Fussball
Hauptrundenbilanz: Die Männer mit dem Torinstinkt
TuS Göllheim (A-Klasse), TuS Steinbach II/SV Börrstadt (B-Klasse) und SV Kirchheimbolanden II (C-Klasse): Alle drei Mannschaften stellen nicht nur die stärkste Abwehr, sondern auch den besten Angriff, zumindest an den reinen Zahlen gemessen. Überall haben Torjäger ihren Anteil an der Offensivkraft. Für die steht jedoch auch fest: Der Erfolg der Mannschaft ist wichtiger als die eigenen Tore. Umso schöner, wenn zusätzlich zur Torjägerkanone auch noch ein oberer Tabellenplatz möglich ist.
Der TuS Göllheim stellt mit einem Torverhältnis von 50:12 nicht nur die stärkste Defensive, sondern auch den erfolgreichsten Angriff der Donnersberger A-Klassen-Teams. Diese Ausgeglichenheit in den Mannschaftsteilen sorgte für den Staffelsieg in der A-Klasse Kaiserslautern-Donnersberg Nord. Für gleich 29 Tore ist das Sturmduo Maximilian Selz/Daniel Ghoul verantwortlich. Bemerkenswert ist, dass die beiden nur in zehn Spielen gemeinsam auf dem Platz standen, da Spielertrainer Ghoul erst am sechsten Spieltag ins Geschehen eingreifen konnte.
Der umgelernte Top-Sturm
Auch beim TuS selbst hätte wohl niemand erwartet, dass die Angreifer auf Anhieb so erfolgreich sein würden, wurden sie bei früheren Vereinen und Mannschaften doch eher auf anderen Positionen eingesetzt. Selz, erst vor der Runde aus der eigenen Jugend zu den Aktiven gestoßen, agierte unter A-Junioren-Coach Volker Kremer zumeist in der Innenverteidigung, wo er vor allem von seiner feinen Technik und seiner Spielintelligenz profitierte. Sein Sturmpartner Ghoul spielte bei seinen Stationen in der Landes- und Verbandsliga vorrangig im zentralen Mittelfeld.
Selz, der ein duales Studium absolviert, findet aber durchaus Gefallen am Toreschießen: „Es macht großen Spaß vorne. Wir laufen den Gegner hoch an, um frühe Balleroberungen zu erzwingen. Mit dem Ball versuchen wir so gut es geht zu spielen und nur selten mit langen Bällen zu agieren.“
Dem 19-Jährigen ist besonders ein Spiel in Erinnerung geblieben: In Rüssingen „ist jeder über seine Grenze hinaus gegangen, und wir haben als Mannschaft ein überragendes Spiel absolviert. Es war ein geiles Gefühl, zusammen alles in die Waagschale zu werfen und uns am Ende mit dem Sieg und der Tabellenführung zu belohnen.“ Die Tore beim 2:1 erzielte der Youngster selbst – auf Vorlage von Ghoul. Am ersten Spieltag der Aufstiegsrunde bekommt es die junge Göllheimer Mannschaft mit dem Aufstiegsfavoriten Nummer Eins, dem SV Alsenborn um Ex-FCK-Profi Markus Karl, zu tun.
Lob vom Kapitän
Auch in der B-Klasse Nord stellt der Tabellenführer den besten Torschützen. Pascal Weber, spielender Co-Trainer des TuS Steinbach II/SV Börrstadt, traf bereits 26-mal – der beste Wert aller Donnersberger B-Klassen-Teams. In der Mitte-Staffel steht Christian Leonhard (SG Münchweiler/Alsenbrück-Langmeil) mit 13 Toren auf Rang zwei der Torjägerliste. Sebastian Walther, Kapitän bei Steinbach II/Börrstadt, lobt die Offensivleistung insgesamt: „Wir spielen uns sehr viele Chancen heraus und spielen die Angriffe oft gut zu Ende. Pascal ist oft der, der die Angriffe vollendet.“ Einen „echten Riecher“ habe Weber entwickelt. „Er muss oft nur wenig Aufwand betreiben, weil er genau dort steht, wo der Ball hinfällt. Das ist eine echte Gabe“, erzählt Walther.
Der 28-jährige Walther hebt aber die gesamte Mannschaft hervor: „Meiner Meinung nach haben wir in der B-Klasse die mit Abstand höchste Qualität. Wir stehen verdient da, wo wir stehen.“ Tatsächlich gewann die Landesliga-Reserve alle Spiele und erzielte 79 Tore. Aus Personalmangel wurde eine Partie abgesagt, weshalb die Maximalpunktzahl verfehlt wurde. Stimmen, die behaupten, „die Steinbacher spielen mit ihrer halben ersten Mannschaft, um zu gewinnen“, weist der Kapitän zurück: „Wir haben für unsere zwei Mannschaften einen extrem dünnen Kader und müssen zwangsläufig Spieler hin und her tauschen. Das hat nichts damit zu tun, gezielt die zweite Mannschaft zu stärken. Genauso oft kam es vor, dass Spieler der Zweiten bei der Ersten aushelfen mussten.“
Ein Szenario, das sich in der Aufstiegsrunde nicht ändern dürfte. Trotz der dünnen Personaldecke hat das Team gute Chancen auf den Aufstieg, zu groß ist der Vorsprung auf die Verfolger. „Wir haben immer genügend Qualität auf dem Platz, egal wer aufläuft. Deshalb sind wir dieses Jahr die beste Mannschaft“, ist sich auch Walther sicher.
Knappes Stürmer-Duell
In der Nord-Staffel der C-Klasse stellen der SV Kirchheimbolanden II und die TSG Kerzenheim die besten Torschützen. Jeweils 21-mal trafen Joshua Krauß vom SVK II und Lukas Goerg von der TSG ins Netz. Krauß erklärt seine Treffsicherheit: „Ich sehe mich eigentlich nicht als C-Klassen-Spieler. Ich kann wenig trainieren und spiele deshalb vorrangig in unserer zweiten Mannschaft. Durch meine Schnelligkeit habe ich einen großen Vorteil.“ Obwohl er „nur“ in der Zweiten regelmäßig zum Einsatz kommt, fühlt er sich wohl in seiner Rolle: „Ich kann in der Mannschaft voran gehen und wichtige Tore schießen. Deshalb hänge ich mich bei der Zweiten in der C-Klasse genauso rein. Das ist für mich selbstverständlich.“ Für Einsätze in der Bezirksliga will sich der Stürmer weiterhin empfehlen: „Wenn ich eingewechselt werde, sorge ich eigentlich immer für Unruhe und Gefahr. Wenn ich wieder öfter trainieren kann, dann werde ich auch wieder öfter in der Bezirksliga spielen.“
Auch Lukas Goerg fühlt sich wohl in seiner Rolle als Goalgetter: „In der Vorbereitung ist es schon gut gelaufen, da habe ich in sechs Spielen sechs Tore erzielt. Eigentlich war geplant, dass ich als Außenspieler eingesetzt werde. Durch die Verletzungen unserer Stürmer Grünewald und Frangel mussten wir aber Ersatz finden.“ Dass die Idee, Goerg im Sturmzentrum aufzubieten, keine schlechte sein sollte, zeigte sich bald: „Am Anfang habe ich gar nicht so gut gespielt, ich musste mich etwas umstellen. Als ich mich dann aber zurechtgefunden habe, habe ich fast jedes Spiel getroffen.“
Auch Goerg sieht nicht sich selbst als wichtigsten Spieler, sondern hebt die Mannschaft hervor: „Viele Tore haben wir super herausgespielt und ich musste nur noch einschieben.“
Die Serie: Rückblick auf die Hauptrunde
Die Hauptrunde in den A- bis C-Klassen ist beendet. Doch wie haben die Teams abgeschnitten, wer schießt die meisten Tore, wer ist besonders fair, hält die Defensive am besten zusammen, kassiert die wenigsten Gegentreffer und warum? Die RHEINPFALZ hat sich die Tabellenstände der Donnersberger unter verschiedenen Aspekten angesehen und lässt Spieler, Trainer und Beobachter zu Wort kommen. Heute: der Blick auf die besten Offensivabteilungen.