Donnersbergkreis Donnersbergkreis: Wieder mehr Fledermäuse gezählt
Da haben die drei Fledermausschützer der Nabu-Kreisgruppe Donnersberg nicht schlecht gestaunt, als sie bei der Kontrolle gleich mehrmals einen Volltreffer landeten. In drei der Höhlen am Messersbacherhof drängelten sich einige Fledermäuse.
14 Braune Langohren, acht Kleine Abendsegler und sechs Bechsteinfledermäuse wurden von den Schützern kurz in ihrem Tagesschlaf gestört, um gezählt zu werden. Ein guter Einstand, der das schlechte Ergebnis von 2018 mit zwölf Nachtflatterern vergessen ließ. Herausragend noch die sieben Bechsteinfledermäuse in der Kolonie an der Igelborner Höhe bei Winnweiler. Je eine Bechstein in der Kolonie beim Sippersfelder Weiher und am Wackenbornerhof bei Höringen rundeten die gute Bilanz von insgesamt 38 Tieren ab.
Zu den Höhepunkten zählt aber sicherlich auch ein großer Abendsegler, der schon im August am Messersbacherhof gefunden wurde. Der Bestand dieser Art nimmt seit Jahren ab.
Schutzbemühungen fruchten
Die Nabu-Helfer Uwe Nielsen aus Bolanden und Bernhard Küther aus Kirchheimbolanden freuten sich sehr über das gute Ergebnis ihrer Schutzbemühungen, darüber, dass die Anzahl der Tiere wieder zugenommen hat. Schließlich haben die 38 Nachtflatterer sichere und dauerhafte Sommerquartiere im Wald gefunden. Und weil so ein Unterschlupf im Wald sehr begehrt ist, sind noch andere Untermieter eingezogen. Besonders willkommen sind die sechs Gartenschläfer, drei sehr seltene Haselmäuse und vier Hornissenvölker.
Auffällig: mehrere Unterkünfte waren nur von einem Nachtschwärmer bewohnt. Fledermaus-Experte Hans König aus Kirchheimbolanden weiß, warum: ,,lm Herbst ist die Paarungszeit der Fledermäuse. Die Männchen besetzen eine Höhle und warten auf Damenbesuch. Mit einem zwitschernden Gesang und einem starken Duftstoff locken sie heiratswillige Partnerinnen an, um dann Hochzeit zu halten. Besonders begabte, gut riechende Fledermaus-Herren dürfen mit mehreren Besucherinnen rechnen.“ Vielweiberei gabs etwa schon bei den Bechsteinfledermäusen: ein Herr und drei Damen lebten hier zusammen. Bei den Langohren waren es ein Herr und zwei Damen, ebenso bei den Kleinen Abendseglern.
Abergläubische Verfolgung
Seit dem Altertum mussten Fledermäuse unter abergläubischer Verfolgung leiden. Was diese über Jahrtausende nicht erreicht hat, scheinen die heutigen Umwelt-Veränderungen zu schaffen: ihre Ausrottung. Der Einsatz von Giften in den 1960er und 70er Jahren hatte katastrophale Auswirkungen: Er vernichtete die Insekten, die Nahrung der Nachtschwärmer. Heute sind alle 17 im Donnersbergkreis lebenden Arten in ihrem Bestand gefährdet, vom Aussterben bedroht und auf menschliche Hilfe angewiesen. Die Nordpfälzer Naturschützer haben in den Laubwäldern des westlichen Kreisteils 93 Höhlen als Sommerquartiere aufgehängt. Zudem wollen sie bei der Bevölkerung Verständnis und Sympathie für ihre Schützlinge wecken. Sie finden: Fledermäuse haben gar nichts Furchterregendes an sich. Die kleinen Tiere mit den neugierigen Augen sollten keinen Anlass zu Panik geben.