Donnersbergkreis
Dreyer-Rücktritt: Ein „Paukenschlag“ und ganz viele Lobeshymnen
Für den SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Mieves war die Nachricht vom Rückzug Malu Dreyers dann doch ein ordentlicher „Paukenschlag“. Und diesen nahm er „mit gemischten Gefühlen“ auf. Einerseits findet Mieves es „sehr schade, dass sie ihre Zeit als Ministerpräsidentin nun beendet“. Auf der anderen Seite zollt er ihr „hohen Respekt“ dafür, ihre Nachfolge so „zügig, geräuschlos und professionell“ geregelt zu haben. Alexander Schweitzer mache in seinen Augen einen „exzellenten Job als Minister“ und bringe beste Voraussetzungen mit, den Politikstil Malu Dreyers fortzuführen. Diese habe viel für Rheinland-Pfalz erreicht, „war den Menschen immer zugewandt und hatte stets ein offenes Ohr für individuelle Anliegen“. Malu Dreyer sei ein absolutes Vorbild, so Matthias Mieves.
Voll des Lobes zeigte sich auch die SPD-Landtagsabgeordnete Jaqueline Rauschkolb. Malu Dreyer habe Rheinland-Pfalz zum „Zusammenland“ gemacht und sich „dafür eingesetzt, dass wir durch Forschung und Wissenschaft gut in die Zukunft blicken“. Sie sei „immer erreichbar und präsent“ gewesen. Nachfolger Schweitzer sei ein „leidenschaftlicher Sozialdemokrat“ und werde alle Herausforderungen der Zukunft prima meistern, findet Rauschkolb.
„Hervorragende Arbeit geleistet“
„Sie hat hervorragende Arbeit geleistet, das muss man einfach konstatieren“, betonte Michael Cullmann (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land. Die Gründe für ihren Rücktritt kenne er noch nicht im Detail, so der VG-Chef am Mittwochvormittag noch vor der Pressekonferenz, in der Dreyer ihren Rückzug erläuterte. Grundsätzlich handele es sich „um ein belastendes Amt, gerade in dieser Zeit“. Jeder Mensch müsse selbst erkennen, wann seine persönliche Grenze erreicht sei. Er könne die Entscheidung „gut nachvollziehen“. Über ihren designierten Nachfolger Alexander Schweitzer sagte Cullmann: „Ich könnte mir keinen Fleißigeren vorstellen.“ Gemeinsam hätten sie schon viele Termine im Nordpfälzer Land absolviert. „Ich erinnere mich beispielsweise an eine Regenveranstaltung in Katzenbach, als wir beschirmt unter einem Dach standen“, erzählt der Bürgermeister. Schweitzer sei „seit Jahr und Tag im Land unterwegs und er ist zudem kompetent.“
Bernd Frey wiederum wurde vom Zeitpunkt des Rücktritts von Malu Dreyer überrascht. „Auch wenn es parteiintern natürlich immer mal wieder Gerüchte und Spekulationen gab, ob sie bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleibt“, sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Eisenberg. In der war sie über die Jahre sehr häufig zu Gast, schaute bei Gienanth vorbei, bei den Pfadfindern, zuletzt nahm sie an einem Demokratieforum im Evangelischen Gemeindehaus teil. „Ich habe sie immer als offen und zugänglich erlebt“, so Frey. „Ich fühlte mich von ihr immer gut unterstützt.“
Der Landrat des Donnerbergkreises, Rainer Guth, sagte: „Es ist kein Geheimnis, dass es zwischen den Kommunen und der Landesregierung einige Streitpunkte gibt. Dennoch: Meine Anerkennung und mein Respekt. Mehr als 10 Jahre im Spitzenamt als Ministerpräsidentin, das ist eine sehr zu würdigende Leistung.“ An Alexander Schweitzer schickte er gleich einen Auftrag: „Das Land muss künftig stärker auf die Kommunen hören und zusammen mit den Menschen vor Ort sinnvolle Lösungen erarbeiten und anbieten.“