Donnersbergkreis
Göllheim: Dorffunk mit neuer Funktion
Nach erfolgreichem internen Stresstest im August ist der Dorffunk der Verbandsgemeinde Göllheim seit dem 1. September um eine Funktion reicher: den „Sag’s-uns-Kanal“. Die Nachfrage fällt bisher noch überschaubar aus, was die Verwaltung aber nicht überrascht.
„Die Bürger können sich darüber an die Verwaltung wenden und beispielsweise Mängel wie Schlaglöcher melden oder Vorschläge machen“, erklärt Julia Schauermann von der Verbandsgemeindeverwaltung Göllheim, die für das Projekt Digitale Dörfer zuständig ist. Der Kanal sei bisher jedoch sehr verhalten angelaufen. „Da haben wir durchaus mehr erwartet“, gibt Schauermann zu, auch wenn das nicht ganz überraschend sei. Schließlich habe man ähnliche Erfahrungen bei der Einführung der App „Dorffunk“ im März 2018 gemacht. „Da hat es auch etwas gedauert, bis es gut angenommen wurde.“
Das größte Problem sei, dass viele Bürger noch nicht genau wüssten, was die neue Funktion überhaupt sei und wie sie funktioniere. „Da müssen wir noch Aufklärungsarbeit leisten und wollen jetzt aktiver in die Werbung gehen.“ Die Befürchtungen der Verwaltung, dass dauerhaft und viele Beschwerden über den Kanal einlaufen, haben sich zumindest für die Anfangsphase nicht bestätigt. „Im Gegenteil, es kommen auch positive Rückmeldungen und Lob, etwa zur Organisation des Festumzugs zum Jubiläum“, ist Schauermann begeistert.
Informationsangebot für Bürger verbessern
Den „Sag’s-uns-Kanal“ kann man sich laut Schauermann wie eine Art Ticketsystem vorstellen. Dieses Ticket gehe dann in Form einer Meldung direkt an die Verwaltung. „Dadurch geht eine Info nicht verloren.“ Intern werde die Meldung an den entsprechenden Mitarbeiter verteilt. In der App gibt es drei verschiedene Kommunikationswege, die ähnlich wie Whatsapp funktionieren: einen internen Chat für die Verwaltung, sowie einen öffentlichen und einen geschlossenen Chat zwischen Bürger und Verwaltung.
Der „Sag’s-uns-Kanal“ soll laut Schauermann dazu beitragen, das Informationsangebot für die Bürger zu verbessern und die Kommunikation zwischen ihnen und der Verwaltung zu vereinfachen. Damit dies von Beginn an bestmöglich funktioniert, wurde im August ein interner Stresstest durchgeführt. Dabei haben die Mitarbeiter selbst reale Fälle eingestellt, um zu schauen, wie sich das intern am besten bearbeiten lässt – und um Fehler sowie Probleme sowohl organisatorischer als auch technischer Art aufzudecken. „Weil es recht schnell keine Fragen mehr seitens der Mitarbeiter gab, haben wir beschlossen, Anfang September zu starten“, blickt Schauermann zurück.
Auch in Verbandsgemeinde Eisenberg
Der große Wunsch ist es laut Schauermann, dass alle Meldungen und Rückmeldungen von Bürgern und Verwaltung über den gleichen Kanal laufen. Dazu gehöre auch, dass etwa Infos, die per Telefon oder Zuruf kommen, in den Kanal eingespeist werden. „Das ist im Moment leider noch nicht möglich“, sieht Schauermann noch eine Baustelle.
Die Verbandsgemeinde Göllheim ist gemeinsam mit den Verbandsgemeinden Eisenberg und Betzdorf-Gebhardshain seit 2015 Modellgemeinde des Forschungsprojekts Digitale Dörfer. Dabei wird getestet, wie etwa in den Bereichen Nahversorgung, Mobilität und Kommunikation das Dorfleben im Einklang mit der digitalen Welt vorangebracht werden kann. Auf Basis der bisher positiven Erfahrungen in Göllheim wurde der „Sag’s-uns-Kanal“ am 1. Oktober auch für den Dorffunk in der Verbandsgemeinde Eisenberg eingeführt.