Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Eisenberg: Bürgerdialog zum Dorffunk gut besucht

Der Dorffunk wartet mit neuen Einstellungen auf, um die Privatsphäre besser zu schützen.
Der Dorffunk wartet mit neuen Einstellungen auf, um die Privatsphäre besser zu schützen.

40 Bewohner aus der Region, vorwiegend aus Eisenberg, Kerzenheim und Göllheim haben sich am Mittwoch am Bürgerdialog zum Dorffunk beteiligt. Insgesamt nutzen in der Verbandsgemeinde Eisenberg mittlerweile rund 1500 Menschen die App auf einem mobilen Endgerät, weitere 800 in der Verbandsgemeinde Göllheim.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich vorwiegend die Eisenberger recht rege am Dialog im Dorffunk beteiligen“, sagt Marie-Luise Selzer, die bei der Verbandsgemeinde Eisenberg für die Betreuung des Dorffunks und des Projekts Digitale Dörfer insgesamt zuständig ist. „Die Kommentarfunktion und überhaupt die Angebote, die mit der App unterbreitet werden, finden hier deutlich mehr Interesse, und das obwohl wir auch im Bereich Göllheim immer wieder Werbung für die Teilnahme am Projekt machen“, so Selzer weiter.

Thematisch ging es beim Bürgerdialog, der sehr offen gehalten war, und bei dem sich die Besucher an verschiedenen Stationen mit den Mitarbeitern der Verwaltung und des Fraunhofer-Instituts unterhalten konnten, um ergänzende Beratung zu Nutzung, Erstanmeldung und Hilfen bis hin zu Ideen und Änderungswünschen für die App. „Uns wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Menschen bei aller Digitalisierung auch real zusammenzubringen“, sagt Selzer. Auf diese Weise seien die Bürger in den Dialog eingetreten, die sich bislang nur als Nutzer kannten. So habe etwa ein Teilnehmer beim Zusammentreffen mit einem anderen festgestellt: „Ach, Sie waren das mit dem Wildschwein am Haus“.

Viele neue Ideen

Zudem habe es einige Ideen gegeben, für welche Zwecke der Dorffunk noch genutzt werden könnte. Eine Teilnehmerin überlege, Hilfe für alte Menschen in Rosenthal anzubieten. Eine andere Teilnehmerin wolle etwas für die Umwelt tun, beschreibt Selzer die Ergebnisse der Veranstaltung. Drei Termine, die im Lauf des Nachmittags und Abends am Mittwoch stattgefunden haben, konnten genutzt werden, um sich zu informieren oder Vorschläge zu machen.

Gelobt worden sei der direkte Kontakt in die Verwaltung über den „Sag’s uns“-Kanal. Es standen zudem Themen zur Diskussion, wie man fördern kann, dass der Dorffunk für sinnvolle Kommunikation genutzt wird. Jüngstes Beispiel hierfür seien die Informationen der Eisenberger Feuerwehr zum Sturm Sabine am Wochenende gewesen, was die meisten Teilnehmer lobten. Wenig erfolgreich war hingegen die Idee einer Mitfahrer-Zentrale, es habe nur wenige Anfragen von Menschen gegeben, die eine solche Gelegenheit gesucht hätten, meist habe sich allerdings auch keine passende Chance für eine Fahrt zum gewünschten Ziel gefunden. Bemängelt wurde die Datenflut, die teils von der App ausgeht, wenn alles mitgelesen wird. Dafür wurden jetzt Schalter eingebaut, mit denen der Nutzer festlegen kann, auf welche Nachrichten er reagieren will und welche er überhaupt empfangen möchte.

Vereine ins Boot holen

Gewünscht wird von den Bürgern, dass mehr Vereine für die App gewonnen werden und der Nutzerkreis größer wird. Außerdem wurde angeregt, dass alte Beiträge gelöscht werden und die verschiedenen Kategorien im Dorffunk klarer benannt werden. Auch das Thema Verifizierung bei der Anmeldung, um besser vor unerwünschter Nutzung der Anwendung zu schützen, sei von einigen Teilnehmern angesprochen und diskutiert worden, führt Selzer weiter aus. Leider komme es auch immer wieder zu unerwünschten Effekten wie Beleidigungen durch einzelne Nutzer. Deshalb werde derzeit geprüft die Schwelle zur Nutzung höher anzusetzen, von Nutzern mehr Daten zu fordern, um diese erkennbarer zu machen.

Zwei Teilnehmer kamen aus Hettenleidelheim und würden die App auch gern dort einführen. Damit dies in der Zukunft vielleicht Realität werden kann, hat das Land die Förderung für das Projekt Digitale Dörfer verlängert. Für die Verbandsgemeinden Eisenberg und Göllheim stehen weitere 60.000 Euro bereit, das Fraunhofer-Institut bekommt für das Projekt weitere 100.000 Euro vom Land.

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