Donnersbergkreis Die Oberliga reicht aus

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Es gab diesen Moment, als Sabine Ghoul in sich hinein lächelte. Sie wusste, ihr Spruch würde für Lacher sorgen. Ein Spaß aber war er nicht. Bei der Sportlerwahl des Kreises in Winnweiler war das, Mitte März. Die Tischtennis-Veteranin, seit Jahrzehnten in Diensten der TSG Zellertal, beschrieb die Altersstruktur ihres Quartetts auf der Bühne so: „Da waren drei Mädels dabei, die waren in der Summe jünger als ich“, sagte Ghoul (50) über einen Gegner – und machte klar, was die TSG von einem eventuellen Aufstieg in die Regionalliga hält. Nicht viel. Dass sie auf frische, dynamische Athletinnen trifft, ist zum Alltag geworden. Die Zellertalerinnen gelten als „old but gold“. „Mit unseren körperlichen Gebrechen können wir uns das nicht antun. Für Regionalliga muss man topfit sein. Das sind und werden wir nicht mehr“, erklärt Christel Diefenbach, mit 62 Jahren die Routinierteste. Ihre TSG schreibt gerade Geschichte: Aus der 1. Pfalzliga erst in die Oberliga geklettert, schickt sie sich an, am Sonntag „Vize“-Meister zu werden. Geht der FC Queidersbach, ohne Punktegarantin Yvonne Mayr, morgen gegen Primus TTF Frankenthal leer aus, muss die TSG „nur“ gewinnen. Der Zweier ist realistisch – und so auch die Relegation. „Wir haben alle eine super Runde gespielt. Das kann aber von jetzt auf nachher umschlagen. In der Regionalliga könnten wir definitiv nicht mitspielen“, ist sich Spielführerin Silke Ermel sicher. „Vize zu sein, ist ein Anreiz“, so Diefenbach. Endgültig aber ist: Wenn am 30. April die Aufstiegsrelegation steigt, dann ohne ihre TSG. Ermel schickte dem DTTB ein Verzichtschreiben, im Falle eines zweiten Platzes wird Zellertal nicht antreten. Die Mannschaft hat abgestimmt, die Mehrheit sprach sich gegen die Regionalliga aus. „Ich kann nur für mich reden. Ich bin in der Oberliga gut gefordert“, so Diefenbach. Der ein oder andere wird den „Tischtennis-Mamas“ den Ehrgeiz absprechen. Doch man muss sie verstehen: Vor über 25 Jahren schlugen drei der fünf Teammitglieder Seite an Seite in der 2. Bundesliga auf, gut 30 Jahre spielen sie in einer Mannschaft. Von der Verbands- bis zur Bundesebene haben sie alles durchgemacht, in dieser Zeit mehrere Kinder zur Welt gebracht. Eine Mannschaft, deren Altersschnitt bei knapp 50 (!) liegt, vollbringt in der Regel keine ungeahnten Höchstleistungen mehr – der Höhenflug von „Jungstar“ Sylke Bayer (43) ist die Ausnahme. Es geht, gesundheitlich und technisch, nicht mehr auf-, sondern eher abwärts – während die Konkurrenz vor Trainingseifer trieft. Muss sich eine Mannschaft, die alle Höhen und Tiefen des Sports erlebt hat, das noch antun? „Wer weiß, ob es nächste Saison wieder so läuft“, mutmaßt Ermel. Sie plagt eine Kalkschulter, Ghoul kämpft mit Armschmerzen, Diefenbach nimmt vor Spielen Antirheumatika. Bricht da eine Stütze weg, sieht es in einer Regionalliga ganz düster aus…

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