Lautersheim
Große Defizite im Doppelhaushalt der Ortsgemeinde
Es sind gerade die Aufwendungen für das Personal, die bei der Ortsgemeinde steigen. Wie Vanessa Berst aus der Finanzabteilung der Verbandsgemeinde Göllheim bei der jüngsten Lautersheimer Ratssitzung erläuterte, klettern diese aufgrund von Tariferhöhungen rapide: Nach 282.162 Euro im Haushalt 2020 und 307.500 Euro in 2021, steht in der Etatplanung 2022 für Gehälter und Versorgungsaufwendungen ein Betrag von 415.300 Euro, für 2023 sogar 424.700 Euro. „Damit wächst der Anteil der Personalkosten an den Aufwendungen von 27,16 Prozent in 2020 auf 37,24 Prozent in 2023“, führte Berst aus.
Auch die Umlagebelastung nimmt zu: An den Donnersbergkreis sind in beiden Jahren jeweils 256.000 Euro zu entrichten (vorher: 243.000 Euro) und an die Verbandsgemeinde je 240.000 Euro statt 238.000 Euro. Gleichzeitig erhält Lautersheim mit je 96.000 Euro 11.000 Euro weniger an Schlüsselzuweisungen. Die Veränderungen bei den Erträgen und Aufwendungen schlagen sich im Ergebnishaushalt deutlich nieder. Nach einem kleinen Überschuss im Jahr 2020 in Höhe von 5449 Euro und einem Defizit von 68.550 Euro in 2021 wird der Etat im laufenden Jahr voraussichtlich ein Minus von 118.950 Euro ausweisen und in 2023 von 92.650 Euro. Diese Fehlbeträge wiederum wirken sich negativ auf die Entwicklung des Eigenkapitals aus. Es schrumpft von 646.413 Euro zum 31. Dezember 2021 auf 434.813 Euro zum Jahresende 2023.
Pro-Kopf-Verschuldung unter dem Durchschnitt
Wesentliche Investitionen im Doppelhaushalt sind 780.000 Euro für die Ausweisung des Baugebietes „In den Bohngärten, zweiter Abschnitt“. Gegengerechnet wird rund eine Million Euro an Einnahmen durch den Verkauf von Bauland. Für die Erschließung des Areals sind 420.000 Euro eingeplant, wovon 378.000 Euro über Anliegerbeiträge wieder zurückfließen sollen. Die Liquiditätskredite gegenüber der Verbandsgemeinde steigen stark an: von 430.390 Euro in 2022 auf 1,35 Millionen Euro in 2023. „Sobald Sie die Bauplätze veräußern konnten, werden Sie eine hohe Forderung gegenüber der VG haben“, relativierte Berst.
Die langfristigen Verbindlichkeiten werden lediglich von 54.481 auf 55.081 Euro steigen. Da nur letztere in die Pro-Kopf-Verschuldung einfließen, liegt die Kennzahl bei 85,66 beziehungsweise 86,61 Euro für jeden der 636 Einwohner. „Damit liegen Sie weit unter dem durchschnittlichen Wert bei Kommunen vergleichbarer Größe in Rheinland-Pfalz“, sagte Berst. Das Mittel betrage aktuell 347 Euro pro Einwohner.