Donnersberger Literaturtage
Elena Hartmann bei Wettbewerb ausgezeichnet – Sechs weitere Preisträger aus Kreis
Normalerweise kennen die Donnersberger die Börrstadterin Elena Hartmann seit Jahren in ihren Sportklamotten und über die Hürden sprintend. 2019 wurde sie Vierte bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im 400-Meter-Hürdenlauf. Nun hat sich gezeigt, dass sie auch noch ein anderes Talent besitzt: das Schreiben. Mit ihrer Kurzgeschichte „Handle Weise“ wurde sie am Freitag dritte bei dem Wettbewerb der Donnersberger Literaturtage „Schüler als Autoren“.
In ihrem Text erzählt Elena Hartmann, Schülerin des Wilhelm-Erb-Gymnasiums (WEG), über die Aussichtslosigkeit, die Erde zu retten: Das Universum will Gott eine neue Aufgabe geben. Er kann sich für einen Planeten entscheiden, auf dem alles perfekt ist, oder für einen, auf dem Krieg herrscht, die Menschen sich gegenseitig schaden und den Planeten ausbeuten. Gott soll bei seiner Wahl weise handeln.
Von lustig bis ernsthaft
Deswegen wählt er den „schlechten“ Planeten, weil er dort noch etwas erreichen, Hoffnungsträger sein kann. Das Universum ist damit gar nicht einverstanden, sagt, dieser Planet sei doch schon verloren. Aber Gott bleibt bei seiner Wahl, vielleicht kann er dem Universum ja doch zeigen, dass es falsch gelegen hat. Eigentlich wollte die 19-Jährige, die schon seit jungen Jahren Geschichten schreibt, etwas ganz anderes für den Wettbewerb einreichen, aber am Ende kam dieses Werk dabei heraus.
Von lustigen Themen, wie einer Videokonferenz der Götter, über Gedichte bis zu ernsthaften Themen wie sexuelle Übergriffe, Selbstmord, den Nationalsozialismus, Beziehungen zu Partnern oder den Eltern, war ein großes Spektrum geboten. Das beeindruckte auch die rheinland-pfälzische Kulturministerin Katharina Binz, die zur Lesung und Preisverleihung ans WEG gekommen war.
Sechs weitere Preisträgerinnen aus dem Kreis
„Das ist eine besondere Veranstaltung, ihr könnt stolz auf eure Preise sein“, gab sie den Schülern mit. Besonders gut gefiel ihr das Motto „Zwischen den Stühlen“, weil es gut in die Corona-Pandemie und zu den Schülern passe: Auf der einen Seite will man seine Freunde treffen, auf der anderen Seite Distanz wahren, und nach der Schule sitze man zwischen den Stühlen, weil es so viele verschiedene Möglichkeiten für die Zukunftsgestaltung gebe.
Sieger des Wettbewerbs und damit Gewinner des Susanne-Faschon-Preises wurde Georg Wolf aus Sulzheim. Der 18-Jährige besucht die zwölfte Klasse des Elisabeth-Langgässer-Gymnasiums (ELG) in Alzey. In seiner Kurzgeschichte „Zwischen den Stühlen“ erzählt er von einem Flüchtling, der seinen alten Bürostuhl vermisst und jetzt gerade auf einem klapprigen Stuhl in Deutschland darauf wartet, ob er bleiben darf. Zweite wurde Patricia Turek von Burggymnasium in Kaiserslautern mit der Geschichte „Innenleben“, die sie ihrer besten Freundin gewidmet hat, die vor drei Jahren verstorben ist.
16 Schulen aus ganz Rheinland-Pfalz haben sich im Jahr 2021 an dem Wettbewerb beteiligt, 62 Werke wurden eingereicht, berichtete Thomas Mayr, Vorsitzender des Donnersberger Literaturvereins. Davon 51 in Prosa und elf Gedichte. Nur zwei Einreichungen kamen von männlichen Teilnehmern. Vom Donnersbergkreis wurden noch vier weitere Schülerinnen des WEG und zwei Schülerinnen der IGS Eisenberg ausgezeichnet.
Die Preisträger
1. Platz (Susanne-Faschon-Preis): Georg Wolf (ELG)
2. Platz: Patrizia Turek (Burggymnasium)
3. Platz: Elena Hartmann (WEG)
Weitere Plätze: Jana Meister (IGS Eisenberg), Louise Zimmermann (IGS Eisenberg), Miriam Weber (WEG), Lara Hasselbach (ELG), Alida Neff (ELG), Angelina Marie Wind (Paul-Gillet-Realschule Landau), Ragna Krebs (WEG), Maja Janz (WEG), Lena Knieriemen (Burggymnasium), Lilli Knoll (WEG)
Schreibkreativste Schule: ELG Alzey