Donnersbergkreis Gewerbegebiet soll wachsen
Das Regensburger Unternehmen Ratisbona möchte das Gewerbegebiet „Schäferdell“ zwischen Winnweiler und Lohnsfeld erweitern. Auf einer Fläche von 36.000 Quadratmetern sollen verschiedene Gewerbeeinheiten entstehen. Welche Unternehmen sich in dem Bereich, der auf Lohnsfelder Gemarkung liegt, ansiedeln werden, dazu können Vertreter des Unternehmens noch keine Angaben machen.
„Wir sind relativ klar in dem, was wir machen wollen, können aber zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich noch nichts dazu sagen“, berichtet Klaus Uhrig, Projektleiter der Region West bei Ratisbona, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Bei Ratisbona handelt es sich um einen Projektentwickler für Handelsimmobilien, der sich auf die Konzeption, Entwicklung, Realisierung, Vermarktung und Verwaltung von Lebensmittelmärkten, Baumärkten und Fachmarktzentren spezialisiert hat. Warum Uhrig noch nichts zu den Unternehmen sagen kann, liegt am Bebauungsplanverfahren. „Wir haben für diese Fläche einen rechtskräftigen Bebauungsplan, der 15 Jahre alt ist“, sagt Rudolf Jacob, der Winnweilerer Orts- und Verbandsgemeindebürgermeister. Jedoch schließe dieser Bebauungsplan derzeit Einzelhandel aus. Außerdem habe Winnweiler zwar den Status Grundzentrum, die Fläche an der Landesstraße 390 liege jedoch in der Gemarkung Lohnsfeld. Somit sei auch ein Zielabweichungsverfahren von Seiten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd notwendig, weil in Lohnsfeld eine Ansiedlung größeren Gewerbes nicht ohne weiteres möglich sei. „Der Ortsgemeinderat hat bereits entsprechende Beschlüsse gefasst“, informiert der Lohnsfelder Ortsbürgermeister Walter Bertram. Auch sei ein Umlegungsverfahren in Gang gesetzt worden. Erst wenn das alles abgeschlossen sei, lasse sich sagen, welche Firmen sich in dem Gewerbegebiet ansiedeln werden. Schließlich könne es noch dazu kommen, dass sich die Flächengröße verändert und so vielleicht nicht mehr für jemanden interessant sind. Das Gelände befindet sich kurz hinter dem Ortsausgang Winnweiler, quasi hinter der Feuerwehr. Neu ist die Region für Ratisbona im Übrigen nicht. In Katzweiler (Landkreis Kaiserslautern) beispielsweise hat das Unternehmen bereits einen Netto-Markt errichtet. „In Kaiserslautern sind wir auch an verschiedenen Themen dran“, sagt Expansionsleiter Andreas Chandoni. Ein städtebaulicher Durchführungs- und Erschließungsvertrag wurde für den Bereich auf Lohnsfelder Gemarkung in der vergangenen Woche unterzeichnet. Über 1100 Märkte habe Ratisbona in 29 Jahren gebaut, wie Uhrig informiert. Das Kerngeschäft sei dabei der Einzelhandel. Ein Projektentwicklerteam suche und akquiriere geeignete Grundstücke für den Neubau oder Bestandsobjekte für eine Revitalisierung. Rudolf Schels, der geschäftsführende Gesellschafter, hatte Anfang der 1980er Jahre den Netto-Markendiscount gegründet, 1987 folgte dann Ratisbona. Das Unternehmen, das er zusammen mit seinem Sohn Sebastian leitet, gilt heute als einer der größten Projektentwickler für den gesamten Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland. Was die Fläche auf Lohnsfelder Gemarkung betrifft, ist Ratisbona auch mit der Sparkasse Donnersberg im Austausch. Dort sollen nicht nur Flächen für Einzelhändler, sondern auch für Kleingewerbe und Mittelständler geschaffen werden, so Uhrig. Der Bereich selbst ist 36.000 Quadratmeter groß. „Aufgrund der Topographie sind aber nur 25.000 Quadratmeter bebaubar“, sagt Andreas Chandoni. „Wir haben Ratisbona auch die Möglichkeit eröffnet, die Erschließung herzustellen, was eigentlich unsere Aufgabe ist“, sagt Jacob. Das wiederum habe den Vorteil, dass das Unternehmen das Gebiet sozusagen passgenau erschließen könne, wie VG-Werkleiter Manfred Kauer erläutert. „Wir werden dann danach die öffentlichen Anlagen übernehmen“, ergänzt Jacob. Dass sich das Winnweilerer Gewerbegebiet nun gemarkungsübergreifend auf Lohnsfelder Bereich entwickelt, sei im Sinne der Ortsgemeinde, so Jacob. „Winnweiler selbst hat keine Flächen mehr, um Gewerbe anzusiedeln.“ Und auch für Winnweilerer seien die Einkaufsmöglichkeiten so noch gut erreichbar. „Dass an dem Gelände auch noch der Fuß- und Radweg zwischen Lohnsfeld und Winnweiler vorbeiläuft, ist ein glücklicher Umstand“, betont Jacob. Interessenten für das Gelände zu finden, ist laut Uhrig kein Problem. „Die Nachfrage ist da, es gibt auch schon konkrete Interessenten.“ Er geht davon aus, dass es noch rund ein Jahr dauern wird, bis die Baugenehmigung vorliegt. Dann könnte Ende 2017/Anfang 2018 mit den Arbeiten am Gelände gestartet werden. |ssl