Donnersbergkreis „Erstklassiger Ohrenschmaus“

Vor allem Pop- und Musicalarrangements hatten Chor und Orchester als gemeinsame Stücke ausgewählt – und wussten so beim Publikum
Vor allem Pop- und Musicalarrangements hatten Chor und Orchester als gemeinsame Stücke ausgewählt – und wussten so beim Publikum zu punkten.

«Winnweiler.»Selten nur sah man im Festhaus Winnweiler eine so große Bühne wie am vergangenen Sonntag. Dass diese so üppig ausfiel, hatte einen guten Grund: Ein Chor, ein Piano und ein Orchester mussten darauf Platz finden. Mit den Worten „Chorgesang meets orchestrale Klänge“ hatte der Gesangverein Höringen das Konzert „Hörmonists meet The Chambers“ angekündigt. Gespannt erwarteten um 17 Uhr 150 Besucher im gut besetzten Festhaus, was dieser Abend bringen würde. Drei Stunden später war klar: Es war ein echter Ohrenschmaus.

Nach dem erfolgreichen Konzert mit Kelly-Family-Kopf Kathy Kelly 2016 beschloss der Verein, eine weitere Zusammenarbeit mit der Agentur der Pop-Sängerin und eine neue Art von musikalischer Symbiose einzugehen: Chorgesang und orchestrale Musik sollten auf überraschende und stimmige Weise kombiniert werden. Dabei hat sich der Verein aus Platzmangel in der eigenen Ortsgemeinde zum zweiten Mal das Festhaus Winnweiler als Veranstaltungsort ausgesucht, was Bürgermeister Rudolf Jacob sehr begrüßte. Unter der Leitung von Chorleiterin Melania Popescu und mit Pianistin Jan Jan eröffnete der gemischte Chor „Hörmonists“ des Gesangvereins den Abend mit vier Stücken. Neu im Repertoire war „Don’t cry for me, Argentina“ aus dem Musical Evita, dessen Wechselspiel aus leisen, emotionalen Momenten und beschwingtem Tango die Zuschauer zu begeistertem Applaus verleitete. Nach dieser Eröffnung war es am „Kammerorchester der Nationen“, seine Virtuosität unter Beweis zu stellen – was mehr als gelang. Der Name des weltweit angesehenen Orchesters ist Programm: Es setzt sich aus Musikern verschiedenster Herkunft zusammen, unter anderem kommen die Musiker aus Rumänien, Russland, Kasachstan und Korea. Fast jeder der Berufsmusiker konnte mit einem Solo glänzen. Gemeinsam ließen sie mit den unterschiedlichen Arrangements so manchen Zuschauer eine ungeahnte Liebe zur klassischen Musik entdecken. Besonderen Anklang fand die „Rumänische Rhapsodie“ von Christian Malcoci, die den Zuhörer auf eine bunte Reise durch beschwingte, getragene, verspielte und herzergreifende Melodien schickte. Als Zugabe heizte das Kammerorchester dem Saal mit dem Beatles-Schlager „Eleanor Rigby“ ein und zeigte so zum Ende eine völlig andere Facette der Orchestermusik. Als gemeinsame Stücke hatten Chor und Orchester vor allem Pop- und Musicalarrangements ausgewählt. Bei den gemeinsamen Auftritten mit dem Kammerensemble konnten die Sänger mit kraftvollen Balladen punkten. So präsentierten sie in der ersten Hälfte des Konzerts Enyas getragenes „Only time“ sowie das gefühlvolle „You raise me up“. Besonderen Gänsehautfaktor hatte das epische „Conquest of Paradise“, das den Höhepunkt am Ende des Konzerts darstellte, gefolgt von „Time to say goodbye“, mit dessen explosionsartigen Klängen die Gäste verabschiedet wurden. Erfüllt von den Melodien dieses Abends, verließen die Gäste gegen 20 Uhr den Konzertsaal. Auch Neulinge bei den Veranstaltungen des Vereins beteuerten, dass das Konzert sein Eintrittsgeld wert gewesen sei. Traudel Lanzer aus Winnweiler sprach von einem „echt erstklassigen Ohrenschmaus“ und wünschte sich: „Hoffentlich ist es bald wieder soweit, dass die Hörmonists ein weiteres Konzert geben. Ich bin auf alle Fälle wieder dabei!“ Als Höhepunkt betrachteten viele Zuhörer die virtuosen Panflöten-Klänge von Chambers-Solist Ion Malcoci. Einen Vorschlag für kommende Konzerte hatten einige Besucher aber auch parat: Die Hörmonists sollen beim nächsten Mal mehr in den Vordergrund rücken. „Ich hätte gerne mehr Lieder gehört, die der Chor alleine singt. Der ging im zweiten Teil des Konzerts etwas unter“, monierte Alice Scheidel aus Höringen. Ein kleines Manko eines sonst rundum gelungenen Abends.

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