Göllheim RHEINPFALZ Plus Artikel Göllheimer Geschichtstage erfahren eine Neuauflage

Sabine Klapp
Sabine Klapp

Nach einer längeren Unterbrechung sind die Göllheimer Geschichtstage 2019 wieder belebt worden – und wurden von Corona gleich für ein weiteres Jahr in die Pause geschickt. Nun gibt es am kommenden Wochenende (5. bis 7. November) einen neuen Anlauf.

Doris Bugiel, die Vorsitzende des Kulturvereins Göllheim, freut sich über den Wiederbeginn. Zusammen mit ihrem Mann Gerhard Bugiel, der im Verein die Sektion „Geschichte“ betreut, ist es ihr gelungen, ein markantes Referenten-Quartett zu gewinnen. „Wir wollten eine frische Veranstaltung anbieten“, sagt sie. „Nicht nur wissenschaftlich Interessierte sollen angesprochen werden, sondern jeder, der etwas über unsere Nordpfälzer Vergangenheit erfahren möchte.“ Früher hätten sich die Geschichtstage eher auf das Mittelalter konzentriert, fährt sie fort. „Das haben wir zugunsten einer – wie wir finden – spannenden Vielfalt verändert.“

Es beginnt am Freitag um 18 Uhr mit einem Vortrag von Elmar Rettinger, ehemaliger Geschäftsführer des Instituts für geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz. Er wird mit Worten und Anschauungsmaterial eine aufwendig gestaltete Ausstellung mit außergewöhnlichen Exponaten präsentieren, die bis Juni 2021 in Mainz zu sehen war: „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“. Leider hatte sie wegen der Pandemieauflagen seinerzeit nur sehr wenige Besucher und erlebt nun am Freitag ein Revival mit einer hoffentlich stärkeren Resonanz.

Zuckerfabrik: Wie alles begann

Am Samstag um 16 Uhr lenkt Peter Scherer, ehemaliger Betriebsingenieur der Firma „Südzucker“, die Aufmerksamkeit seines Publikums nach Offstein. Sein Vortrag „Die Zuckerfabrik in Offstein – Gründung und die ersten Jahre“ wirft einen Blick auf die politischen Strukturen und Verbindungen zwischen dem Herzogtum Hessen und der Pfalz. Das Beispiel dieser Fabrik eignet sich ausgezeichnet, um Interessantes über Leben und Wirtschaften in unserer ländlichen Region im 19. Jahrhundert zu erfahren.

Historisch Bedeutsames und auch Vergnügliches wird für die sich um 18.30 Uhr anschließenden Ausführungen von Roland Paul, ehemaliger Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern, angekündigt. Sein Thema sind „Bräuche in der Pfalz bei Geburt, Taufe, Hochzeit und Tod“, wie sie sich vor allen Dingen im ländlichen Raum entwickelt haben. Roland Paul erläutert allerlei Regelungen und Vorschriften durch Staat und Kirche und erzählt von recht sonderbaren Bräuchen, beispielsweise bei Beerdigungen.

Frauenbewegung in der Pfalz

Über Aktivitäten der besonderen Art wird am Sonntag um 17 Uhr Sabine Klapp berichten. Sie ist Direktorin des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern. Es geht in ihrem Vortrag um „Die frühe Frauenbewegung in der Pfalz. Trägerinnen, Reichweite, Ziele“. Sie nimmt das Auditorium mit in die Lebensbereiche von Familien während der Industriellen Revolution und zeigt auf, welche negativen Auswirkungen diese Zeit vor allen Dingen auf die Lebenswelt der Frauen hatte. Deswegen entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch auf pfälzischem Boden sogenannte Frauenvereine, auf die sich Klapp vorrangig konzentrieren wird.

Alle Vorträge finden eintrittsfrei im Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung statt. Es gelten die Corona-Regeln (3G).

Roland Paul
Roland Paul
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