Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Geschäfte im Donnersbergkreis: Masken verpflichtend oder freiwillig?

Nur selten machen Geschäftsinhaber von ihrem Hausrecht Gebrauch und verpflichten Kunden zum Tragen einer Maske.
Nur selten machen Geschäftsinhaber von ihrem Hausrecht Gebrauch und verpflichten Kunden zum Tragen einer Maske.

Seit einer Woche ist das Maskentragen im Einzelhandel nicht mehr verpflichtend. Für einige Geschäftsinhaber im Landkreis ist es eine Erleichterung, andere sorgen sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Und die erste Frage von Kunden dreht sich oft gar nicht um die angebotenen Produkte.

„Wir schmeißen niemanden raus, wenn er keine an hat“, sagt Rolf Kaegy von Kaegys Kornkammer auf dem Bolanderhof. Allerdings appelliere man mit einem Schild vor der Tür des Hofladens, eine Maske zu tragen. „Wir haben ja viele Kunden über den Tag, deshalb wollen wir uns damit selbst schützen“, erklärt er. Dieser Bitte leiste auch der Großteil der Kunden Folge: „Ich denke, etwa 80 Prozent würden sie sowieso aufziehen, durch das Schild sind es ungefähr 95 Prozent.“ Die Mitarbeiter, die schon von Corona genesen seien, tragen keine Maske, der Rest aber schon, berichtet Kaegy.

Ja, was gilt denn jetzt?

Vor allem bei etlichen Kunden scheint die aufgehobene Maskenpflicht für Verunsicherung zu sorgen. So berichtet Andreas Emmel, stellvertretender Geschäftsführer des Kirchheimbolander Garten-, Tier- und Handwerkermarkts Emmel, dass die meisten Kunden sich beim Hereinkommen erstmal für die Rahmenbedingungen ihres Einkaufs interessieren: „Gilt denn Maskenpflicht?“. Die Kunden dürften aber, genauso wie die Mitarbeiter, frei entscheiden, ob sie Maske tragen. Trotzdem seien bislang deutlich mehr Kunden mit Maske unterwegs: Nur etwa ein Viertel trage keine, schätzt Emmel.

Auf ein Ende der Verunsicherung hofft Christel Walter, Geschäftsführerin im Stadtladen Rockenhausen. Sie macht von ihrem Hausrecht keinen Gebrauch, „weil ich auch, ganz ehrlich, keine Lust mehr auf Diskussionen habe“, wie sie sagt. Durch das Prinzip der Freiwilligkeit möchte sie den Kunden die Unsicherheit nehmen. Das Ergebnis der ersten Woche: Während am Montag noch nahezu alle Kunden mit Maske gekommen seien, sei es Ende der Woche nur noch etwa die Hälfte gewesen. Für die Mitarbeiter gebe es ebenfalls keine Pflicht. „Wenn ein bisschen mehr los ist, habe ich die Maske aber auch auf“, berichtet Walter. Damit wolle sie verhindern, dass sie sich ein zweites Mal mit Corona infiziert: „Ich brauche es nicht unbedingt nochmal.“ Unterm Strich sorge die aufgehobene Maskenpflicht aber für eine entspanntere Atmosphäre. „Die Leute freuen sich, auch mal wieder die Gesichter zu sehen“, zieht Walter ein positives Fazit.

„Vertrauen auf Vernunft und gesunden Menschenverstand“

Markus Daigle, der den Edeka-Markt in Winnweiler leitet, sieht eine Durchsetzung des Hausrechts in seinem Geschäft nicht als notwendig an. Er vertraue stattdessen „auf Vernunft und gesunden Menschenverstand“ von Kunden und Mitarbeitern – das zahlt sich aus: Mehr als 80 Prozent der Kundschaft sowie sämtliche Mitarbeiter tragen freiwillig weiterhin einen Mundschutz, berichtet Daigle. Durch den Verzicht auf eine Pflicht möchte der Filialleiter Diskussionen vermeiden. Die gebe es auch beim Personal nicht.

Auf ähnlich hohe Zahlen freiwilliger Maskenträger kommt Christine Kaschig vom Fahrradgeschäft Radhaus in Kirchheimbolanden. Sie schätzt, dass noch immer 90 Prozent der Kundschaft mit Maske kommen, die drei Mitarbeiter arbeiten aber mittlerweile ohne Mundschutz.

Auch im Blumenpavillon Kircher in Kirchheimbolanden ist die Bereitschaft zum Maskentragen hoch. Zwar sei jeder in seiner Entscheidung frei, aber Erika Eberle berichtet von „wahrscheinlich sogar 95 Prozent“ der Kunden mit Maske. Auch alle Mitarbeiter des Familienbetriebs verrichten ihre Arbeit im Innenraum mit Mundschutz – im Außenbereich eher nicht –, sagt Eberle.

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