Tischtennis
Es hagelt auch Kritik für Saisonfortsetzung in der Oberliga
„Ich finde es richtig, denn in den unteren Ligen geht es ja meistens nur um den Spaß“, sagt Thomas Kolbin, Spieler des Pfalzligisten TTC Winnweiler. Er verweist auch darauf, dass in den höheren Spielklassen durchaus bereits Geld verdient wird. So werden ab den Oberligen, jedenfalls aber ab der Regionalliga zumeist „Bezahlspieler“ engagiert.
Eine Wahl, ob und wer weiter spielt, haben die Akteure allerdings nicht. Entgegen anderer Verbände, die bei Einvernehmlichkeit beider Teams Spiele zulassen, hat der PTTV und auch der DTTB strikte Vorgaben gemacht. Doch ein Abschluss einer Saison bleibt zumindest dann verwehrt, wenn ein Team in einer Spielklasse nicht bereit ist zu spielen. Die seit Ende November geltende Aussetzung des Spielbetriebs in den Pfalz-Spielklassen, die vorerst bis zum Ende des vergangenen Jahres begrenzt war, wird auch noch den gesamten Januar fortgeführt. Dies hat der PTTV in einer Sondersitzung vor einigen Tagen beschlossen.
Spiele könnten später nachgeholt werden
In einem Schreiben auf der Internetseite des PTTV weist dieser darauf hin, dass neben allen Meisterschafts- und Pokalspielen auch die Individualwettbewerbe vorerst nicht stattfinden werden. „Die Individualturniere im Jahr 2022 werden nach Möglichkeit wie terminiert durchgeführt, sofern sich die Situation, wie wir alle hoffen, bis dahin stabilisiert hat.“ Unter Einhaltung der 2G-plus-Regel für alle Teilnehmer und Trainer solle jedoch an den Trainingsstützpunkten des PTTV trainiert werden.
„Wir werden versuchen, zumindest alle Vorrundenspiele nach dem 31. Januar 2022 so früh wie möglich zu spielen, um mindestens eine Wertung zu ermöglichen. Natürlich ist es unser Bestreben die Rückrunde, wenn auch zeitversetzt zu spielen. Die Pokalrunde könnte auch zeitversetzt im Jahr 2022 gespielt werden“, so der PTTV, der jedoch immer die aktuellen Entwicklungen im Blick habe.
Unterbrechung im Hobbybereich sinnvoll
Kolbin hat für die Verlängerung der Spielunterbrechung Verständnis: „Über die Liga, ab wann weitergespielt werden darf, kann man sich natürlich streiten. Aber im Prinzip finde ich es gut, dass der Sport im Hobbybereich erst mal pausiert, bis sich die Lage hoffentlich gebessert hat“, sagt er, während pfalzweit auch verschiedentlich die Weiterführung der Saison gefordert, größtenteils aber Verständnis für die Entscheidungen des PTTV gezeigt wird.
Anders als der PTTV reagiert der DTTB. Mit Sonderregelungen will dieser weiter spielen. Abgesehen von der Oberliga Mitte der Damen, spielen die weiteren Ligen „regulär“ weiter. „In allen Bundesspielklassen können Spiele der Vorrunde über den festgesetzten letztmöglichen Spieltag der Vorrunde hinaus verlegt werden“, teilt der DTTB mit. Vorrundenspiele, die üblicherweise bis zum Jahreswechsel bestritten werden, können noch bis Ende Januar nachgeholt werden. Im Übrigen gelten die Bestimmungen, die durch die Bundesländer erlassen wurden. Das kann zu unterschiedlichen Regelungen für die Vereine aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz führen.
TSG Zellertal muss am Wochenende spielen
Bereits am 15. und 16. Januar steht ein Doppelspieltag für die TSG Zellertal auf dem Programm. Am Samstag spielen die TSG-Damen in Windhagen, Sonntag beim TTC Mülheim-Urmitz/Bhf II. „Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn in der Oberliga wie beim PTTV die Runde mal unterbrochen worden wäre und man Ende Januar geschaut hätte, wie es mit den Corona-Zahlen aussieht“, meint Silke Ermel. „Man könnte die Runde einfach ein bisschen verlängern. Es kann doch auch im Mai noch gespielt werden unter den jetzigen Verhältnissen“, bekräftigt die Zellertaler Mannschaftsführerin. Sie habe Verständnis dafür, dass in all jenen Ligen, in denen Vereine Spieler unter finanziellen Anreizen anheuern, weiter gespielt wird, jedoch nicht in den Oberligen oder den Spielklassen darunter. Nach den Spielen am kommenden Wochenende folgt für die TSG eine rund vierwöchige Spielpause, die danach gleich dreimal in Folge, innerhalb einer Woche, in eigener Halle spielt. Ob das dann ein Spielen-Dürfen oder ein Spielen-Müssen ist, bleibt offen.