Donnersbergkreis Hauptamtlicher Leiter für Wehrleute

91-78343886.jpg

Winnweiler. Es wird eine Premiere im Donnersbergkreis: Die Verbandsgemeinde Winnweiler will in diesem Jahr einen hauptamtlichen Wehrleiter einstellen. Das hat Bürgermeister Rudolf Jacob im Gespräch mit der RHEINPFALZ mitgeteilt. In Münchweiler werden die Floriansjünger ein neues Heim bekommen. Der weitere Ausbau des schnellen Internets und das Ortsjubiläum Winnweiler sind weitere Themen, die 2016 in der Verbandsgemeinde anstehen.

„Die freiwilligen Feuerwehren sind in einer Umbruchsituation, wie es sie seit der Zeit der beiden Weltkriege nicht mehr gegeben hat.“ Rudolf Jacob macht keinen Hehl daraus, dass ihm der Rückgang des Personals bei den Wehren Sorgen bereitet. „Die Bereitschaft, sich langfristig zu verpflichten, ist nicht mehr gegeben“, sagt er. Das liege unter anderem auch daran, dass sich die Arbeitswelt gewandelt hat. „Junge Leute ziehen durch berufliche Umstände weg.“ Insbesondere die Tagesbereitschaft sei ein Problem bei der Feuerwehr. „In unserer Verbandsgemeinde ist sie eigentlich nur in Winnweiler gegeben. Und das auch nur, weil neun aktive Wehrleute bei der Verbandsgemeinde oder Ortsgemeinde beschäftigt sind.“ Generell hauptamtliche Feuerwehrleute seien wiederum nicht zu finanzieren. Ausnahme: Ein hauptamtlicher Wehrleiter. Genau der soll in diesem Jahr in Winnweiler seinen Dienst antreten. Ziel sei es, dass er die Wehrleute entlastet, auch „Papierkram“ übernimmt. Laut Jacob handelt es sich dabei um eine Stelle für Beamte des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes. „Wir hätten gerne jemanden, der Erfahrung im Einsatzleitdienst bei einer Berufsfeuerwehr gesammelt hat. Er sollte auch Erfahrung mit freiwilligen Wehren haben und eine entsprechende Sozialkompetenz.“ Mit den Wehrführern habe er das Thema erörtert, auch mit dem derzeitigen Wehrleiter Robert Blanz. „Er hält einen hauptamtlichen Wehrleiter für sinnvoll und ist bereit, von seinem Amt zurückzutreten“, sagt der Bürgermeister. Während über die Besetzung der Wehrleiterstelle künftig der Verbandsgemeinderat entscheiden soll, wird der Stellvertreter weiterhin gewählt. „Landesweit gibt es schon hauptamtliche Wehrleiter“, hat Jacob in Erfahrung gebracht. Im Donnersbergkreis ist das eine Premiere. Noch fehlt für die Stelle grünes Licht von der Kreisverwaltung, so Jacob. „Im Stellenplan ist sie drin.“ Der Bürgermeister hofft, im vierten Quartal des Jahres einen hauptamtlichen Wehrleiter einstellen zu können. Der soll sich nicht nur um Themen wie Brandschutzkonzept oder Bestuhlungsplan für Veranstaltungen kümmern, sondern auch Aufgaben des Feuerwehrsachbearbeiters übernehmen. Diese wiederum könne sich dann um andere Themenfelder kümmern. „Die Personalkosten, die entstehen, können wir fast gänzlich durch Einsparungen bekommen“, berichtet Jacob. Unabhängig davon sei es wichtig, den ehrenamtlichen Wehrleuten eine gute Struktur zu bieten. „Wir sorgen schon länger dafür, dass die Leute, die sich engagieren, eine gute, zeitgemäße Grundausstattung haben. Das kostet. Aber wir wollen auch niemanden mit einem 40 Jahre alten Auto und veralteter Ausrüstung in den Einsatz schicken.“ Auf ein neues Feuerwehrgerätehaus dürfen sich in diesem Jahr die Wehrleute in Münchweiler freuen. Das 450.000 Euro teure Gebäude wird an der Ecke Seierstraße/Bornacker errichtet. Bislang war die Wehr im ehemaligen Pfalzwerke-Betriebsgebäude untergebracht. Das hat das Busunternehmen Behles/Wolff erworben und wird laut Jacob dort ein Busdepot mit Betriebsgebäude einrichten. Der Bau des Gerätehauses könne zu 100 Prozent durch den Verkauf des Pfalzwerke-Gebäudes und dadurch auch durch die Einsparungen der dort anstehenden Sanierungsarbeiten sowie durch Landeszuschüsse finanziert werden. Weiter soll es 2016 mit dem Ausbau des schnellen Internets gehen. In Börrstadt liege es derzeit nur noch an einem Stromanschluss der Pfalzwerke. „Da warten wir täglich drauf“, so Jacob. Auch in Breunigweiler sei man auf einem guten Weg. Hier hofft der Bürgermeister in Kürze auf schnelles DSL. Ganz oben auf der Liste stünden dann zunächst die Orte, die eine Versorgung von weniger als 1 Megabyte haben. Straßenbaumaßnahmen stehen in diesem Jahr unter anderem in Münchweiler und Börrstadt an, in Winnweiler soll die Industriestraße zum Teil ausgebaut werden. Am „Stockborn“ soll ein kleineres Neubaugebiet entstehen. „Das ist ziemlich in trockenen Tüchern“, so Jacob. Größer wird die Maßnahme in den „Hopfengärten“, wo die Deutsche Reihenhaus AG in sechs Hausgruppen 25 Reihenhäuser mit jeweils 141 Quadratmeter Wohnfläche errichten will (wir berichteten). Gefeiert wird 2016 in Winnweiler das 1125. Jubiläum der Ortsgemeinde. Das Konzert von Mark Forster am 18. Juni ist bereits ausverkauft, einen Tag später kommt unter anderem die Volksmusikgruppe „Die Schäfer“ auf den Schlossplatz. Am 1. Juli-Wochenende ist ein Mittelaltermarkt geplant und für den Oktobermarkt ein größerer Festumzug vorgesehen. Zudem werden auch Vereine mit Veranstaltungen zum Geburtstag der Ortsgemeinde beitragen, wie Jacob ankündigt. Ein Thema werden auch die Flüchtlinge sein. 150 sind aktuell in der VG Winnweiler untergebracht. „Bei 170 bis 180 sehen wir das Ende der Fahnenstange, was den verfügbaren Wohnraum betrifft“, sagt der Bürgermeister. (ssl)

91-78343887.jpg
x