Donnersbergkreis Eindrücke im Zehn-Minuten-Takt

Beim ersten „Azubi-Speed-Dating“ in der Sporthalle der Berufsbildenden Schule Eisenberg nutzten nicht nur Bewerbungswillige ihre Chance, sich vorzustellen. Auch die Betriebe konnten sich einen ersten Eindruck von potenziellen Mitarbeitern machen. Insgesamt waren 16 Firmen aus dem Donnersbergkreis beim Kennenlernen im Zehn-Minuten-Takt am Start.
Viele der Schüler haben sich auf ihre Gespräche bestens vorbereitet, so auch Kia Lee-Ann Klein. „Ich habe mich über die Betriebe informiert und eine Bewerbung erarbeitet“, erzählt die 17-Jährige, die momentan eine Berufsvorbereitung im Bereich Metall beim Internationalen Bund in Kirchheimbolanden macht. Die Veranstaltung sei eine gute Möglichkeit, um auch noch in letzter Minute einen Ausbildungsplatz oder auch ein Praktikum zu bekommen, meint sie. Auch Magdalena Becker nutzt ihre Chance: Die 25-Jährige will beruflich neu durchstarten und stellt sich mit ihrer Bewerbung bei zwei Betrieben vor. Im Gespräch mit Theresa Holle, regionale Verkaufsleiterin von Aldi Süd, erfährt Magdalena, welche verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten es gibt und welche Tätigkeitsbereiche sie dabei erwarten. Wie bei den anderen Bewerbern, erwarten die 25-Jährige auch die klassischen Fragen: Warum interessieren Sie sich für das Unternehmen und eine Ausbildung in diesem Bereich? Was sind Ihre Stärken? Haben Sie bereits Praktika gemacht? Nach zehn Minuten signalisiert ein schriller Pfiff das Ende des Gespräches. Während sich Magdalena auf den Weg zu ihrem nächsten Gespräch macht, unterhält sich Mustafa Degirmen bereits mit Claus Kuhnhardt, Geschäftsführer des Waldhotels in Eisenberg, und Alexander Wurster, Geschäftsführer des Parkhotels Schillerhain in Kirchheimbolanden. Beide Hoteliers beschreiben ein realistisches Berufsbild, damit der Bewerber genau weiß, was ihn in der Ausbildung erwartet. Auch der 17-Jährige stellt Fragen nach Arbeitszeiten und Berufsschulen. „Das Azubi-Speed-Dating ist mal etwas anderes: Kennenlernen im Zehn-Minuten-Takt für den ersten Eindruck“, meint Mustafa. Positive Resonanz findet es auch von Seiten der Betriebe: Für Diana Edel und Sarah Hessinger vom Alten- und Pflegeheim „Haus Emma“ im Rockenhauser Ortsteil Marienthal ist die Veranstaltung auf jeden Fall sinnvoll, um sich einen ersten Eindruck von den Bewerbern zu machen und den eigenen Betrieb als Ausbildungsbetrieb bekannt zu machen. „Ein Termin für das Azubi-Speed-Dating sollte ruhig früher angesetzt werden“, sagt Hessinger. Zum Beispiel seien die Anmeldefristen für viele Pflegeschulen schon abgelaufen, wie im Fall der Eisenberger Schule, mit der das „Haus Emma“ zusammenarbeite. „Es ist eine gute Gelegenheit, viele Bewerber auf einmal kennenzulernen“, meint Theresa Holle. Die Atmosphäre sei lockerer als bei einem offiziellen Bewerbungsgespräch in einer Firma. „Das macht es für die Bewerber auch leichter.“ Insgesamt hatten sich 72 Schüler angemeldet, berichtet Stefan Densborn, Organisator der Veranstaltung und Fachbereichsleiter der Kaufmännischen Berufsschulen. Die Schüler konnten sich bei 16 Betrieben aus dem Donnersbergkreis vorstellen und mehr über Anforderungen ihrer Wunschberufe erfahren. Mit Hilfe einer Zeittafel informierten sich die jungen Bewerber, mit wem und wann sie ihre Gespräche geführt haben. Landrat Winfried Werner lobte die Aktion der BBS: „Neben Wissen und sozialen Kompetenzen, wie Pünktlichkeit und Teamfähigkeit, bieten die Schulen auch Hilfe zur Berufsorientierung.“ (jnl)