Kirchheimbolanden Glasfasernetz in der Stadt ab 2023: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Was genau ist geplant?
In bis zu 4400 Haushalten will die Deutsche Telekom Glasfaseranschlüsse verlegen: bis ins Haus, bei Mehrfamilienhäusern bis in die Wohnung. Das neue Netz erlaubt zunächst Download-Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde. Bislang sei Kirchheimbolanden „schon passabel ausgestattet“ gewesen, befindet Stadtbürgermeister Marc Muchow, in großen Teilen des Stadtgebiets werden Geschwindigkeiten von 250 bis 400 Megabit pro Sekunde erreicht. Doch da die Datenmenge stetig steigt, sei Glasfaserkabel bitter nötig. Auf solchem ist die Bandbreite nahezu unbegrenzt, werden zukünftig noch höhere Geschwindigkeiten möglich sein. „Das steigert auch den Wert von Immobilien“, ist sich Muchow sicher.
Wie kann man mitmachen?
Glasfaser Plus, ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem die Deutsche Telekom beteiligt ist, schließt Immobilien während der Ausbauphase im Jahr 2023 kostenfrei an, wenn Kunden einen Glasfaser-Tarif bei einem Telekommunikationsanbieter abschließen – (fast) egal, bei welchem. Dieser muss lediglich einen Liefer-Vertrag mit der Telekom besitzen – das trifft auf nahezu alle gängigen Anbieter zu. Bei einer Buchung nach der Ausbauphase wird der Hausanschluss laut Telekom knapp 800 Euro kosten.
Wo überall wird ausgebaut?
Der Glasfaserausbau der Deutschen Telekom erfolgt in ganz Kibo mit wenigen Ausnahmen: Ziegelhütte, Edenbornerhof sowie Bolanderhof sollen durch das Weiße-Flecken-Programm des Landkreises in Zusammenarbeit mit Pfalz Connect versorgt werden. Selbiges gilt für die Schulen. Laut Muchow prüfen Stadt, Kreis und Telekom derzeit Möglichkeiten, damit in den Wohngebieten rund um Schulen so selten wie möglich doppelte Bauarbeiten anfallen. Auch der Schillerhain wird nicht ausgebaut, die Neubaugebiete Schlossgarten I und Schlüssel II verfügen bereits über Glasfaseranschluss.
Wann wird gebaut, und welche Einschränkungen gibt es dadurch?
Die Bauarbeiten in der Stadt beginnen 2023 und sollen noch im selben Jahr enden. Zu Straßensperrungen sollte es nach Muchows Einschätzung im Regelfall nicht kommen, da Telekommunikationskabel unter Gehwegen verlegt werden. Maximal bei notwendigen Straßenquerungen könne dies kurzzeitig nötig werden. In welcher Reihenfolge die einzelnen Straßenzüge ausgebaut werden, steht noch nicht fest. Demnächst werden Fahrzeuge der Telekom – ähnlich den Kamera-Autos von Google Maps – in Kibo unterwegs sein, um die Stadt für den Glasfaserausbau zu vermessen.
Was ist anders als beim Projekt der Deutschen Glasfaser?
Anders als die Deutsche Glasfaser baut die Telekom in jedem Fall aus, unabhängig davon, ob eine bestimmte Teilnehmerquote bei Vorverträgen erreicht wird. Die Deutsche Glasfaser hatte sich als Ziel gesetzt, etwa 30 bis 40 Prozent der Haushalte in Kibo als Kunden zu gewinnen, verfehlte diese Quote mit 19 Prozent aber so deutlich wie in kaum einer anderen Kommune. In vielen Orten rund um die Stadt hat das Unternehmen genügend Unterschriften zusammen und will dort ausbauen.
Was passiert mit Vorverträgen von Kunden in Kibo?
Da die Telekom nun das nahezu gesamte Stadtgebiet ausbaut, will die Deutsche Glasfaser all jene, die bei ihr unterschrieben haben, kostenfrei aus diesem Vorvertrag entlassen. Das Unternehmen habe ihm versichert, berichtet Stadtbürgermeister Marc Muchow, dass Betroffene „in Kürze einen Brief oder eine E-Mail erhalten“.
Warum steht die Telekom so kurz nach dem Scheitern des Deutsche-Glasfaser-Projekts parat?
Unter anderem hatte sich Muchow an Timotheus Höttges, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom, gewandt. Der Kontakt war über Kultur-Tausendsassa Lydia Thorn Wickert bei einem Besuch der „Telekom Beethoven Competition“ in Bonn zustande gekommen, wie Muchow verrät. Dass die Preisträger des Telekom-Wettbewerbs regelmäßig in der Stadthalle an der Orangerie auftreten, die Stadt sich in den zurückliegenden Jahren zu einem ernstzunehmenden Kulturstandort entwickelt hat – das war bei der Sache sicherlich von Vorteil.
