Saisonbilanz
Eine fast perfekte Basketball-Saison für den TV Kirchheimbolanden
Den Pfalz-Pokal gewonnen, die Meisterschaft nur knapp verpasst. Als „Landesliga-Vize“ und Cup-Champion blickt der TV Kirchheimbolanden auf eine erfolgreiche Saison. Der „eingeschworene Haufen“ will weiter auf der Erfolgswelle reiten.
„Ich bin megastolz auf diese tollen Jungs, eine echte Einheit, eine starke Truppe. Auf und abseits des Spielfeldes. Eine starke Saison. Ich bin glücklich“, strahlte die langjährige TVK-Trainerin Eva-Maria Krause-Lott im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Sie wirkte gelöst und erleichtert, dass nach dem knapp verpassten Landesliga-Titel die gute Runde ihr Happy End fand. Mit einem starken Auftritt bei der Pokalendrunde und zwei Top-Leistungen im Halbfinale und Endspiel. Alles vor heimischer Kulisse in der Kleinen Residenz. Besser hätte man das Drehbuch nicht schreiben können, meinte „Kibos“ starke Frau an der Seitenlinie.
Pokalsieg als Sahnehäubchen
„Da hat total viel gepasst. Auch in der Landesliga. Es gab eben mit dem 1. FC Kaiserslautern II eine Mannschaft, die besser war als wir und verdient als Erster durchs Ziel ist. Gerade im Heimspiel gegen Lautern sahen wir, dass nicht viel fehlte. Wir führten lange. Es waren nur Nuancen am Ende. Wir als Zweiter dominierten in den restlichen Spielen die Liga. Nur einmal stimmte Einstellung und Leistung nicht, nur einmal riefen wir nicht unser wahres Potenzial ab – bei der Niederlage in Ludwigshafen. Ansonsten können wir den Haken an diese gute Saison machen“, erzählte Krause-Lott und nennt in einem Atemzug gleich das Sahnehäubchen der Saison, das viel mehr als ein Trostpreis für sie sei: „Der Pokalerfolg bedeutet mir sehr viel. Das ist ein schöner Wettbewerb und ein tolles Gefühl, wenn du zu den vier besten Pfälzer Teams zählst. Und dann das Ding am Ende noch mit den eigenen Fans im Rücken gewinnst – einfach der perfekte Saisonabschluss!“
Bestmarke für den TV Kirchheimbolanden
„Kibos“ Korbjäger feierten in der Landesliga eine Bestmarke, auf die Krause-Lott viel Wert legt: Die Abwehr. Keiner sonst verteidigte so intensiv und effizient wie der TV Kirchheimbolanden. Durchschnittlich nur 62 Gegentreffer ließen die TVK-Cracks pro Match zu und schafften es als einzige Mannschaft, unter der 1000-Punkte-Marke bei Gegentreffern zu bleiben. Selbst Meister FCK II war da großzügiger unterwegs mit 67 Gegentreffern im Schnitt.
TVK – eine Mannschaft ohne Stars
Zwei weitere Tugenden sind Krause-Lott wichtig: Auf die Jugend zu setzen und sie sichtbar in die Reihe gestandener, ausgebuffter Basketball-Männer zu integrieren, ist seit Jahren ein großes Anliegen, das beim TVK „gelebt“ wird. Eine teils aus unterschiedlichen Generationen bestehende, starke Einheit zu bauen, sei nicht nur wichtig. Eva-Maria Krause-Lott ist überzeugt, dass diese extrem ausgeprägte Eigenschaft die Basis für den Erfolg sei. Stolz blickt sie auch auf das Einzelscouting. Denn der TVK hat keine „Stars“, die Spiele alleine gewinnen und pro Match für 30 Punkte und mehr gut sind. Es ist das Team, es ist die Ausgeglichenheit im Kader, die die TVK-Basketballer so stark macht.
Sage und schreibe acht Spieler sind pro Match für zehn Zähler und mehr gut. Genau das macht den TVK so unberechenbar für die Gegner, weil immer wieder andere die Topscorer des Tages sind. Das soll so bleiben. Die Trainerin teilt die Einstellung von Abteilungsleiter Slavko Strock, nach dem Pokalsieg die Meisterschaft 2027 ins Visier zu nehmen. Und vielleicht zusätzlich erneut im Pfalzpokal eine gute Rolle zu spielen ...
Meisterschaft als logisches Ziel
Alle, Trainer und Team, wollen in die nächste Runde gehen, den Erfolg bestätigen oder toppen. Wenngleich Sven Radloff, der Routinier im Team, das etwas relativiert: „Das war ja auch diese Saison eigentlich schon unser Plan. Doch der FCK war einfach eine Nummer zu groß. Klar wollen wir nach dem zweiten Platz nächste Saison wieder angreifen. Der Gewinn der Meisterschaft ist ein logisches Ziel“, meinte das TVK-Idol. „Doch die Liga wird stärker. Es kommen mehrere Oberliga-Absteiger in unsere Landesliga. Da wird es an der Tabellenspitze ein größeres Gedränge geben, als es diese Runde mit dem FCK und uns der Fall war. Den Titel können wir anstreben, aber eben nicht planen. Weil wieder ordentliche Konkurrenz da sein wird. Aber wir werden unser Bestes geben.“
Radloff sieht den großen Spaß und das gute Miteinander über allem stehen – die große Antriebsfeder für ihn, auch nächste Runde in der Landesliga aufzulaufen. Die Mannschaft freute sich, als er seinen Entschluss bekannt gab. Radloff wurde im April, kurz nach dem Pokalsieg, 50 Jahre alt. Über vier Jahrzehnte geht er bereits für den TVK auf Korbjagd und ist immer noch Leistungsträger und entscheidend am Erfolg beteiligt. „Wenn ich keine Rolle mehr spielen würden, klar, dann hätte ich schon lange der Jugend den Vortritt gelassen. Aber es klappt noch. Ich habe das Gefühl, mithalten zu können“, sagte der Dreier-Spezialist. „Ich werde noch eine Runde dranhängen. Mit 50 in der Landesliga aufzulaufen, wird ein besonderer Meilenstein für mich.“
Der Routinier und seine Söhne
Radloff hat noch andere Motivationen, wie er der RHEINPFALZ verrät: „Auf diesem anspruchsvollen Niveau sich zu bewegen – das hält fit. Und natürlich ist es auch ein ganz besonderer Ansporn mit meinen beiden Söhnen Philipp und Lennart Reis in einer Mannschaft aufzulaufen. Mit den eigenen Jungs – das puscht ganz schön!“