Rockenhausen Friedhof: Zwei Beisetzungen in einem Wiesengrab

Auf den Friedhöfen in Rockenhausen und den Ortsteilen kann ein Wiesengrab auch mit zwei Urnen beziehungsweise einer Urne und ein
Auf den Friedhöfen in Rockenhausen und den Ortsteilen kann ein Wiesengrab auch mit zwei Urnen beziehungsweise einer Urne und einem Leichnam belegt werden. Die dafür fällige Gebühr ist nun festgesetzt worden.

Alternative Bestattungsformen sind mehr denn je gefragt – für die Kommunen einhergehend mit der Notwendigkeit, die rechtlichen Grundlagen zu schaffen und die Gebühren festzulegen. Das hat die Stadt Rockenhausen nun in einem speziellen Fall getan.

Dabei geht es um Wiesengräber – genauer gesagt um die Beisetzung zweier Urnen beziehungsweise einer Urne und eines Leichnams in einem Einzelgrab. Denn beim Erstellen der aktuellen Gebührensatzung für die Friedhöfe in Rockenhausen sowie den Ortsteilen Dörnbach und Marienthal im Jahr 2010 „wurde diese Kombination noch nicht berücksichtigt. Inzwischen wird sie aber verstärkt nachgefragt“, erläuterte Beigeordneter Sascha Schläfer (FDP) im Stadtrat.

Bislang sind in der Ordnung lediglich die Entgelte für ein einzelnes (1140 Euro) beziehungsweise ein doppeltes Wiesengrab (2600 Euro) aufgeführt. Dass Nutzer für Letzteres mehr als doppelt so viel zahlen, hängt mit der unterschiedlichen Nutzungsdauer zusammen: Ein Einzelgrab wird stets auf 30 Jahre, ein Doppelfeld auf 40 Jahre gerechnet.

Der Stadtrat hatte nun zu entscheiden, wie künftig die Zweifachbelegung eines Wiesengrabs berechnet wird. Zwei Varianten standen zur Wahl: Entweder man setzt die Hälfte der Gebühr für ein Doppelgrab an (1300 Euro), oder der Betrag für ein Einzelgrab wird von 30 auf 40 Jahre hochgerechnet. Auch auf Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses hat der Rat einstimmig für letzteren Vorschlag votiert und somit die Gebühr auf 1520 Euro festgesetzt.

Neukonzeption für Friedhöfe in Arbeit

Schläfer betonte zudem, dass aktuell die Satzung lediglich um diesen einen Punkt ergänzt werden sollte, weil im Zusammenhang mit der laufenden Neukonzeption der Friedhöfe ohnehin eine grundsätzliche Überarbeitung der Vorschriften erfolgen werde. Wie berichtet, hat die Stadt 2020 unter Begleitung eines Fachbüros mit einer perspektivischen Überplanung der Gelände für die nächsten 20 Jahre begonnen. Dabei sollen vor allem neuere Bestattungsformen, aber auch verschiedene Konfessionen berücksichtigt werden. Und dem Umstand Rechnung getragen, dass Friedhöfe zunehmend einen parkähnlichen Charakter bekommen. Darüber hinaus geht es aber beispielsweise auch um eine komplette Bestandsaufnahme in digitaler Form, um mit Hilfe einer speziellen Friedhofssoftware Verwaltungsprogramme effektiver gestalten zu können.

Timo Blümmert (SPD) erkundigte sich nach dem Stand in Sachen Konzeption, „man hat schon länger nichts mehr davon gehört“. Stadtbürgermeister Michael Vettermann entgegnete, es gebe einen „regen Austausch zwischen der Verwaltung und dem Büro“, das noch Daten benötige und derzeit auch geliefert bekomme. Allerdings seien die Pläne noch nicht soweit, dass demnächst eine öffentliche Informationsversammlung zu dem Thema anberaumt werden könne. Schläfer ergänzte, kürzlich seien an verschiedenen Stellen des Friedhofs Schürfungen vorgenommen worden, „um die Bodenbeschaffenheit zu prüfen. Es läuft also schon etwas im Hintergrund.“

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