Donnersbergkreis Geschichte im Doppelpack

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Unerwartet großen Zuspruch erfuhr der Geschichts- und Heimatverein am Marktwochenende mit seiner zweitägigen Ausstellung „1816 – die Pfalz wird bayrisch“ im Turm des Dorfgemeinschaftshauses, die an die Ereignisse vor 200 Jahren erinnerte und mit seinem Tag des offenen Archivs.

Als Erstes stach beim Besuch der Ausstellung natürlich das vergrößerte Grußwort mit Bild des bayerischen Ministerpräsidenten, Horst Seehofer, ins Auge, auf das Vorsitzender Erwin Hofrichter – „aus einem Wunsch wurde bereits im Februar 2015 die nicht erwartete Wirklichkeit“ – besonders stolz ist. „Nach spontaner Zusage mussten wir natürlich handeln und alles, was mit diesem Thema zu tun hat, zusammentragen“, so der Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins. Enorme Unterstützung bei der Vorbereitung der Ausstellung erhielt er dabei von Ralf Petry, Dieter Runck und Hans-Walter Schally. Unterstützt und bereichert wurde die umfangreiche Ausstellung durch Leihgaben des Museums Winnweiler. Kartenmaterial zeigt zunächst die Veränderung von Staatsgrenzen in der Zeit Napoleons und nach dessen Niederlage in den Befreiungskriegen in der dreitägigen Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813. Ein Bild Napoleons und eine 64-seitige Broschüre über die Geschichte der Schlacht durften als Ausgangspunkt nicht fehlen. Nach dem Wiener Kongress wurden die Grenzen erneut verändert, und die Pfalz wurde 1816 bayrisch. Eine Aufstellung zeigt die Namen und Amtszeit der sechs Könige – darunter „Märchenkönig“ Ludwig II – denen die Pfalz bis 1918 unterstand. Fehlen durften da natürlich auch nicht die 26 pfälzischen Regierungspräsidenten vom Mai 1816 bis November 1943. An zahlreichen geschichtsträchtigen Dokumenten waren Wanderbücher von Handwerksgesellen zu sehen, Zeugnisse, Grundstücks- und Umschreibungs-Kataster, Testamente und Erbverträge. Außerdem eine Ausgabe der Zellertal-Zeitung vom von 1902, die den Besuch von Prinz Ludwig in der Nordpfalz ankündigte, oder ein Schreiben des bayrischen Frauenvereins des Roten Kreuzes unter dem „Protektorate Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin Ludwig von Bayern“, das Ratschläge zu vernünftiger Säuglingsernährung und zur Pflege der Kinder im ersten Lebensjahr erteilte. Zu sehen war auch ein Hausschild, das auf die bayrische „Steuer- & Gemeinde-Einnehmerei Albisheim“ hinwies. An Dokumenten durfte eine amtliche Bekanntmachung der Stadt Ludwigshafen für ein Volksbegehren über die Neueingliederung der Pfalz an Bayern im Jahre 1956 nicht fehlen. Neben vielen weiteren Dokumenten wurden auch Gegenstände wie Erinnerungs- und Verdienstkreuze, der Säbel eines Infanterie-Offiziers oder ein Infanterie-Seitengewehr von 1871 des „Königlich-Bayerischen 15. Infanterieregiments, Standort Neuburg an der Donau, eingesetzt bei der 9. Kompanie, Waffennummer 225“ gezeigt. Zwei Etagen tiefer, im Keller des Dorfgemeinschaftshauses, ist das Reich von Vereinsarchivar Hans-Walter Schally. Hier werden wahre Schätze rund um die Gemeinde aufbewahrt. „Tage und Wochen habe ich da unten schon verbracht, um das Vorhandene zu sichten, zuzuordnen, Karteien anzulegen und Erläuterungen zu schreiben“, sagt Schally. „Aber wir sind mit der Arbeit noch lange nicht zu Ende. Immer wieder erhalten wir erfreulicherweise aus Nachlässen Neues“. Er hofft, durch seine Arbeit und die des Vereins der Nachwelt damit so viel wie möglich erhalten zu können. Neben Festschriften und Chroniken der Vereine und der Gemeinde, Briefwechsel von Auswanderern oder von der Kriegsfront, alten Flurkarten und vielem mehr zogen vergrößerte Aufnahmen von Straßenzügen und von alten, nicht mehr existierenden Gebäudeansichten die vielen Besucher in ihren Bann. Neben den vielen Dokumenten waren auch Gegenstände aller Art, die in irgendeiner Weise an die Vergangenheit erinnern, zu bewundern. Ausgestellt war zum Beispiel auch ein schwerer, zirka zwanzig Zentimeter langer Bombensplitter, der an die Bombenabwürfe am 2. Januar 1945 erinnert, die mehr als zehn Menschen das Leben kosteten.

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