Donnersbergkreis
Göllheim: Neujahrsempfang im Zeichen des Ortsjubiläums
Der Neujahrsempfang der Ortsgemeinde stand noch ganz im Zeichen der 1200-Jahr-Feier. Ortsbürgermeister Dieter Hartmüller hob den Motivationsschub hervor, der sich mit den Festlichkeiten verbunden habe. Andererseits beklagte er „den zunehmenden Bürokratismus“, der die Entwicklung der Kommune behindere.
Der aktuelle Anlass für Hartmüllers Klage ist die weitere Verzögerung bei der Erschließung des Baugebiets Süd X. Nachdem es im vergangenen Jahr gelungen sei, die Problematik des Regenrückhaltebeckens zu regeln, müsse jetzt ein zusätzliches Lärmschutzgutachten eingeholt werden, führte Hartmüller aus. Ursache sei die auf 1000 Meter erweiterte Abstandsregelung für Windräder zur Wohnbebauung – und dies „obwohl ein lange bestehendes Wohngebiet bedeutend näher an den Windrädern in Richtung Kerzenheim besteht“, wie Hartmüller betonte.
Eingehend auf die Situation in der Kindertagesstätte der Gemeinde, verwies Hartmüller auf die vorübergehende Aufstellung eines zweiten Wohncontainers. Er sei zuversichtlich, dass die Planung und die Kostenermittlung für den notwendigen Erweiterungsbau bis April antragsfertig seien. „Wir rechnen mit drei Jahren bis zur Fertigstellung des Anbaus“, so der Bürgermeister.
Hof im Kulturkarree und Kunstscheune werden gestaltet
Die Bewilligung der Städtebaumittel von 250.000 Euro, erklärte Hartmüller weiter, ermögliche es, 2020 den Hof im Kulturkarree sowie die Kunstscheune fertigzugestalten. Mit der Ausgestaltung einer Begegnungsstätte, die an das Uhl’sche Haus angrenzen soll, werde sich der Gemeinderat noch in diesem Jahr befassen. Diese Begegnungsstätte werde, sagte Hartmüller, die Bücherei mit Lesemöglichkeiten, Treffs für alle Altersgruppen und Möglichkeiten zu Filmvorführungen umfassen.
Im Rückblick auf das Jubiläumsjahr lobte Hartmüller das Engagement der Göllheimer Bürger: Er habe selten bei ihnen so viel Enthusiasmus erlebt: „Unsere Vereine und Gruppierungen haben Prächtiges geleistet.“
Aber man habe nicht nur gefeiert: Er verwies auf die Gehwegsanierung in der Gutenbergstraße, die Restumstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Licht und die Errichtung des Glockenturms auf dem Friedhof.
Hartmüller ehrt Magsamen, Stabel und Bugiel – und Driedger ehrt Hartmüller
Für ihre Verdienste um das Jubiläumsjahr ehrte Hartmüller Dieter Magsamen, Hermann Stabel und Doris Bugiel, die Vorsitzende des Kulturvereins. Wegen der Vielzahl der besonders Engagierten sei es schwer gewesen, einige besonders zu ehren, betonte Hartmüller. Deswegen sollten die drei stellvertretend für alle stehen.
Eine weitere „besondere Erwähnung“ betraf dann den Ortschef Hartmüller selbst. Außerprogrammmäßig würdigte ihn der Erste Beigeordnete Wolfgang Driedger „als den Motor, der immer noch an Leistung zugelegt hat“. Im Namen des Gemeinderates verband er den Dank mit dem Glückwunsch zum zehnten Dienstjubiläum Hartmüllers als Ortsbürgermeister.
In seinem Grußwort hatte schon zuvor Verbandsbürgermeister Steffen Antweiler vor Hartmüller den eigens mitgebrachten Hut gezogen. „Er war immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Seine Gratulation zum „fulminanten Jubiläumsjahr“ ergänzte Antweiler mit dem Wunsch, dass der Erfolg noch lange fortwirken möge.
Antweiler: „Verbandsgemeinde auf gutem Weg“
Die Verbandsgemeinde sah Antweiler „auf einem guten Weg“. Nach dem zweiten Jahresüberschuss in Folge sei es möglich gewesen, die Verbandsgemeindeumlage zu senken. Aber trotz der Entlastung der Ortsgemeindekassen bleibe deren Haushaltslage angespannt, die Finanzausstattung unzureichend. Antweiler zeigte sich zuversichtlich, dass die Verbandsgemeinde auch in den kommenden Jahren auskömmlich wirtschaften könne. Er verwies auf den geplanten Radwege- und Breitbandausbau sowie die Investitionen in die Zellertalschule samt ihrem Sportgelände. Besonders hob er weitere Investitionen für die Feuerwehr hervor. Die Wehr gehöre zu den Pflichtaufgaben und sei im ländlichen Raum nur ehrenamtlich organisiert finanzierbar.
Ein Film über den Veranstaltungsreigen im Jubiläumsjahr hatte den Neujahrsempfang im vollbesetzten Saal des Hauses Gylnheim eingeleitet. Ebenfalls traten die Symbolfiguren Göllheims, der Nachtwächter (Thomas Renk), der Gänsehirt (Werner Schlipp), der Gemeindediener (Thomas Dittrich) und schließlich Gründer und Namensgeber Gilo (Hermann Wapenhensch) auf. Mit musikalischen Darbietungen begeisterten der Musikverein (Leitung Jens Göngrich), der Männergesangverein (Leitung Doris Bender) und der Chor „Spirit in Motion“ (Leitung Christine Franz) das Publikum.