Donnersbergkreis „Es wird mehr gekniffelt als geknuddelt“

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ROCKENHAUSEN. Mittlerweile gibt es praktisch zu jedem Datum einen oder mehrere Gedenk- und Aktionstage. Beispiel gefällig? Am heutigen Samstag „feiern“ wir den Tag der Jogginghose, des Eichhörnchens, des Müsliriegels – und des „Knuddelns“. Letzterer ist 1986 in Amerika eingeführt worden: Die Initiatoren waren der Ansicht, dass Gefühle zeigen aus der Mode gekommen sei und sich viele Menschen nicht mehr trauten, ihre Zuneigung auch körperlich zu zeigen. Wie halten’s die Nordpfälzer mit dem Knuddeln? Das hat unsere Praktikantin Tina Nickel Passanten vor der Bäckerei Kuhn in Rockenhausen gefragt.

Einen hohen Stellenwert nimmt das „Knuddeln“ zu Hause bei Carolin Lamnek ein: Ob mit ihren Kindern, ihrem Mann oder dem Hund – in dieser Hinsicht fühlt sich die 40-Jährige aus Gundersweiler gründlich versorgt. „Auf jeden Fall meine Kinder und meinen Mann“, antwortet sie auf die Frage, wenn sich zum heutigen Aktionstag gerne in den Arm nehmen würde. Ob heutzutage generell zu wenig gekuschelt wird? „Gerade in sozial schwachen Familien kommt so etwas mit Sicherheit vor“, vermutet Lamnek. Keinen Nachholbedarf in dieser Hinsicht hat Sabrina Koppelt – dafür sorgt schon alleine der kleine Luca, den sie bei der Umfrage dabei hat und der sich als leidenschaftlicher Knuddler entpuppt. Auch sie hält dieses Thema für sehr wichtig – wobei zu Hause bei der 36-Jährigen eigentlich jeden Abend „Knuddeltag“ ist: „Wir machen das immer vor dem Schlafengehen“, so die zweifache Mutter – folglich wird auch heute bei der Rockenhausenerin daheim mit den Kindern geschmust. Auch bei Familie Faubel gibt es einen eifrigen Kuscheler – alllerdings handelt es sich dabei um einen Vierbeiner. Heidi Faubel gesteht dagegen, selbst „nicht so der Knuddler“ zu sein – trotzdem misst auch die 55-Jährige dem Zeigen von Gefühlen und Zuneigung durchaus Bedeutung bei, „auch wenn ich das selbst nicht so viel mache“. Zum heutigen Anlass will die Mörsfelderin daher mit ihrem Ehemann und ihrem Hund knuddeln. „Das Knuddeln ist unter sozialen und familiären Aspekten sehr wichtig“, sagte Uwe Naumann. Der 59-Jährige würde heute anlässlich des Aktionstages gerne eine Kollegin umarmen. Auch beim Rockenhausener steht das Thema „Knuddeln“ zwar nicht ganz oben auf der Liste, doch wie die anderen hält er es für wichtig: „Auf jeden Fall – es wird mehr gekniffelt als geknuddelt.“ Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, hat er die Fragenstellerin und Fotografin der RHEINPFALZ gleich mal umarmt. „Körperliche Nähe zeigt Zuneigung – und Zuneigung ist gerade in schwierigen Situationen immer schön. Dann hilft es, wenn man jemanden in den Arm nehmen kann“, betont Sören Damnitz. Auf die Frage, wer in seiner Familie der größte Knuddler ist, antwortete der Winnweilerer: „Im Zweifelsfall bin ich es.“ Wird heutzutage generell zu wenig geknuddelt? Auf diese Frage meint der 33-Jährige: „Also in meiner Familie nicht – wie es in anderen Familien ist, das weiß ich nicht.“ |red

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