Fussball
Ein Tor mit Ansage
Jubelende Göllheimer Spieler, entsetzte Akteure des SV Otterberg. Das Kreispokalfinale am Ostersamstag auf dem Kunstrasenplatz des ASV Winnweiler hatte viel Dramatik zu bieten. 400 Zuschauer kamen bei Sonnenschein und milden Frühlingstemperaturen an den Rauhen Weg. Nach zwei Jahren Ausnahmezustand fühlte sich alles wieder ganz normal an. Maskentragen? Das machte so gut wie niemand mehr.
Insgesamt war es ein gutes Finale mit vielen Torchancen auf beiden Seiten. Die zwei A-Klassen-Vertreter lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Otterberg war im ersten Durchgang näher am 1:0. Göllheim wollte den Siegtreffer in der Schlussphase der regulären Spielzeit und dann auch in der Verlängerung mehr. Dennoch sah es bis zur 118. Minute so aus, als ob ein Elfmeterschießen die Begegnung entscheiden würde. 120 Sekunden vor Schluss bekamen die Göllheimer dann aber noch einen Freistoß auf der rechten Seite zugesprochen. Er wurde kurz ausgeführt. Leon Awenius kam zum Schuss, der Ball sprang an den Innenpfosten des Otterberger Gehäuses, dann zurück aufs Feld. TuS-Stürmer Kadir Dogan reagierte am schnellsten und drückte das Leder zum 1:0 (118.) ein. Es war das Goldene Tor des Nachmittags. Und der älteste Spieler auf dem Kunstrasen hatte es erzielt.
Kadir Dogan hilft nur aus
„Kadir kam in der 105. Spielminute rein und hat zu mir gesagt: ,Ich mach das Tor.’ Ja, so war es dann auch“, schmunzelte TuS-Spielertrainer Daniel Fattler nach Spielschluss. Dogan, der in Kürze 42 Jahre alt wird, ist für seine Torjägerqualitäten in den vergangenen 25 Jahren in der Donnersbergregion bekannt. Aber dass er sie noch mal und das in diesem Endspiel zeigen würde, hätte er dann auch nicht gedacht. „Ich hatte das Tor ja angekündigt“, lachte der Matchwinner und erzählte: „Ich halte mich meistens bei den AH fit, stehe aber immer gerne zur Verfügung, wenn noch Spieler gebraucht werden. Im Halbfinale habe ich ja auch 70 Minuten gespielt.“
Im Endspiel am Samstag musste Kadir Dogan jedenfalls lange von außen zusehen, wie seine jüngeren Teamkollegen zahlreiche Chancen nicht nutzten. „Bei den Abprallern haben sie abgeschaltet, das geht nicht“, befand Dogan und sagte: „Ich wusste, passiert so was noch mal, bin ich da.“ Und so war es, der Routinier staubte wieder mal eiskalt ab, als er die Möglichkeit hatte, und entschied das Finale.
„Wir sind noch zu grün“
Ein Schuss mehr Erfahrung hätte auch der Otterberger Trainer Babak Anisi gerne am Samstag in seiner Mannschaft gehabt. „Wir sind halt noch eine ganz junge Mannschaft. Letztlich hat Göllheim zum Schluss mehr für das Tor gemacht. Schade, ich hatte gehofft, dass wir ins Elfmeterschießen kommen, es fehlt einfach die Erfahrung in manchen Situationen, da sind wir einfach leider noch zu grün“, sagte der SVO-Trainer, der betonte: „Wenn wir in der ersten Hälfte und zu Beginn der zweiten Halbzeit unsere klaren Chancen nutzen, dann läuft das Spiel vielleicht ganz anders.“ Anisi dachte dabei sicher an die klare Möglichkeit von Finn Kock, der frei am Göllheimer Keeper Dennis Jung scheiterte (29.), oder an den Lattentreffer von SVO-Kapitän Timo Mangold (62.) im zweiten Durchgang. Klar hatten die Otterberger auch Glück, dass Göllheims Daniel Ghoul kurz vor der Pause aus elf Metern nur an den Pfosten schoss (43.). Bis zur 70. Minute führte Otterberg bei der Anzahl klarer Torchancen. Erst danach wurde es weniger, und der SVO versuchte sich ins Elfmeterschießen zu retten. Fast wäre es gelungen.
„Klar, die Woche muss ich Aufbauarbeit betreiben, dann spielen wir ja schon wieder gegen Göllheim“, sagte Anisi. Für beide Teams geht es in der Liga schließlich noch um den zweiten Tabellenplatz und damit den Aufstieg in die Bezirksliga. „Das wird die Revanche, chancenlos sind wir ja nicht, das hat man gesehen. Aber in Göllheim wird es schwer.“
So spielten sie
TuS Göllheim: Jung - Theis, Jacob, Özkan, Aslan - Güder (72. Muratolglu), Fattler, Armbruster (105. Ulrich), Lai Hipp (83. Awenius) - Ghoul, Selz (105. Dogan).
SV Otterberg: Leppla - Maurer, Kehrer, Terner, Seefried - Jansa, Mangold, Hofmann (116. Bäcker), Buffery (88. Melchior) - Kock (66. Wörner), Ben H’mida.
Tor: 1:0 Dogan (118.) - Gelbe Karten: Ghoul, Selz - Terner, Mangold - Beste Spieler: Ghoul, Güder - Mangold, Leppla - Zuschauer: 400 - Schiedsrichter: Hanker