Kerzenheim
Die Habekosts überzeugen bei „Elwenfels“-Lesung
Wer glaubt, ein spannender Kriminalroman kann nicht auch witzig sein, der wird während der Lesung der beiden in Bad Dürkheim wohnenden Autoren eines Bessern belehrt. Bereits die humorvolle Begrüßung der Habekosts lässt erahnen, was auf das Publikum zukommen wird. „Normalerweise steht auf dem Tisch vor uns jetzt eine Weinschorle, also eine Arbeiterschorle“, witzelt Christian Habekost, auch „Chako“ genannt und in der Region als Comedian und Mundart-Artist bekannt. Er erfreut sich an der prompt erhörten Bitte, seinen ersten „Dorscht“ zu löschen.
Britta Habekost gibt einen kleinen Einblick in die Vorgeschichte, damit jeder Besucher direkt in die Handlung einsteigen kann. Es geht um ein kleines, fiktives Dörfchen in der Nähe von Deidesheim mit seinen liebenswerten Bewohnern, erklärt die Autorin und verrät ganz nebenbei, weshalb das Örtchen überhaupt Elwenfels heißt. Dort gebe es nämlich Elwetritscher, besondere Tiere, die sonst nirgendwo auf der Welt zu finden seien und in keinem zoologischen Verzeichnis auftauchten. Diese Fabelwesen sind den Pfälzern natürlich gut bekannt und so geht ein Raunen durch den fast vollbesetzten Saal.
So viel zur Prämisse. Im Dörfchen – auf das auch ein großes Ortsschild vor dem Tisch der Autoren verweist – sei in einem geheimen Gewölbe eine Leiche gefunden worden und es gebe sogar Hinweise, dass der Nibelungenschatz dort versteckt sei und nun werde ermittelt, fasst Britta Habekost den Inhalt zusammen.
Auch ohne Skript unterhaltsam
Dass die beiden Autoren ganz spontan und auch ohne Skript das Publikum unterhalten können, beweisen sie als die geschlossenen Jalousien der Halle sich plötzlich wie von Zauberhand öffnen und sich nicht mehr schließen lassen. Kurzerhand setzt sich ein Teil der Besucher um. „Ihr könnt auch Sonnenbrillen tragen“, scherzt Habekost. Der guten Stimmung tut die Helligkeit jedenfalls keinen Abbruch – ganz im Gegenteil, immer wieder spielt der Autor auf die nicht geplante Situation an.
Die Lesung kommt beim Publikum gut an. Britta und Christian Habekost verleihen den unterschiedlichen Charakteren beim Lesen eigene Stimmen. Bildhaft sind ihre Erzählungen, wobei der Pfälzer Dialekt natürlich nicht zu kurz kommt – und dem Ganze das gewisse Etwas verleiht. Insbesondere bei der Aussprache so mancher Wörter wird herzlich gelacht – auch wegen der Doppeldeutigkeit. Da wir aus einem Archäologen eben mal ein „Arschologe“. Auch einen Crashkurs für Pfälzer Schimpfwörter erhält das Publikum.
Zu viel wollen die Habekosts aus ihrem Buch allerdings noch nicht verraten, schließlich kann es im Anschluss gekauft werden. Den Autoren gelingt es, den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten, die liebenswerten Eigenarten der Pfälzer auf den Punkt zu bringen, ohne dabei klischeehaft zu sein. Als Pfälzer Lieblingsbeschäftigung heißt es im Buch „Das Leben zu feiern“. Ein schöner Satz, der die Mentalität bestens beschreibt ...
Zur Sache: Das Jubiläum
Die Verbandsgemeinde Eisenberg hat anlässlich ihres 50-jährigen Bestehen zu dieser Veranstaltung geladen in Kooperation mit der Verbandsgemeindebücherei. In desem Jahr sind noch weitere Programmpunkte geplant, darunter eine Fotoausstellung im Eisenberger Rathaus, die im Juni beginnen soll, sowie ein Schwimmbadfest Ende Juli.