Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Eisenberg/Winnweiler: Ab Dienstag wird in Eigenregie geblitzt

Ab Dienstag wird in Eigenregie geblitzt: Marcus Schmidt (Ordnungsamt), Winnweilers Bürgermeister Rudolf Jacob, Eisenbergs Bürger
Ab Dienstag wird in Eigenregie geblitzt: Marcus Schmidt (Ordnungsamt), Winnweilers Bürgermeister Rudolf Jacob, Eisenbergs Bürgermeister Bernd Frey und Dennis Kandziora (Ordnungsamt) (von links), präsentieren die neue mobile Blitzeinrichtung. Foto: Dell

Ab Dienstag ist es soweit: Die Verbandsgemeinden Eisenberg und Winnweiler werden in Eigenregie blitzen. Damit will man das Raser-Problem in den Griff bekommen, dass die Kommunen seit langer Zeit umtreibt. Nicht nur Schnellfahrer müssen jetzt aufpassen.

Auf einen Blitz folgt üblicherweise kurz danach ein Donnerschlag. Wenn es demnächst im Bereich der Verbandsgemeinden Eisenberg und Winnweiler blitzt, muss es aber nicht zwangsläufig auch donnern, sondern es kann nach ein paar Tagen ein amtliches Schreiben mit einem Bußgeldbescheid im heimischen Briefkasten landen. Konkret: Ab Dienstag kommender Woche übernehmen die beiden Verbandsgemeinden neben der Kontrolle des ruhenden auch die Kontrolle des fließenden Verkehrs. Und die bisherigen Schnellfahrer sollten künftig ihr Tempo noch mehr den vorgeschriebenen Geschwindigkeiten anpassen, sonst kann´s teuer werden.

Aber: Es gehe nicht um „Abzocke“ der Autofahrer, sondern um Prävention und Sicherheit im Straßenverkehr. Das betonen übereinstimmend die beiden Bürgermeister Bernd Frey (SPD), Eisenberg, und Rudolf Jacob (CDU), Winnweiler, bei der Vorstellung des Messgerätes im Hof des Eisenberger Rathauses. Kosten des Gerätes einschließlich der speziellen Software: rund 60.000 Euro.

Zwei Jahre Vorlaufzeit

Nach zwei Jahren Vorlauf ist nach einem umfangreichen Genehmigungsverfahren durch die Landesbehörden das mobile Gerät, das aus einem Fahrzeug oder auch separat vom Straßenrand aus funktioniert, zur Kontrolle der Geschwindigkeit nun einsatzbereit. Vorausgegangen ist eine fachliche Schulung des Bedienungspersonals. Neben den fünf Mitarbeitern des Eisenberger Ordnungsamtes nahm auch ein Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Winnweiler an der Ausbildung teil, um in seinem Bereich bei Bedarf einsetzbar zu sein, so Rudolf Jacob. Grundsätzlich liegt die Federführung der Geschwindigkeitsmessungen aber in Händen des Eisenberger Ordnungsamtes, so Bernd Frey.

Insgesamt 60 feste Messpunkte gibt es bisher in der VG Eisenberg, rund 30 in der VG Winnweiler, erläuterten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Marcus Schmidt und Dennis Kandziora. Diese Punkte könnten jedoch bei Bedarf erweitert und zur Rechtssicherheit entsprechend dokumentiert werden. Um Missverständnissen vorzubeugen: Innerhalb der Ortschaften können an allen Straßen, also auch Bundes- und Landstraßen, Kontrollen durchgeführt werden. Angehalten werden die betroffenen Verkehrsteilnehmer aber nicht, sie werden auf dem Postweg von ihrem Fehlverhalten in Kenntnis gesetzt.

Geblitzt wird rund um die Uhr

Die Geschwindigkeitskontrollen werden künftig auch außerhalb der üblichen Dienstzeiten der Verwaltung durchgeführt, sodass eigentlich „rund um die Uhr“ damit gerechnet werden müsse, so Bürgermeister Frey zum präventiven Aspekt der Kontrollen. Rudolf Jacob lobt dabei die „grenzübergreifende“ Zusammenarbeit der beiden Verbandsgemeinden, verbunden mit dem Synergieeffekt, dass Personal und Gerät nur einmal vorzuhalten sind. Jacob kann sich darüber hinaus auch eine Zusammenarbeit bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs vorstellen.

Die VG Göllheim, deren Mitarbeit im Vorfeld des Verfahrens ebenfalls im Gespräch war, werde vielleicht zunächst einmal schauen, „wie´s bei uns läuft“, so Frey. Der Einstieg weiterer Kommunen sei jederzeit möglich, betont der Eisenberger Bürgermeister.

Und zum Schluss noch der Hinweis für die motorisierten Verkehrsteilnehmer: Geblitzt werden nur die entgegenkommenden Fahrzeuge, blitzen muss es aber nicht immer, da das hochsensible Gerät unter Umständen auch in der Dämmerung ohne Verstärkung auskommt. Außer den Schnellfahrern können außerdem Am-Steuer-Telefonierer und Nicht-Angeschnallte ins Visier genommen werden. Und alle Betroffenen erhalten dann bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung einen entsprechenden Bescheid über Kosten, Punkte auf dem Konto in Flensburg oder ein Fahrverbot.

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