Donnersbergkreis Dritte Halbzeit:
Gerd Hanauer ist beim Fußball-Verbandsligisten ASV Winnweiler eigentlich Torwart-Trainer. Doch nachdem sich eine Woche zuvor Stammkeeper Robin Assel eine schwere Schulterverletzung zugezogen hatte und einer der jungen ASV-Ersatzkeeper beruflich verhindert war, musste der 51-Jährige am letzten Samstag selbst zwischen die Pfosten. ASV-Coach Jürgen Giehl entschied vor dem Auswärtsspiel beim SC Idar-Oberstein, dass der Routinier das Tor hüten sollte. Und Hanauer bewies, dass er es noch kann – und zwar richtig gut. Der Torhüter avancierte bei der 1:3-Niederlage seiner Mannschaft zum besten Akteur auf dem Platz. Hanauer, der in Kirchheimbolanden wohnt, in der Region schon einige Aktiventeams trainiert hat und vor seinem Engagement acht Jahre lang im Jugendleistungszentrum des 1. FC Kaiserslautern als Coach arbeitete, zeigte am Samstag eine Parade nach der anderen. Das Publikum, darunter auch Fans des SC Idar-Oberstein, war ob der Leistung des „Panthers von Winnweiler“ begeistert. Der Höhepunkt: ein gehaltener Elfmeter kurz vor der Halbzeit. SC-Spieler Alex fand in Hanauer seinen Meister. „Das war ganz amüsant. Der Schütze wollte mich ausgucken, aber ich habe ihm nur in die Augen geschaut und bin ganz lange stehen geblieben. Ganz zum Schluss, als er kurz vor dem Schuss war, habe ich ihm eine Ecke angeboten und bin dann aber in die andere gesprungen. Den Ball habe ich dann gehalten“, erzählte Hanauer im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Als der Trainer mir gesagt hat, dass er sich für mich entschieden hat, habe ich das zur Kenntnis genommen. In der Situation war das auch so in Ordnung. Ob ich aber auch wieder in der nächsten Begegnung im Tor stehe, das weiß ich nicht“, betont Hanauer. „Mit 51 Jahren ist es eben so, dass nach so einer Partie die Muskeln etwas länger zum Regenerieren brauchen. Das war schon hart.“ ASV-Stammtorhüter Assel ist mittlerweile an der lädierten Schulter operiert worden. Die anderen Schlussmänner im Kader sind noch jung und unerfahren. Gut möglich, dass Coach Giehl daher wieder nach seinem „Panther“ ruft. „Wenn ich der Mannschaft helfen kann, mache ich das gerne“, sagt Hanauer, der zur Lage des Verbandsligisten anmerkt: „Die Stimmung in der Mannschaft ist top. Wir haben leider einige Punkte zu wenig. Es ist in dieser Spielzeit eben wieder so, dass wir zu Hause sehr stark sind, auswärts aber leider nicht die richtigen Ergebnisse einfahren.“ Alle seine neun Zähler hat der ASV Winnweiler in dieser Saison auf eigenem Platz geholt. „Es ist schon schade, dass gegen Idar-Oberstein der zehnte Punkt nicht dazugekommen ist, aber ich denke, dass unsere Mannschaft so viel Substanz hat, dass wir den Klassenerhalt auf jeden Fall schaffen können“, sagt Hanauer.