Donnersbergkreis „Ein Sieg für die Psyche“
Winnweiler. „Da ist das Ding!“ Das sagte einst Torhüter Oliver Kahn bei einem glücklichen Gewinn einer der vielen deutschen Meisterschaften des FC Bayern München. So ähnlich war das Aufatmen im Lager des Verbandsligisten ASV Winnweiler nach dem ersten Saisonsieg gestern am frühen Abend. Da war er, der erste Dreier. Mit 1:0 (0:0) wurde der punktlose FC Fortuna Mombach besiegt.
„Die schlechtere Mannschaft hat heute gewonnen. In der ersten Halbzeit müssen wir ein, zwei Tore machen“, sagte Gästetrainer Thomas Eberhardt nach Spielschluss. Zumindest die zweite Aussage kann man für die erste halbe Stunde des Spiels unterschreiben. Da hatte die Fortuna aus Mainz-Mombach mehr vom Spiel, brachte die einheimische Abwehr immer wieder in Verlegenheit. Schon nach vier Minuten kam Kemal Acar erstmals frei zum Schuss, traf den Ball aber nicht voll und das Leder ging drüber. Wenig später kam er nach einer Ecke mit dem Knie an den Ball und verfehlte das Ziel knapp. Zwar hatte ASV-Stürmer Fabian Schmitt eine Kopfballmöglichkeit, doch tat sich sein Team sehr schwer vor das gegnerische Tor zu kommen. Erst nach einer halben Stunde kamen die Hausherren in der sehr intensiv geführten Partie besser ins Spiel. Zwei Weitschüsse von Christian Vollmer wurden im Strafraum geblockt. Vollmer, der in der ersten halben Stunde sehr unglücklich agierte, wurde kurz nach dem Seitenwechsel zum Matchwinner. Als zwei Gästeverteidiger sich uneins waren, spritzte er dazwischen und traf von der Strafraumgrenze mit der Picke zum 1:0. Der Treffer zeigte Wirkung bei den Gästen, die leisteten sich jetzt einige Schnitzer in der Abwehr und die Hausherren hatten Chancen, das Ergebnis auszubauen. Zum Beispiel Alexander Matinski, der das Tor per Dropkick knapp verfehlte, oder der eingewechselte Marco Petrusch, der vom Torwart – wieder nach einem Missverständnis in der Abwehr – fast auf der Torlinie noch am Einschuss gehindert wurde. Dann hatte der ASV aber auch Glück bei einer Doppelchance der Mainzer. Zunächst rettete Torhüter Robin Assel mit einer wagemutigen Parade gegen den durchgebrochenen Acar und anschließend konnte Yannick Orschiedt den Nachschuss von Mete Alp Akcay auf der Linie klären. Das Spiel ging nun hin und her. Vollmer verfehlte mit einem kernigen Weitschuss nur knapp. Die Topchance zur Vorentscheidung hatte Waldemar Schneider, der den Ball im Mittelfeld eroberte, einen Verteidiger überlief, freie Bahn auf das Tor hatte, aber drüber schoss. Die beiden mitgelaufenen Kollegen hatte er übersehen. Beide Teams versuchten in der umkämpften Schlussphase noch einen Treffer zu landen, konnten sich aber keine Großchancen mehr herausspielen. So blieb es beim umjubelten ersten Saisonsieg des ASV. „Die Grundausrichtung hat in der ersten Halbzeit nicht so funktioniert wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte ASV-Trainer Jürgen Giehl nach dem Spiel und war natürlich glücklich über die ersten drei Punkte. „Das war ein Sieg für die Psyche. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Sicherheit, haben die Konter aber schlecht ausgespielt.“ So spielten sie ASV Winnweiler: Assel - Geißler, Scharfenberger, Orschiedt - Giehl, Schneider, Matinski - Steer (46. Petrusch), Vollmer, Steigerwaldt (46. Dreger) - Schmitt (77. Schwab) Tore: 1:0 Vollmer (50.) - Gelbe Karten: Vollmer, Petrusch - Mben - Beste Spieler: Scharfenberger, Schneider, Schmitt - Eberhardt, Staegemann, Bergmann - Zuschauer: 120 - Schiedsrichter: Florian Stahl (Zweibrücken)