Donnersbergkreis Ein Ort mit rekordverdächtigem Namen
Nordpfälzer Dörfer aus der Vogelperspektive: 38 Leser erkennen Stetten – Sportplatz, Windräder und Kirchen dienen als Hinweise
Dieter Fritsche hat den Dreh raus: Dieses Mal sei es einfach gewesen, schreibt er: „Google-Earth auf Ost-West gedreht; Donnersberg geradeaus, Kibo rechts und Windräder links hat die Möglichkeiten stark reduziert“, so Fritsche. Die Strategie ging auf: Wie 37 weitere RHEINPFALZ-Leser kam der Bolander zum richtigen Ergebnis. Stetten war der Ort, den wir bei unserem letzten Luftbildrätsel im April gesucht hatten. Dabei haben wir uns doch schon so viel Mühe gegeben, es dieses Mal nicht ganz so einfach zu machen. „War schon etwas kniffelig“, gab Karl-Ernst Glas aus Worms zu. „Sehr irritierende Aufnahme“, merkte auch Bernd Karg aus Albisheim an. „Aber der Donnersberg, Kibo und die Windräder im Hintergrund gaben erste Informationen, dass das Luftbild von Osten her aufgenommen wurde.“ Ein „großes Kompliment“ sprach auch Thomas Danner aus Bolanden unserem Fotografen Thomas Stepan aus: „Er hat das Bild von Stetten aus einer ungewöhnlichen Perspektive geschossen und hat den Sportplatz, das Wahrzeichen vieler Orte, geschickt versteckt. Man muss schon genau hinschauen, dass man den Sportplatz oben in der Mitte des Bildes erkennen kann.“ Der Sportplatz half auch Philipp Brandmeyer und Marianne Windecker bei des Rätsels Lösung. Dass hier die „Löwen aus der Pfalz“ kicken – und das in dieser Saison sehr erfolgreich –, merkte Horst Böhmer aus Höringen an. Auch die Fasnachtsveranstaltungen seien berühmt. Und noch etwas sei erwähnenswert: „Die beiden Kirchen, wobei die katholische Kirche ein kunsthistorisch bedeutsamer Bau ist“, wie Böhmer betont. Zwei Kirchen in einem Dorf – diese Besonderheit brachte noch mehr Leser auf die richtige Spur: Helmuth Mandler aus Morschheim, der Mauchenheimer Werner Siebold und Elmar Nikolaus Koeller beispielsweise schlossen von den beiden Gotteshäusern auf Stetten. Koeller half auch die Lage des Friedhofs beim Knobeln. Wie immer lohnte auch ein Blick auf die Umgebung: Herbert Willig vom Edenbornerhof erkannte beispielsweise zehn der elf Windräder auf dem Hungerberg – die Anlagen entdeckte unter anderem auch der Albisheimer Stephan Bürcky –, während Johannes Walter und Wulf Weller eine neu erbaute Halle in Richtung Albisheim ausmachten. Andere, offenbar bislang unbekannte Dinge, brachte die Aufnahme denn auch noch ans Licht: „Mich wundert es, dass in der Ortschaft so viel Grün mitten im Dorf ist“, schreibt Weller. Auch der Mauchenheimer Claus Becker erkannte in unserem Luftbildrätsel die 650-Seelen-Gemeinde am oberen Rande des Zellertals und an der Grenze zu Rheinhessen. Er weiß auch einige Fakten zur Geschichte des Dorfes zu berichten: Trotz reger Bautätigkeit hätten sich die Einwohnerzahlen hier im Lauf der Jahrzehnte nur unwesentlich verändert. „Etwa 1960 hatte Stetten 644 Einwohner und heute 639“, weiß Becker. Die 654 Hektar große Gemeinde sei im Jahre 835 erstmals erwähnt worden. Eine Besonderheit stelle der Name „Stetten“ dar: „Insgesamt 66 Orte tragen diesen Namen in Deutschland. Dies stellt wohl einen Rekord dar, der von keinem anderen mir bekannten Ortsnamen gebrochen wird.“
