Donnersbergkreis Die TTC-Zweite klopft ans Tor zur 1. Pfalzliga

Winnweiler. Ein „guter Geist“, sagt Präsident Gunter Franck, schwebe über dem Verein. Andere nennen es auch „Wir-Gefühl“. Der TTC Winnweiler erlebt die Hochphase seiner Historie – fast in jeder Liga, in der er antritt, rennt er durch. Im Höllen-Tempo, erbarmungslos. Beispiel: Die Damen des TTC II spielen die beste Runde, seit es sie gibt. In der 2. Pfalzliga West sind sie das einzige ungeschlagene Quartett. Es dünkt, als wären Titel und Aufstieg eine Frage von wenigen Wochen. Oder?
Da gibt es diese paar Monate im Jahr, da spitzt Gunter Franck die Ohren. Im Frühjahr ist das, vielleicht auch noch Anfang Juni. Fühler werden ausgestreckt, Franck mahnt zur Umsicht. Sommerpause, Transferperiode, offener Markt. Und sein TTC Winnweiler schlägt meistens ordentlich zu. Leugnen will das der Klub-Präsident gar nicht, wenn er preisgibt: „Mit Alexander Geißler haben wir einen Geschäftsführer, der ziemlich rührig ist.“ Wechselzeit ist TTC-Zeit. Nicht nur bei den Herren, die vor der Saison mal schnell aufrüsteten. Auch bei den Damen. Tanja Schultz wäre ein Beispiel. Oder zuletzt Lea Zielonka. Sie kam vor der Runde – und ist, weiß Franck, der Grund, warum es um die zweite Damen-Equipe so gut steht, so gut wie nie. Die Abiturientin ist die Nummer eins der 2. Pfalzliga West, von 85 eingesetzten Spielerinnen. Ein Riesen-Sprung, den sie beim TTC hinlegte. „Sie spielt sehr stark. Wenn man so jemanden vorne hat, macht das eine ganze Klasse aus. Ohne sie wäre die Zweite vielleicht im hinteren Mittelfeld“, lobt Franck. Lea Zielonka, im Sommer verließ sie den SV Kirchheimbolanden, bestätigt: „Das Training hier ist sehr gut. Meine ganze Technik ist viel besser geworden.“ Eine 25:23-Bilanz spielte sie im letzten SVK-Jahr (2. Pfalzliga Ost). Kein Vergleich zu den 27:3-Einzeln jetzt. Man sieht es auch im Training. Während Zielonka zuvor meist unorthodox und schlenkernd schupfte, streut sie mehr Top-Spins ein, der Block ist gefestigt. Es profitiert das ganze Quartett. Nie kämpfte der TTC II um den Sprung in die 1. Pfalzliga – jetzt schon. Als Erster mit Drei-Punkte-Polster mag man gar nicht glauben, dass da was schiefgehen kann. „Wir sind sehr doppelstark, haben verschiedene Kombis ausprobiert. Dann ist man gleich besser eingespielt. Die Mannschaft harmoniert. Wir sind auf einem Hoch, die Bälle kommen“, schwärmt Zielonka. Sie, Sigrid Wasem (20:5), Jane (23:4) und Caroline Franck (9:3) – nur Traumbilanzen. Öfter fallen dem TTC II Spielerinnen aus, kein Problem, er kompensiert. Außer zwei Unentschieden, beide mit Ersatz, hat er eine tadellos weiße Weste. Noch in der Vorsaison wäre die Vorstellung reine Utopie gewesen. Irreal. Jetzt schickt sich die Zweite an, in die Fußstapfen der Ersten zu tappen. „Ich habe mit einem guten Mittelfeld-Platz gerechnet. Gerade, weil die Mädels, abgesehen von Lea, nicht die trainingsfleißigsten sind“, gibt Franck zu. Alleine ihn beschleicht die Skepsis, denkt er an den bevorstehenden Aufstieg. Qualität fehle, eine Granate vorne. Die 2. Pfalzliga sei derzeit keine Bank – der Aufsteiger werde oben richtig rund gemacht. Deprimierend wäre das. „Wir dürfen die aktuelle Position nicht überbewerten, da sind keine überragenden Gegner dabei. Sollten wir aufsteigen, brauchen wir eine Verstärkung“, fordert der Präsident. Er kennt sich in dem Ressort aus. Heiße Eisen hat er mal wieder im Feuer, spruchreif sei nichts. „Von der Meisterschaft war eigentlich nie die Rede“, sagt Neuzugang Zielonka vor dem Match am Sonntag, 10 Uhr, beim Vierten TTV Siegelbach. Erfolgsrezept: „Wenn eine mal schwächelt, gleichen die anderen aus. Das versuchen wir, beizubehalten“, betont die Kirchheimbolandenerin. Ihr Team gebe einfach das Beste. An ihr zeigt es sich, Training zahlt sich aus. Der TTC II will die Krone. Was-Wann-Wo