Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Gnadenhof: Jetzt sind alle Tiere beschlagnahmt

Alle Schafe und Ziegen sind weg: Das Veterinäramt hat die restlichen Tiere des Gnadenhofs bei Rockenhausen am Montag mitgenommen
Alle Schafe und Ziegen sind weg: Das Veterinäramt hat die restlichen Tiere des Gnadenhofs bei Rockenhausen am Montag mitgenommen.

Nachdem zuletzt bereits einige Tiere vom Gnadenhof für Wiederkäuer abgeholt wurden, greift das Veterinäramt nun erneut durch. Ein erster Versuch scheiterte.

Plastik im Essen, keine Einzäunung, kranke oder verletzte Tiere : Die Liste der Vorwürfe gegenüber dem Gnadenhof für Wiederkäuer in Rockenhausen war und ist lang. Nun hat das Veterinäramt des Donnersbergkreises erneut durchgegriffen und alle verbliebenen Tiere des Gnadenhofes beschlagnahmt. Das bestätigte die Kreisverwaltung am Montag auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Zuvor wurden bereits Mitte Januar sieben Tiere aufgrund ihres Gesundheitszustandes vom Hof entfernt.

Betreiberin Susanne Bischoff versuchte seitdem, ihre Tiere nach Hause zu holen. Sie sieht sich als Opfer einer Agenda gegen sie. „Weil ich nicht in das allgemeine Weltbild passe und den Vorstellungen der Menschen nicht gerecht werde“, sagte sie zuletzt. Auch rechtfertigte sich Bischoff nicht zum ersten Mal und erklärte, die offenen Zäune seien wichtig für ihre Tiere, um deren Bewegungsdrang gerecht zu werden. Auch Klebstoff oder Plastik im Futter seien ihrer Meinung nach bedenkenlos, da Tiere diese nicht essen, beziehungsweise im Fall des Klebstoffes sogar Gefallen daran gefunden hätten.

Susanne Bischoff erwägt rechtliche Schritte

Nun hat das Veterinäramt endgültig durchgegriffen und die Tiere bis auf Weiteres vom Hof entfernt. Es war der zweite Anlauf der Behörde, nachdem vor einigen Tagen bereits versucht wurde, mehrere Tiere zu beschlagnahmen. Bei diesem Versuch nahm das Veterinäramt jedoch lediglich eine Ziege mit. „Die anderen Tiere konnten entkommen“, schrieb Susanne Bischoff anschließend in den sozialen Medien. Das Veterinäramt formuliert es anders: „Aufgrund der fehlenden Einzäunung konnten die Tiere vor der Verladung entweichen.“ Beim erneuten Anlauf am Montag gelang es dann, alle Schafe und Ziegen abzuholen. Als Begründung nennt die Behörde „die Nicht-Erfüllung der tierschutzrechtlichen Anordnung des Veterinäramtes“. Die Tiere werden vorübergehend bei einem Viehhändler untergebracht. „Die Unterbringung von Tieren durch eine Behörde erfolgt tierschutzkonform. Das heißt, dass die Grundbedürfnisse der Tiere erfüllt sind und die tierärztliche Versorgung gewährleistet ist“, erklärt das Veterinäramt.

Ob und welche Möglichkeiten Susanne Bischoff nun hat, um ihre Tiere wieder auf den Hof zurückholen zu können, ist nicht bekannt. Sind die Vorwürfe gegen die Halterin gering und leicht zu beheben, kann eine Rückgabe erfolgen. Das bestätigte das Veterinäramt zuletzt bereits. Ob das aber im Fall des Gnadenhofes zutrifft, und ob die vorhandenen Mängel dann auch beseitigt werden, steht auf einem anderen Blatt. Erwartbar ist aber, dass sich Susanne Bischoff nicht geschlagen geben wird und alle Hebel in Bewegung setzen dürfte. Auf RHEINPFALZ-Anfrage äußerte sich die 69-Jährige am Montag zunächst jedoch nicht zu den aktuellen Vorkommnissen. Bereits nach der Beschlagnahmung der ersten sieben Tiere kündigte Bischoff jedoch an, auch rechtliche Schritte gegen die Entscheidung des Veterinäramtes abzuwägen.

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