Donnersbergkreis Die „Firma“ aus den eigenen Reihen
Wenn die PWV-Ortsgruppe morgen – wie immer am letzten Sonntag des Jahres, wenn dieser kein Feiertag ist – zu ihrem Glühweinfest einlädt, dann pilgern wieder viele Münchweilerer „uff unser Hütt“, wie das Domizil der Pfälzerwäldler im Volksmund liebevoll genannt wird. Dieses Mal haben die Verantwortlichen des schon seit geraumer Zeit im Aufwind befindlichen Vereins einen Grund mehr zum Feiern: Denn 2018 hat der Vorstand mit beträchtlichem finanziellen, vor allem aber beeindruckenden ehrenamtlichen Einsatz den Küchen- und Thekenbereich des über 40 Jahre alten Gebäudes modernisiert. Vor allem ein Name fällt dabei immer wieder.
Schmunzelnd zeigt Dieter Moll auf die nagelneuen Fächer in der Ecke zwischen Theke und Küche, die eine ebenso neue Gläserspülmaschine („ein Segen“), eine Kuchenvitrine und einen Kaffeeautomaten beherbergen: „Auch dieses Regal hat die ’Firma Mast’ gemacht“, sagt der erste Vorsitzende, der den PWV Münchweiler seit rund sechs Jahren führt. Die „Firma“ steht daneben und lacht – gemeint ist Peter Mast, Schatzmeister des Vereins und bei den Arbeiten in der Hohlsteinhütte Planer, Bauleiter sowie die hauptsächlich ausführende Kraft in einer Person. „Ohne ihn wäre das alles nicht möglich gewesen“, sagt Moll über den 66-Jährigen, dem – wie das bei „Schaffern“ seines Schlags meistens der Fall ist – so viel Lob eher unangenehm ist: „Das stimmt, aber mir macht so etwas ja auch Spaß.“ Was Mast als „so etwas“ bezeichnet, ist eine ganze Menge: Binnen eines guten halben Jahres ist die Theke ausgetauscht, die alte Kücheneinrichtung durch eine neue ersetzt, daneben ein kleiner Anbau in Holzständerbauweise erreichtet, verkleidet und unterkellert sowie der Boden gefliest worden. „Einen mittleren fünfstelligen Betrag“ hat der Verein Moll zufolge in die Maßnahmen investiert, „dafür haben wir aber auch lange, lange gespart“. Kaum zu taxieren, wie viel Geld der Verein durch Eigenleistung gespart hat. „Die Theke und die Küchengeräte wurden geliefert, bei der Elektrik hatten wir Hilfe und die Tiefbauarbeiten hat die ortsansässige Firma Wasem ausgeführt. Alles andere haben wir selbst gemacht“, so Mast. Dass er von „wir“ spricht, ist keine falsche Bescheidenheit: Mit Ulli Michel hatte er einen treuen Helfer, der so oft wie möglich mit angepackt hat. Und Moll hat, wie er selbst es ausdrückt, eine ganze Reihe von „Hilfsarbeiter-Tätigkeiten“ ausgeführt – vom Streichen der Türrahmen bis hin zum Zerstückeln und entsorgen der ausrangierten Theke. Dennoch: Viele Stunden hat Mast alleine in der Hütte verbracht – teils auf eigenen Wunsch, wie „sein“ Vorsitzender augenzwinkernd erzählt: „Aus schlechtem Gewissen habe ich ihn angerufen und gefragt: ’Hosche was fer mich, was ich mache kann?’ Seine Antwort war dann meistens: ’Kumm, bleib dehääm, dann bische aus de Fieß’.“ Aber im Ernst: „Ein halbes Jahr lang vier, fünf Stunden täglich“ hat Mast nach eigener Schätzung für die neue Küche und den Anbau gearbeitet. Über deren Notwendigkeit sei man sich im Vorstand schon seit Jahren einig gewesen, betont Moll. Und das aus (mindestens) zwei Gründen: „Das Gesundheitsamt hat schon längere Zeit wegen der Klappe in unserer Küche herumgemäkelt“, erzählt Mast. Die „Klappe“ war eine Luke im Boden, die über eine steile Treppe zu den Vorräten im Keller führte – was nicht nur umständlich und hygienisch fragwürdig war, sondern auch den Platz für die Helfer stark eingeschränkt hat. Jetzt sind die Utensilien, die oft benötigt werden, in dem neu entstandenen und auch als Garderobe genutzten Raum neben der Küche gelagert. Von dort führt eine Treppe nach unten in den eigens ausgebaggerten Bereich, der durch einen Durchbruch mit dem bisherigem Keller verbunden ist und zusätzliche Kapazitäten beschert. Besonders froh sind die Münchweilerer über das Prunkstück der nun topmodernen Küche: Der in der Mitte stehende Herd mit der zum Brutzeln von Bratwürsten, Saumagen und anderem mehr ideal geeigneten Criddle-Platte. Der Um- und Ausbau – und damit zum zweiten Grund – war aber auch wegen eines erfreulichen Trends unumgänglich: „Wir haben die letzten Jahre in unserer Hütte einen regelrechten Boom“, sagt Moll. An vielen Sonntagen seinen die zirka 80 Sitzplätze – plus weitere bei schönem Wetter im Freien – komplett besetzt. „Es kommen eine Menge Fremde, aber auch viele Einheimische zu uns. Das hat sich zu einem richtigen Sonntags-Treffpunkt entwickelt, darauf sind wir schon stolz“, verweist Moll aber auch auf die Kehrseite dieser erfreulichen Entwicklung: „Man benötigt mehr Personal – haben früher in einer Schicht vier Leute gereicht, brauchen wir heute oft schon sechs.“ Die dann in der engen Küche sich gegenseitig auf den Füßen herumgestanden haben oder mangels vernünftigem Equipment den Ansturm kaum bewältigen konnten. Das ist nun vorbei – auch dank der im Sommer installierten neuen Theke, die unter anderem mit praktischen Getränkefächern zum reibungsloseren Ablauf beiträgt. Geliefert wurde nur der „Rohling“ aus Metall; die Verkleidung aus Holz hat – wer sonst – Peter Mast hergestellt. Die Vorstandsmitglieder sind mehr als zufrieden mit ihrer „neuen alten Hütte“ und überzeugt, dass sie Geld und Zeit „sinnvoll und zukunftsorientiert investiert haben“, so Moll. Damit sei ein guter Grundstein für die nachfolgende PWV-Generation gelegt: „Wenn wir in einigen Jahren nicht mehr können, brauchen die ’Neuen’ nicht sofort über einen Umbau nachzudenken“, erläutert der erste Vorsitzende. Und sollte es doch eines Tages wieder nötig sein, dann bleibt nur eines zu hoffen: dass es im Verein nach wie vor Menschen gibt, die so anpacken wie die „Firma Mast“ ...