereits massiv bemerkbar machte, kümmerten sich in Alsenz und Obermoschel zwei Hausärzte um ihre Patienten, und in Gaugrehweiler und Schierfeld war es je eine Praxis. Doch in kurzer Zeit hat sich die Lage dramatisch verändert.

Die schätzungsweise mehr als 3000 Patienten (in einer Hausarztpraxis werden im Schnitt rund 1000 Menschen betreut) müssen sich auf die Suche nach neuen Hausärzten machen. Der Grund: Uwe Mannweiler aus Obermoschel und Beate Heinzen aus Schiersfeld schließen aus Altersgründen zum 30. Juni ihre Praxen. Erschwert wird die Situation dadurch, dass der in Gaugrehweiler ansässige Arzt Thomas Seel krankheitsbedingt möglicherweise dauerhaft ausfällt.

Ortsgemeinden zu Finanzhilfe bereit

In zahlreichen Krisensitzungen hatten die Ortsbürgermeister der betroffenen Gemeinden gemeinsam mit den Ärzten und dem Diakoniewerk Zoar, dessen Bewohner ebenfalls durch niedergelassene Mediziner betreut werden, nach einer Lösung gesucht. Zunächst wurde von dem Alsenzer Arzt Johannes Blank anvisiert, die beiden schließenden Praxen in Obermoschel und Schiersfeld als Zweitpraxis zu seiner eigenen Hauptpraxis zu betreiben. Damit sollte zumindest partiell die Versorgungslücke geschlossen werden.

Die verschiedenen Ortsbürgermeister hatten trotz der schlechten Finanzlage die Bereitschaft erklärt, einen Großteil der entstehenden Kosten, zum Beispiel für die EDV oder die notwendigen Elektroinstallationen der künftigen Zweitpraxis, zu übernehmen. Die Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land hatte diese beiden Kostenanteile für die Gemeinden sogar in ihrem Haushaltsplan verplant, um das Verfahren zu vereinfachen. In die Lösungsfindung war auch die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz eingeschaltet, deren Aufgabe es ist, die Arztversorgung sicherzustellen.

Verstärkung für Praxis gesucht

Doch alle Mühe nutzte nichts: Blanks ursprünglicher Plan mit den Zweigpraxen hatte sich aus finanziellen Gründen zerschlagen. Jetzt plant der Mediziner einen weiteren Rettungsversuch, in dem er für seine bestehende Praxis in Alsenz einen weiteren Arzt oder eine Ärztin als Verstärkung sucht. Bisher arbeitet er zusammen mit seiner Kollegin Catherine Fiegel. Sie ist ebenfalls bereits im Rentenalter.

Auch der Obermoscheler Hausarzt Christian Roth hat seine Bereitschaft erklärt, einen Teil der jetzt hausarztlosen Patienten zu übernehmen. Einige davon haben sich mittlerweile schon ins weitere Umland verteilt und wurden in Praxen in Otterberg oder auch in Fürfeld aufgenommen. Viele Bewohner der VG Nordpfälzer Land aber hatten ihre Hoffnung ganz auf die Neugründung der Nebenpraxis gesetzt. Für sie heißt es jetzt: weitersuchen und hoffen, dass sie nicht immer wieder den Satz hören: „Wir können leider keine neuen Patienten mehr aufnehmen.“

In einer Ortsbürgermeisterrunde um den Obermoscheler Stadtbürgermeister Ralf Beisiegel wird in den kommenden Tagen über das weitere Vorgehen zur Ärztegewinnung in der Region gesprochen.

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