Donnersbergkreis Eine bekannte Marke im Westkreis
Früher kam die Gemeindeschwester nach Hause, wenn jemand krank war. Sie kam mit dem Fahrrad angefahren. Heute kommt die Schwester der Sozialstation mit einem deutlich erkennbaren Fahrzeug. Jeder weiß, wenn die weißen Autos mit den beiden blauen Figuren auftauchen, dann ist die Ökumenische Sozialstation des Donnersberg West vor Ort.
Ihre 77 Mitarbeiter versorgen den gesamten Bereich Rockenhausen, Winnweiler, Alsenz-Obermoschel, wo rund 34.000 Menschen in den drei Verbandsgemeinden leben. „Wir haben hier das Phänomen, dass wir eine Fläche von 360 Quadratkilometern betreuen, wobei pro Quadratkilometer nur 87 Menschen gezählt werden“, berichtet Rüdiger Spieler, der Geschäftsführer der Ökumenischen Sozialstation. „Die Sozialstation ist heute ein mittelständisches Unternehmen mit drei Verwaltungsmitarbeitern und 74 Pflege-, Hauswirtschafts- und Betreuungskräften.“ Die wichtigste Zeit jeden Tages ist von 6.30 Uhr bis 10.30 Uhr, wenn jeder Kunde betreut werden will. „Nicht jeder, um den wir uns kümmern, ist krank. Manchen Menschen brauchen nur Unterstützung in verschiedenen Bereichen. Das reichts vom Putzen bis zum Einkaufen“, so Spieler. Rund 40 Prozent der Leistungen machen die reine Pflege aus. „Daneben gibt es die so genannte Behandlungspflege, die vom Arzt verordnet und von Krankenkassen bezahlt wird. Sie umfasst etwa 40 Prozent unserer Tätigkeiten. Die übrigen 20 Prozent sind die verschiedenen Dienstleistungen“, ergänzt Anette Schmidt, die Pflegedienstleiterin. Ein zunehmender Bereich ist in der ökumenischen Sozialstation die Tagesbetreuung für dementiell erkrankte Menschen, wo zehn Mitarbeiterinnen sich um acht Besucher kümmern. „Das beginnt mit dem gemeinsamen Frühstück, geht über eine Beschäftigungstherapie zum gemeinsamen Mittagessen. Spaziergänge am Nachmittag und der Kaffee beenden den Tagesablauf“, beschreibt Spieler das Angebot, das vor allem eine Entlastung für die Angehörigen bedeutet. Zwei Fachkräfte in Rockenhausen kümmern sich speziell um den Hospiz- und Palliativ-Patienten. „Hier wird sehr eng mit den Ärzten zusammengearbeitet, um diese Menschen auf dem letzten Weg zu begleiten“, so Spieler. Unterstützt werden die beiden festangestellten Mitarbeiterinnen von 16 ehrenamtlichen Helferinnen, die sich einer sechsmonatigen Schulung unterzogen haben. Diese Betreuung ist kostenfrei. „Viele Angebote haben wir in den letzten Jahren nach und nach aufgebaut, da wir gemerkt haben, dass sie gebraucht werden, beispielsweise das Café Sozialstation für Senioren, das Café Lebensraum, wo sich trauernde Hinterbliebene treffen und der Pflegetreff, für pflegende Angehörige, die sich einmal im Monat hier zusammenfinden können. Diese drei Angebote stehen jedem offen und sind auch kostenfrei“, betont Spieler. „Wir sind in Rockenhausen in der Rognacallee 8 die Anlaufstelle für alle Leistungen rund um die Pflege und Betreuung, bei Bedarf kommen wir auch kostenfrei zu unseren Kunden“, betonen Spieler und Schmidt. Die beiden sind überzeugt davon, dass das Unternehmen weiter wachsen wird, die Angebote immer mehr gebraucht werden, alleine schon wegen des demografischen Wandels. |jös