Donnersbergkreis Die Oberliga winkt
Winnweiler. 2016 geht ein in die Annalen des TTC Winnweiler. Es ist die erfolgreichste Saison der Vereinshistorie. Jetzt kann, als Resultat emsiger Transferarbeit, richtig geerntet werden! Zwei Aufstiege hat der TTC, zwei können es durch die Relegation noch werden: Bei der saarländischen DJK Heusweiler, Oberliga-Achter, kämpfen die TTC-Damen heute, 15 Uhr, um einen Platztausch. Die Herren II treten in Alsenborn gegen Ramstein-Miesenbach II an (19 Uhr). Ziel Bezirksliga.
Es wäre ja mal, erklärt Tanja Schultz, „Neuland“. Sie lacht. Klar, erlebt habe sie das alles schon, sie schlug auf in Regional- und Oberliga. Wenn die erfahrene Spielerin mit ihrem TTC Winnweiler heute in Heusweiler an die Tische tritt, dann sei das aber etwas anderes. Relegation. Fremde Halle. Druck. Nur eine Chance. Vergeigt sie der TTC, bleibt er in der 1. Pfalzliga. „Die Mädels wollen die Erfahrung oben machen. Wir haben gut trainiert, sind gut in Form, ausgeglichen aufgestellt“, lobt Schultz das Quartett, schiebt die zynische Randnotiz nach: „Hoffentlich läuft es nicht so wie im Pokal.“ Ja, hoffentlich nicht. 1:4 verlor Winnweiler das Halbfinale gegen den TTC Germersheim. Mit vier Fünfsatz-Pleiten. Pech. „Wir harmonieren generell sehr gut. Wenn es nicht klappt, geht für uns die Welt nicht unter“, drückt Angela Radetz, hinter Schultz die Drei und Doppelpartnerin, auf die Bremse. Arg bibbern muss der TTC vor der DJK Heusweiler nicht. Der Achte der Oberliga Südwest, nach dem Verzicht des rhein- und saarländischen „Vize“-Meisters einziger Gegner heute, spielte zuletzt dreimal gegen die TSG Zellertal – eine 0:3-Bilanz steht, mit 4:24-Spielen. Das waren Abschüsse. Zwischen TTC und TSG klafft kein riesiges Leistungsloch. Ergo hat Winnweiler in den Prognosen die Nasenspitze vorn. „Ich kann mir nur die TTR-Punkte anschauen. Aber das heißt nicht, dass Heusweiler schlechter ist“, meint Radetz. „Das kann man nicht vergleichen“, weiß Schultz. Ihr TTC spielt eine überragende Saison. Keine Niederlage. Deshalb wäre es ein ärgerlicher Knacks, sollte es heute nicht reichen… Donnerstagmittag, etwa 15.30 Uhr. Bei Gunter Franck, Clubpräsident des TTC, klingelt das Telefon. Es ist der Pfälzische Verband. Und er hat gute Nachrichten. Weil der TTC Frankenthal III, „Vize“ der 2. Damen-Pfalzliga Ost, auf die Relegation pfeift, steigt Winnweiler II direkt auf. Nach dem Bezirksliga-Titel der Herren der zweite von vier möglichen Aufstiegen. Franck grinst zufrieden. Eigentlich hätte der TTC II heute in Albersweiler auflaufen sollen. „Die Situation ist etwas Einmaliges, das gab es noch nie“, sagt Franck. „Alle Mannschaften sind ganz vorne dabei. Was will man mehr?“ Er selbst muss heute seine butterweichen, gefürchteten Top-Spins auspacken. In Alsenborn wartet TT Ramstein-Miesenbach II, ein schwerer Brocken. Die Spielerfusion aus WTTF Ramstein und SV Miesenbach trumpft auf mit Noppen-Haudegen Michael Ciolek. Das Spielermaterial dahinter spielte im Vorjahr Bezirksliga. Knifflig. „Tendenziell ist Ramstein leicht favorisiert. Bei 40 zu 60 stehen unsere Chancen. Wir werden sicher nichts abschenken“, betont Winnweilers Christof Brunn. Mit Blick auf die Aufstellung und die angeschlagene Zwei, Jochen Hemmer, sagt er leicht besorgt: „Jochen ist nicht ganz in seiner Normalform. Für uns wäre es wichtig, dass er fit ist.“ Der TTC II fuhr jüngst sieben Zweier in Serie ein, beendete die Rückrunde ungeschlagen. Als Aufsteiger. Heute kann er sein Märchen weiterschreiben. Er könnte im dritten Jahr den dritten Aufstieg landen. „Es war überraschend, dass Rockenhausen in der Liga so abgerissen ist. Wir gehen das heute ganz locker an. Durch die Fusion hat Ramstein großes Potenzial, in der Bezirksliga würde es für uns auch sehr, sehr schwer werden“, so Franck. (ppp)