Offenheim Forsthaus Vorholz hat wieder eine Zukunft

Ein trostloser Anblick: das leere Gebäude, in dem so viel entstehen sollte. Die VG will jetzt etwas daraus machen.
Ein trostloser Anblick: das leere Gebäude, in dem so viel entstehen sollte. Die VG will jetzt etwas daraus machen.

Kommt wieder Leben in das Forsthaus Vorholz? Die ehemalige Gaststätte im Wald zwischen Orbis und Offenheim stand 15 Jahre leer. Im Oktober beschäftigte sich die Verbandsgemeinde Alzey-Land mit Plänen, das Anwesen zu kaufen und wiederzubeleben. Jetzt ist die Entscheidung gefallen.

Wenn man „Forsthaus Vorholz“ googelt, bekommt man die Auskunft „vorübergehend geschlossen“. Allerdings besteht dieses „vorübergehend“ inzwischen aus gut 15 Jahren. Damals, 2005, ersteigerte ein Investor das Gebäude samt einem 8000 Quadratmeter großen Grundstück im Wald zwischen Orbis und Offenheim. Er hatte große Pläne damit. Ein Gastronomiebetrieb mit Platz für mindestens 250 Gäste samt Feierscheune sollte entstehen, zudem waren eine eigene Metzgerei und eine Bäckerei geplant. Damit hätte der Investor, ein Privatmann aus der Umgebung, einen Gastronomiebetrieb wiederbelebt, der vielen Menschen in der Region über Generationen ein Begriff war. Obwohl er sich auf rheinhessischer, nämlich Offenheimer, Gemarkung befindet, war er auch für Besucher aus dem Donnersbergkreis viele Jahre lang ein Magnet.

Allerdings blieb es bei diesen großen Plänen – mitten in den Arbeiten wurde im Wortsinn der Hammer fallengelassen. Neugedeckte Dachflächen kontrastieren seitdem mit moosbedeckten Ziegeln, frisch herausgeputzte und verfugte Sandsteinfassaden wurden von Buschwerk überwuchert, halbfertige Gebäudeteile krümeln im Rohbau vor sich hin, ein saalartiger Anbau wurde offenbar bei laufenden Arbeiten plötzlich verlassen. Auch das Kneippbecken, 2002 mit viel Enthusiasmus als Start und Endpunkt des Kneipp-Napoleon-Wanderwegs gebaut, steht leer.

Verbandsgemeinde meldet Interesse an

Doch dann, im Oktober 2021, deutete sich an, dass die Verbandsgemeinde Alzey-Land Interesse an der Immobilie hatte. Im Verbandsgemeinderat wurden Pläne diskutiert, das seit mehr als 15 Jahren leerstehende Forsthaus Vorholz zu kaufen und einer neuen Verwendung zuzuführen. Im Dezember fiel dann die Entscheidung: Mit einem Abstimmungsergebnis von 25 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen hat der VG-Rat den Kauf der Immobilie jetzt beschlossen. Der Kaufpreis für das Grundstück mit Gebäude beträgt laut VG 900.000 Euro. Der Kaufvertrag soll jetzt zügig unterzeichnet werden.

„Das Forsthaus Vorholz ist eine große Chance und gleichzeitig eine große Herausforderung. Wenn die Wiederbelebung gelingt, können vom Vorholz vielfältige positive Impulse für die ganze Region ausgehen. Allerdings müssen dafür unter anderem erste Arbeiten am Grundstück und Gebäude gemacht werden, das Konzept verfeinert und geeignete Partner gefunden werden. Es wartet viel Arbeit auf uns“, sagte Bügermeister Steffen Unger der RHEINPFALZ.

Erster Schritt: Schutz vor weiterem Verfall

In einem ersten Schritt soll das Gebäude so weit instandgesetzt werden, dass es vor äußeren Umwelteinflüssen geschützt ist. Außerdem soll von außen zugänglich neben einer öffentlichen Toilettenanlage auch ein Büro für den Ruheforst entstehen. Für den Außenbereich ist die Wiederinbetriebnahme des Kneippbeckens geplant. Auch soll ein Lernort für die Themen Klima- und Umweltschutz entstehen. „Für diese Maßnahme werden inklusive Kaufpreis und Nebenkosten 1,2 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt“, so Unger.

Für die konkrete Nutzung des Gebäudes und deren Realisierung soll jetzt von VG-Rat und Verwaltung ein Konzept erstellt werden. Insbesondere geht es dabei um die Gewinnung von Partnern oder Investoren. „Die besondere Lage und das große Potential des Gebäudes, sowie des gesamten Grundstücks machen das Forsthaus sehr interessant für die öffentliche Nutzung. Durch den Erwerb können wir die Naherholung und den Tourismus fördern. Wir können den angrenzenden Ruheforst unterstützen und mit einem grünen Klassenzimmer einen interessanten Lernort für unsere Schulen entstehen lassen. Außerdem wird dadurch die Zugänglichkeit des Grundstücks erhalten“, betont Unger.

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