Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Grünes Licht für Kunstrasenplatz

Wird aller Voraussicht nach im kommenden Jahr in einen Kunstrasenplatz umgebaut: der mehr als 20 Jahre alte Naturrasen im Rocken
Wird aller Voraussicht nach im kommenden Jahr in einen Kunstrasenplatz umgebaut: der mehr als 20 Jahre alte Naturrasen im Rockenhausener Stadion Obermühle. 720.000 Euro sind für die Maßnahme veranschlagt.

Der lange erwartete Zuschussbescheid ist in Rockenhausen eingetroffen. Damit kann das Projekt Kunstrasenplatz im Stadion Obermühle nun endlich starten. Bevor tatsächlich gebaut wird, gibt es aber eine letzte Verzögerung.

Im März hatte die Verwaltung den Antrag bei der für kommunale Zuschüsse in unserer Region zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier eingereicht – es dauerte jedoch bis August, ehe die Zusage der offenbar überlasteten Landesbehörde im Rockenhausener Rathaus eingetroffen ist. Knapp über 100.000 Euro erhält die Stadt für die Umwandlung des Naturrasens im Stadion Obermühle in einen Kunstrasenplatz. Und ohne den Bewilligungsbescheid konnte das mit Gesamtkosten von 720.000 Euro veranschlagte Vorhaben nicht beginnen.

Inzwischen hat die ADD also geliefert und damit auch grünes Licht erteilt für die Maßnahme, die der Sportstättenbeirat des Kreises im vorigen Oktober sowohl für 2021 als auch für 2022 auf Platz eins der Prioritätenliste für eine Landesförderung gesetzt hat. Daneben leisten auch der Kreis, die Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land und der Fußballverein Rockenhausen als hauptsächlicher Nutzer Zuschüsse. Nach derzeitiger Kalkulation hat die Stadt letztendlich 420.000 Euro aus eigener Tasche beizusteuern – vorbehaltlich der Unwägbarkeiten, die Bauprojekte in diesen Zeiten bekanntlich mit sich bringen.

Aktuell wird Detailplanung erstellt

Momentan erstelle die Firma Segmüller eine detaillierte Planung für den Bau, informierten Stadtbürgermeister Michael Vettermann und erster Beigeordneter Werner Dietz auf Anfrage der RHEINPFALZ. Die Sportstättenberatung aus Taunusstein hatte den Auftrag zum Preis von 69.000 Euro als günstigster Bieter erhalten.

Im nächsten Schritt werden nun die Tiefbauarbeiten ausgeschrieben, Ende November sollen die eingegangenen Angebote geprüft werden. Dietz und Vettermann rechnen damit, dass die Vergabe noch dieses Jahr erfolgt. Theoretisch könnten dann umgehend die Bagger anrollen. Doch zum einen ist angesichts voller Auftragsbücher und Fachkräftemangel im Baugewerbe nicht davon auszugehen, dass Firmen sofort auf Knopfdruck parat stehen. Zum anderen „wäre es wenig sinnvoll, eine solche Baustelle über Winter zu beginnen“, betonte Dietz. Vettermann ergänzte: „Realistischer ist ein Start der Arbeiten im Frühjahr.“

Kunstrasen-Pflege ist billiger

Die Pläne für einen neuen Platz an der Obermühle waren im vergangenen Jahr noch einmal grundlegend geändert worden: Denn ursprünglich war vorgesehen, den Naturrasen im Stadion Obermühle zu erhalten – stattdessen sollte der benachbarte Hartplatz, der bislang bei schlechter Witterung als Ausweichspielfeld dient, durch einen Kunstrasen ersetzt werden.

Dies scheiterte bei veranschlagten Kosten von 550.000 Euro jedoch an der schlechten Finanzlage der Stadt: Der Eigenanteil wäre nach Auffassung der Kommunalaufsicht zu hoch gewesen. Zwar ist das Ersetzen des jetzigen Platzes im Stadion durch einen Kunstrasen laut Schätzung sogar 170.000 Euro teurer. Dafür fallen aber die Folgekosten für die Pflege der Anlage nach Meinung von Experten deutlich geringer aus, sodass die Mehrausgaben beim Bau in wenigen Jahren wieder hereingeholt würden.

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