Eisenberg
Gienanth: Historische Gussofenplatten sollen ab 2022 gezeigt werden
Ohne Gegenstimme stimmte der Eisenberger Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag dem Dauerleihvertrag zwischen der Stadt und dem Eigentümer des Unterhammers zu, der die repräsentativen und gut erhaltenen Objekte im umgebauten Pferdestall und dem renovierten Gewölbekeller präsentieren wird.
Damit endet zumindest für diesen Teil der Ofenplattensammlung ein jahrzehntelanges Dasein im Verborgenen. Außer einigen Platten, die im Eisenberger Rathausflur sichtbar angebracht wurden, lagern die restlichen Exemplare in einem Magazin der Firma in Eisenberg. Von der Stadt wurde unter dem damaligen Bürgermeister Adolf Kauth (FWG) die Sammlung im Jahr 2004 aus dem Besitz der Familie Gienanth für 76.600 Euro erworben. Rund 33.000 Euro kamen durch einen Zuschuss und etliche Spenden für den Kaufpreis zusammen.
Plattenöfen damals wichtiges Produkt
Dass das Eisenberger Traditionsunternehmen Gienanth, das heute unter anderem Gussteile für die Automobilindustrie produziert, in früheren Zeiten eine Produktpalette von Brunnentrögen über Waffeleisen, Geländer, Stalleinrichtungen und Spindeltreppen sowie Öfen hergestellt hat, darüber geben die vorhandenen historischen Musterbücher Auskunft. Zu den Plattenöfen ist in der Festschrift aus dem Jahre 1986 „250 Jahre Eisenwerk Eisenberg“ von Freiherr Ulrich von Gienanth zu lesen: „Plattenöfen waren ein wichtiges Produkt der Eisenhüttenwerke bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Es waren Kastenöfen, deren Seitenplatten mit der jeweils nicht verzierten Seitenverlängerung im rechten Winkel in die Zimmerwand eingelassen waren. Die dritte Platte wurde quer an den beiden Platten oft mit einer Deckleiste befestigt. Vom Gang aus wurde das Feuer bedient.“ Die Öfen waren dabei entweder mit einer Eisenplatte abgedeckt oder mit einem Rauchabzug aus Keramik versehen. So heißt es in der Festschrift weiter: „Die Öfen wurden meist auf Steinsockel gesetzt. Die mit Motiven aus verschiedenen Stilepochen versehenen Gußplatten werden heute als Antiquitäten gehandelt. Sofern der obere Rand einer Platte nicht gerade, sondern geschwungen ist, war sie meist für ein offenes Kaminfeuer oder als Wappenplatte für eine Toreinfahrt bestimmt.“ Ulrich von Gienanth habe während seiner Zeit als Geschäftsführer eine Sammlung von zirka 300 solcher Eisenplatten in Eisenberg angelegt.