Donnersbergkreis Ein Fund mit Folgen

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Die Bilder kennt man ja zur Genüge aus dem Fernsehen: Wenn Fußballmannschaften einen großen Erfolg errungen haben, dann gibt’s einen Empfang beim Bürgermeister – und einen Eintrag ins Goldene Buch der jeweiligen Stadt. Natürlich nur, wenn diese auch über ein solches Buch verfügt. In Winnweiler muss man sich darüber in den nächsten Jahrzehnten sicher keine Gedanken machen: Sind doch Orts- und Verbandsgemeinde mittlerweile im Besitz nicht nur eines, sondern zusammen gleich dreier Exemplare, in denen sich berühmte Persönlichkeiten verewigen können. Dazu zählen seit Samstag auch die Kicker des ASV. Bis es soweit war, gab’s allerdings einigen Wirrwarr um das Buch – besser gesagt die Bücher.

Wie fiel Ortsbürgermeister Rudolf Jacob ein „Goldenes Buch“ von 1964 nach sechsjähriger Abstinenz wieder in die Hände? Warum hat sich Mark Forster vor drei Jahren in das Schwarze Buch der Verbandsgemeinde eingetragen? Wieso gibt’s plötzlich zwei goldene und ein schwarzes Buch? Alles Fragen, die auch am Samstag bei der Aufstiegsfeier des ASV Winnweiler eine Rolle spielten. Die erste Mannschaft hatte im Juni mit dem Aufstieg in die Verbandsliga den größten Erfolg der 105-jährigen Vereinsgeschichte gefeiert – Grund genug, dass die Fußballer um Erfolgscoach Jürgen Giehl ins Goldene Buch schreiben durften. Doch in welches – schwarz oder gold? Und ist es das Buch, in das sich schon Berühmtheiten wie Kurt-Georg Kiesinger oder Mark Forster eingetragen hatten? Es herrschte zunächst Verwirrung unter den zahlreichen Gästen im Festhaus. Nun – ihre Unterschrift geleistet haben die Spieler schließlich in ein Buch, von dem Jacob bis vor ein paar Tagen gar nicht wusste, dass es existierte. Der Fund: reiner Zufall. „Vergangene Woche habe ich im Ortsbürgermeisterbüro am Schlossplatz das neue Goldene Buch gesucht, dass die Druckerei Giloi damals nach der Mark-Forster-Geschichte gestiftet hatte. In einer schwarzen Kiste ist mir dann dieses ’alte’ Goldene Buch der Ortsgemeinde, das vermutlich aus dem Jahr 1964 stammt, in die Hände gefallen“, erläuterte Jacob. Die Mark-Forster-Geschichte: Gemeint ist damit der Besuch des aus Winnweiler stammenden Sängers und Songwriters Mark Forster, der sich im November 2012 eigentlich in ein Goldenes Buch der Ortsgemeinde eintragen wollte – seine Signatur gesetzt hat er aber schließlich in das Schwarze Buch der VG, in dem sich seit 1994 unter anderem Gäste von Neujahrsempfängen oder der Vereidigung neuer VG-Bürgermeister verewigen können. Ob schwarz oder gold, Forster hatte sich jedenfalls einen Traum erfüllt. Damit die Ortsgemeinde aber wieder ein Goldenes Buch hat – Jacob wusste ja nicht, dass es ein solches bereits gibt –, stiftete Horst Ultes ein neues Exemplar. Dieses ist braun eingebunden und mit goldenem Schriftzug und Wappen der Ortsgemeinde bedruckt. Dieses noch jungfräuliche Buch hätte am Samstag erstmals zum Einsatz kommen sollen – hätte Jacob nicht kurz zuvor das „alte“ Goldene Buch der Ortsgemeinde gefunden, in das sich schon Prominenz wie Kurt-Georg Kiesinger (Ex-Bundeskanzler), Rita Süssmuth (ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages) oder Bernhard Vogel (ehemaliger rheinland-pfälzischer Ministerpräsident) eingetragen haben. Jacob vermutet, dass es der damalige Ortschef Karl Iselborn 1964 eingeführt hat. Der bis dato letzte Eintrag in das Buch mit grünem Ledereinband, goldenem Schriftzug „Goldenes Buch“ und dem Winnweilerer Wappen stammte aus dem Jahr 2009, als Robert Simon noch Ortsbürgermeister war. Sechs Jahre später durften sich nun die ASV-Fußballer eintragen. „In Zukunft werden wir das schwarze Buch auf Verbandsgemeinde-, das Goldene Buch auf Ortsgemeindeebene verwenden“, so Jacob. Wenn Letzteres voll ist, liegt ja das von Horst Ultes gestiftete und momentan im Ortsbürgermeisterbüro „geparkte“ Exemplar parat. Ach ja, gefeiert wurde am Samstag natürlich auch noch. Der Abend war neben den „Aufstiegshelden“ auch den D-Junioren, die als Kreisliga-Meister in die Landesliga aufsteigen, sowie den Boulern gewidmet. Diese haben über die Relegation den Regionalliga-Aufstieg perfekt gemacht. „Es war eine gelungene Veranstaltung in einem ordentlichen Rahmen. Die Mannschaft hat sich das durch den größten Erfolg der Vereinsgeschichte verdient“, sagte Jacob – der nun (wieder) Herr über drei Bücher ist ...

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