Donnersbergkreis Familiäre Atmosphäre und ein Herz für (noch) unbekanntere Bands

Zwei Tage, 2500 Besucher: Das Metallergrillen auf dem ehemaligen Katzenbacher Sportplatz erwies sich auch im achten Jahr als Erfolg. Vor allem in einem Punkt können die Veranstalter punkten: Immer wieder lobten Besucher die familiäre Atmosphäre des Nordpfalz-Festivals. Und so manch einer ergänzte: „Da kann Wacken nicht mithalten.“
Organisationsleiter Alois Fuchs vom Förderverein der Rockmusik mit Sitz in Dielkirchen zog ein positives Fazit: „Die Anspannung in den letzten Stunden vor Beginn des Konzertes war doch enorm groß“, gab der erfahrene Organisator zu. Schließlich bringe das Festival einige Herausforderungen mit sich: auf der Bühne, in der Verkehrsregelung, an den Versorgungsstationen und auf den Campingplätzen. Zwischenfälle habe es keine gegeben. Die rund 170 Helfer hätten vorbildliche Arbeit geleistet. „Die Disziplin wird hier auf dem Veranstaltungsgelände groß geschrieben, und erfreulicherweise halten sich alle Besucher daran“, zollte Fuchs allen Beteiligten Lob. Die Gäste zieht es aus verschiedenen Gründen nach Katzenbach. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Musik nur eine Nebenerscheinung ist“, erzählte etwa ein Gast aus dem Odenwald. Vielmehr habe das Treffen unter Gleichgesinnten ohne Stress einen hohen Stellenwert. Auch die überschaubare Größe und die familiäre Atmosphäre des Festivals kam bei vielen gut an. Der 23-jährige Jonas aus dem Landkreis Kaiserslautern kennt das Metallergrillen bereits seit 2010 und ist mittlerweile auch zu Gast in Wacken und bei Rock am Ring. „Katzenbach ist nicht so groß wie diese Veranstaltungen, dafür trifft man Jahr für Jahr die gleichen Leute“, erzählte er. „Alle Altersgruppen sind vertreten und manchmal auch ein Vater mit der Tochter an der Hand.“ Hier erlebe er Musikgruppen, die noch nicht so bekannt sind, aber – da war er sich sicher – noch groß rauskommen werden. Zu den Gruppen, die über kleine Festivals wie das Metallergrillen zu mehr Bekanntheit kommen wollen, zählte die finnische Band „Battle Beast“, die den Schlusspunkt des Freitagsprogramms setzte. Nur wenige Töne brauchte es, bis sich das Publikum vor der Bühne zum Rhythmus bewegte. Schon früh hatten sich die Zuhörer am Nachmittag vor der Bühne versammelt – ein buntes Publikum, wie sich unter anderem an der Kleidung der Besucher zeigte. Während viele T-Shirts mit dem Aufdruck ihrer Lieblingsgruppe trugen, reichte das Kleidungsrepertoire anderer Gäste vom dirndlähnlichen Kleid über den langen Mantel oder den Schottenrock. Als besonders begeisterungsfähig erwiesen haben sich Besucher, die vom Evangelischen Diakoniewerk Zoar betreut werden. Der Veranstalter hat der Einrichtung 80 Eintrittskarten zur Verfügung gestellt. Gruppenleiter Dominik Naujox hat sich extra Zeit genommen, um die beeinträchtigten Menschen zu dem Konzert zu begleiten. „Hier wird Inklusion gelebt“, betonte der Nordpfälzer, der das Metallergrillen seit 2010 kennt und im Gespräch mit Alois Fuchs die Idee zu dieser vorbildlichen Initiative hatte. Naujox kennt kein anderes Festival, das sich speziell für Inklusion engagiert. Einer, der das Angebot in Anspruch nahm, ist Sascha Maus aus Alzey. Der 26-Jährige verbrachte das komplette Wochenende mit seinem Zelt auf dem Gelände. Für ihn sei es eine schöne Abwechslung zu seinem beruflichen Alltag in den Zoar-Werkstätten. Besonders freute er sich auf das „Sauerkrautrutschen“ am Samstag. Zwischen den fetzigen Klängen erlebten die Gäste immer mal wieder ein kleines Naturschauspiel: Die dichten schwarzen Wolken gaben den Mond für eine Weile frei. Mehrere Köpfe gingen nach oben, darunter der von Christian Franziskus Mundinger. Der 36-Jährige war aus Hohen-Sülzen angereist. Stolz zeigte er sich auf seinen Campingwagen, der ausgestattet ist mit einem Holzbett und einer Fotovoltaikanlage. Damit besuche er jede Menge Konzerte – von Wacken über das With Full Force-Festival bis hin zu Katzenbach. „Ich liebe diese Veranstaltung wegen ihrer familiären Atmosphäre und weil sie frei von Kommerz ist“, sagte Mundy, wie er liebevoll genannt wird. „Letzte Woche traf ich in Wörrstadt Sonja aus dem Odenwald“, sie werde er hier in Katzenbach wiedersehen, berichtete er. Kurz darauf lagen sie sich in den Armen. Die 33-Jährige aus dem hessischen Reichelsheim zeigte sich überwältigt von der Atmosphäre. Angetan hatten es ihr die räumliche Nähe von Bühne, Campingbereich und Verkaufsständen sowie die herrliche Natur. Derweil hatte die nächste Band die Bühne erobert – die Fans rückten näher heran. Darunter Marco, der hier einen Teil seines Urlaubs mit Freunden verbrachte. Der 18-Jährige kennt sich gut aus in der Szene, hat schon viele Festivals besucht. „Aber dieses Metallergrillen ist jedes Jahr wieder etwas Besonderes. Die Besucher sind in all den Jahren zu einer großen Familie zusammengewachsen – es ist einfach schön“, so der Ulmer. Eine Ansicht, die viele Besucher teilen.