Donnersbergkreis Dramatik bis zum Schlusspfiff

Kopfballduell über dem Kunstrasen: Waldemar Schneider (rechts) gegen Hauensteins Julian Herrmann.
Kopfballduell über dem Kunstrasen: Waldemar Schneider (rechts) gegen Hauensteins Julian Herrmann.

«Winnweiler.»Gekämpft, gebissen - und doch nur ein Punkt, der dem ASV Winnweiler in seiner brenzligen Situation nicht hilft: Der Verbandsligist rettete gestern Abend eine dreimalige Führung gegen den SC Hauenstein nicht ins Ziel. 4:4 (2:1)! Ein irrer Fußballabend erreichte seinen Höhepunkt in der 95. Minute, als Hauensteins Christof Seibel in einem verzwickten Gestocher einlochte. Nicht mehr zu vermeiden scheint der Abstieg des renommierten Donnersberger Klubs.

Als sich Fabian Schmitt das Trikot vom Leib riss und entfesselt in die Fans stürmte, hatten sie alle an das Wunder vom Rauhen Weg geglaubt. Ein Last-Minute-Sieg, in Unterzahl, wieder entflammte Zuversicht. Schmitt hatte den Turbo geschaltet - so, wie er das gestern öfter tat. Und irgendwie, halb im Fallen, halb im Spurt, hatte er die Kugel über die Linie gedrückt (90.+1). Es war das 4:3 des ASV Winnweiler. Das Aufleben des Prinzips Hoffnung. Doch die hart arbeitende Verbandsliga-Elf wurde enttäuscht. „Mit unserem vierten Tor muss das eigentlich durch sein“, haderte Coach Jürgen Giehl im Kabinentrakt. „ Wir waren nicht clever genug. Wir haben nicht geschafft, den Ball wegzukriegen.“ Einige Standards der Winnweilerer hatten dem Unparteiischen zu lange gedauert, auf seine drei Nachspielminuten packte er zwei drauf - zum Pech des ASV. Der letzte Hauensteiner Eckstoß flatterte in den Fünfer, in einem Elf-gegen-Elf-Gezanke pikste SCH-Kapitän Christof Seibel den Ball ins Eck (90.+5). 4:4. Ein Punkt, der dem ASV wohl die letzte Chance zur Aufholjagd verdirbt. Die neun Zähler Rückstand bleiben. „Wir haben jetzt dreimal nacheinander in Unterzahl gespielt. Wenn man mal sieht, mit welcher Mannschaft wir heute gespielt haben...“, ärgerte sich ASV-Doppelschütze Schmitt auf dem Kunstrasen. Er und Co. hatten einen Großteil des Kellerduells geführt: Ghoul hatte per Kopf eingenickt (9.), Schmitt in typischer Manier einen Elfer rausgeholt und selbst zum 2:0 verwandelt (28.). Ein trocken abgezogener Freistoß von Regisseur Waldemar Schneider, kurios im Bogen abgefälscht, brachte das 3:2 (75.), Schmitts Sturmlauf nochmal das späte 4:3 (90.+1). Nie konnte der ASV seine Polster lange verteidigen - der SCH schlug immer zurück. Dennoch: Mit einer Mannschaft, die zur Hälfte mit Reservisten und A-Jugendlichen antrat, ist ein 4:4 respektabel. Dafür kaufen kann sich der ASV nichts. „Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig Laufbereitschaft, zu wenig Engagement gezeigt. Dann war es eine Frage der Zeit, bis es hinten passiert“, analysierte Giehl. Lange hatte der ASV auf eine stabile Defensive und Konterstärke gebaut - die Innenverteidigung um Daniel Ghoul und Christoph Scharfenberger löste das meiste gewieft, vorne brummte Schmitt Meter um Meter, Schneider lieferte im Mittelfeld eine umsichtige Vorstellung. Seine Gelb-Rot (76.) verfrachtete den ASV aber in eine Notlage. „Wir haben heute vier Tore hergeschenkt“, war Gäste-Trainer Marko Eiermann bedient. „Das waren Zufallsprodukte von Winnweiler.“ Aber auch die mussten durch Einsatz herausgearbeitet werden. Machte der ASV. In der einen entscheidenden Szene, in der Schlussminute, passte er einmal nicht richtig auf. Es kostete ihn den Sieg, den Anschluss an den SCH - und womöglich endgültig die Klasse. So spielten sie ASV Winnweiler: Hanauer - Hühn (64. Kilian), Scharfenberger, Ghoul, Schönmajer - Orschiedt, Schneider, Steigerwaldt, Boukari (64. Günther) - Jito (64. Giehl), Schmitt

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