Donnersbergkreis Ein Winnweilerer auf Deutschlands Musikthron
Nein, mit Erfolgen wurde Rheinland-Pfalz beim vor elf Jahren von Stefan Raab ins Leben gerufenen Musikwettbewerb „Bundesvision Song Contest“ bislang nicht gerade gesegnet. Seit Samstagnacht sieht das aber anders aus. Erstmals stehen wir ganz oben auf dem Treppchen. Und das mit einem Kantersieg, wie man im Sport sagen würde. Einem Winnweilerer sei Dank! Zugegeben: Es ist jetzt nicht so, dass Mark Forster bei diesem Wettbewerb wie Phönix aus der Asche hervorgestiegen ist. Elton, der Raab bei der Moderation unterstützte und aus dem „Green Room“ (einem Raum, in dem die Musiker nach ihren Auftritten warteten) berichtete, hatte Forster schon vor der Stimmenauswertung zum Favoriten gemacht. Und nachdem Vorjahressieger „Revolverheld“ in ihrer Heimatstadt Bremen den damaligen Gewinnersong „Lass uns gehen“ spielten, und Raab deren Frontmann Johannes Strate nach seinem Favoriten fragte, meinte dieser: „Mein Kumpel Mark war schon ganz gut.“ Das war er auch ohne Frage. Wer den 31-Jährigen, der in Rockenhausen und Winnweiler aufgewachsen ist und nun in Berlin lebt, sehen wollte, der musste jedoch lange warten: Als 16. und damit letztes Bundesland war Forster erst um 22.48 Uhr an der Reihe. Kurz zuvor waren auch wie bei den anderen Teilnehmern Ausschnitte von seinem Besuch bei Stefan Raab zu sehen. Da packte Forster ein für so manchen Nordpfälzer neues Liedchen aus: „En echte Pälzer raacht kään Hasch, denn unser Stoff kummt aus de Flasch.“ Aha. Raab bekam als Geschenk dann auch noch ein Dubbeglas – und dazu die Erklärung, wie das mit Weinschorle gefüllt wird. Ob Mark Forster am frühen Sonntagmorgen dann auch mit Weinschorle auf seinen Sieg angestoßen hat, ist nicht bekannt. Vielleicht blieb es aber auch beim Bier – mit Bierspezialitäten kennen sich Winnweilerer ja aus. Mit wem er gefeiert hat, wissen wir übrigens. Unter anderem mit seinem alten Kumpel Timo Holstein aus Kirchheimbolanden, der bekanntlich die Band „Glasperlenspiel“ managt. „Wir hatten riesen Spaß“, teilte dieser gestern mit – und schob einen Gruß vom Frontduo Carolin Niemczik und Daniel Grunenberg nach: „Wir sind Happy!“ Glasperlenspiel, die für Baden-Württemberg starteten, landeten auf Rang 6. Und bei deren Auftritt war mit Bassist Markus Vieweg nicht nur ein Kirchheimbolander auf der Bühne, auch die leuchtende Bühnendeko ist in der Kleinen Residenz entstanden. Damit noch nicht genug Nordpfalz beim „Bundesvision Song Contest“: Viele Fernsehbilder sind von der Winnweilerer Firma RTS und deren Kamerabewegungssystemen entstanden. Womit wir wieder bei Mark Forster wären. Dessen Auftritt mit dem Lied „Bauch und Kopf“ – inklusive Orchester und Funkenregen – war wirklich großes Kino. Ob es in Winnweiler einen Empfang für den Sieger geben wird, ist noch nicht klar. Bürgermeister Rudolf Jacob will heute mit dessen Management Kontakt aufnehmen. „Dann werden wir sehen, was daraus wird“, sagte er gestern. Eigentlich findet der „Bundesvision Song Contest“ in dem Bundesland statt, aus dem der Vorjahressieger kommt. Da Raab im Dezember aber seine Fernsehkarriere beenden will, ist unklar, ob die Show dann ohne den Erfinder steigen wird. Die große Frage ist dann auch wo? Das Winnweilerer Festhaus ist dafür zu klein. Vielleicht ja auf dem Lauterer Betzenberg. Schließlich ist Forster bekennender FCK-Fan. Oder doch in der Arena in Trier, der größten Halle des Landes?