Unkenbach
Getötete Mutter in der Nordpfalz: Polizei findet Tatmesser
Nach Informationen der RHEINPFALZ wurde das Tatmesser, mit dem eine 55-jährige Frau in Unkenbach in ihrem eigenen Hof erstochen wurde, von der Polizei gefunden. Es soll in der Nähe des Anwesens der Getöteten in einem Graben gelegen haben. Mit Drohnen soll die Polizei die Waffe vergangene Woche entdeckt haben. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, die Herrin des Verfahrens ist, hat das Auffinden des vermutlichen Tatmessers bislang nicht bestätigt.
Am Abend des 12. Juni hatte ein 19-Jähriger in Unkenbach eine 55-jährige Mutter mit mehreren Messerstichen getötet. Danach war er mehrere Stunden auf der Flucht, wurde mit einem Hubschrauber gesucht und im Kreis Bad Kreuznach schließlich festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Tochter des Opfers und der mutmaßliche Täter kannten sich. Die Mutter hatte jedoch versucht, ein Annäherungsverbot gegen den jungen Mann zu erwirken. Im 200-Seelen-Ort Unkenbach herrschte tagelang Fassungslosigkeit ob der grausamen Tat. Dort kennt jeder jeden.
Polizei auf Betriebsausflug
Zuletzt hatte sich auch eine Leserin an die RHEINPFALZ gewandt und darauf aufmerksam gemacht, dass am Tag des Tötungsdeliktes die Polizeiinspektion Rockenhausen (PI) auf Betriebsausflug war. Die Leserin befürchtete, dass sich dadurch eventuell die Festnahme des Verdächtigen verzögert habe.
Auf Nachfrage beim zuständigen Polizeipräsidium Westpfalz in Kaiserslautern widerspricht der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bernhard Christian Erfort, dieser Vermutung deutlich. Er bestätigte zwar den Betriebsausflug der PI Rockenhausen an jenem Tag, bei solchen Anlässen werde die betroffene Dienststelle allerdings mit Kolleginnen und Kollegen anderer Dienststellen besetzt, sodass der Betrieb ohne Beeinträchtigungen weiterlaufe. Es habe durch die externe Besetzung an diesem Tag „keinen zeitlichen Verzug bei dem Einsatz gegeben“, erläuterte Erfort.
Kräfte aus der ganzen Westpfalz bei Fahndung
Die ersten Einsatzkräfte vor Ort bei dem Tötungsdelikt waren dann auch aus Rockenhausen, bestätigte der Pressesprecher. Üblich sei auch, dass bei größeren Lagen wie dieser aus allen umliegenden Dienststellen und gegebenenfalls aus anderen Behörden Spezialkräfte zusammengezogen werden. Dies sei Standard und sei auch in Unkenbach der Fall gewesen, so das Polizeipräsidium Westpfalz in seiner Antwort. In Unkenbach und in anderen Orten (Obermoschel/Alsenz/Löllbach) waren bei der Fahndung nach dem verdächtigen 19-Jährigen Spezialkräfte vor Ort.
Laut Polizei habe es zu dem Einsatz in Unkenbach bereits die obligatorische interne Nachbereitung gegeben. „Die umfassenden Einsatzmaßnahmen wurden schnell und strukturiert umgesetzt. Zusätzliche Kräfte der eigenen Behörde sowie Spezialkräfte konnten im Unkenbacher Fall zeitnah unterstützen. Daher ziehen wir für unsere Arbeit ein positives Fazit“, so Erfort.