Donnersbergkreis Erfahrung zahlt sich aus
«Zellertal.» Nein, dramatisch abgebaut hat das neu formierte Team nicht – diese Erkenntnis reift nach nur einem Spieltag: Die TSG Zellertal, im Frühjahr Oberliga-Meister, zermalmte am Samstag den vorjährigen Spitzenklub TSG Heidesheim zum Auftakt 8:3. Einen furiosen Einstand im Zellertaler Trikot lieferte die Leimersheimerin Anneli Heintz. Dreimal ging sie über fünf Sätze, dreimal wahrte sie die Nerven. Das ist Routine! Neben sich stand der TTC Winnweiler im saarländischen Heusweiler.
Motivation beflügelt. Anneli Heintz weiß das seit Samstagabend nur zu gut. 17 Jahre lang schlug sie für den TTC Germersheim auf, jetzt feierte sie ihr Debüt in neuem Dress. Und da habe sie sich keine Blöße geben wollen, lachte sie auf. „Beim Auftakt in einem neuen Verein will man nicht gleich mit 0:2 in die Saison gehen. Das hab’ ich mir davor ja auch vorgenommen“, erzählte sie strahlend. Heintz gewann alles: mit Sabine Becker das Doppel, gegen Carolin König, gegen Natalia Winter. Nicht irgendwie siegte sie, sondern dreimal 3:2. Hinten hatte sie immer einen in petto – Nerven wie Drahtseile. „Die Spiele hätten genauso gut andersrum ausgehen können“, befand Heintz. Mal wieder in der Erfahrung lag wohl der feine Unterschied zwischen Pfalz und Rheinhessen. Im Vorjahr, als Heidesheim lange oben thronte, war das bereits so. „Die Mädels hätten meine Töchter, wenn nicht sogar Enkelinnen sein können“, scherzte die neue Zellertalerin. Auch Kapitänin Silke Ermel und Ass Sylke Bayer erwischten einen Sahnetag. Es zeigte sich prompt: Nach gravierenden Umstellungen harmoniert die TSG vom ersten Aufschlag weg. Der Meister lässt sich nicht leicht aus der Ruhe bringen ... Punkte TSG Zellertal: Bayer/Ermel, Becker/Heintz, Bayer 2, Ermel 2, Heintz 2. DJK Heusweiler – TTC Winnweiler 8:1. In der Ursachenforschung stotterte es. Etwas Ratloses hatte die Suche nach den Gründen. Katharina Dinges grübelte, ohne Ergebnis. „Vielleicht hatten wir einfach einen schlechten Tag“, mutmaßte die Winnweilerer Top-Frau nach der herben Klatsche im Saarland. Nicht mal annähernd lugte ihr TTC nach einem Remis – nur Tanja Schultz gelang durch ein 3:0 gegen Kinga Braun der Trostpunkt. Nach knackigen eineinhalb Stunden konnten in der Heusweilerer Halle wieder die Tische hochgeklappt werden. „Die zwei Neuen vornedrin sind schon nicht schlecht“, sagte Dinges über die DJK-Transfers Sarah Badalouf und Isabelle Schütt. „Ruckzuck steht es 0:4, und dann hat man irgendwie schon keinen Bock mehr. Es lief einfach nicht.“ Dinges und Angela Radetz treten spielerisch momentan auf der Stelle und rennen der Normalform hinterher, Marcella Franck, zum Auftakt megastark aufgelegt, fehlte. Eigentlich ist dem TTC ein Platz unter den ersten Vieren zuzutrauen – Dinges spricht davon, nicht in den Abstiegskampf zu trudeln. Punkt TTC: Schultz.