Donnersbergkreis „Deutsche sind ja gar nicht steif!“

Gäste und Gastgeber beim gemütlichen Beisammensein in der Klostermühle in Münchweiler.
Gäste und Gastgeber beim gemütlichen Beisammensein in der Klostermühle in Münchweiler.

Sie sind jung, sie sind interessiert, und sie waren in den Wochen des Austausches wirklich aktiv: 19 Jugendliche, die über den Lions Club in die Pfalz zum Austausch kamen. Drei von ihnen wurden im Kreis – genauer gesagt in Rockenhausen und Winnweiler – beherbergt.

Der Austausch der Jugendlichen aus aller Welt im Alter zwischen 15 und 18 Jahren wurde von insgesamt sieben Clubs aus Winnweiler, Kusel, Kaiserslautern, Landstuhl, Zweibrücken und Pirmasens getragen. Organisiert wurde der Austausch vom Lions Club in Winnweiler, dem natürlich auch Mitglieder angehören, die im Umkreis wohnen. Und so kamen dann drei Jugendliche aus Georgien, Weißrussland und der Türkei für zwei Wochen in den Donnersbergkreis. Präziser formuliert kamen sie aus Izmir, Tiflis und Minsk, also aus Millionenstädten. „Da kann man sich vorstellen, was das für eine große Umstellung für die jungen Menschen ist“, so Stefan Dietz, der ehemalige Präsident des Lions Club Winnweiler, der den Austausch maßgeblich mitorganisierte. Größere kulturelle Schocks blieben dennoch aus, wie die Jugendlichen bestätigten. „Wir haben so ziemlich die gleichen Interessen und uns alle angefreundet“, sagt die 16-jährige Salome Sarishvili aus Georgien mit Blick auf die anderen Jugendlichen, darunter auch Deutsche. „Wir haben schon geschaut, dass die wir Ankömmlinge in Familien unterbringen, die Kinder in etwa gleichem Alter haben“, erläuterte Dietz. Und so wurde bei Familie Dietz, Familie Steffens und Familie Vettermann jeweils ein junger Gast untergebracht. So viel Zeit hatten die Jugendlichen dann jedoch gar nicht im beschaulichen Donnersbergkreis. Eine Woche lang waren sie in den Familien, jedoch wurden hier auch Ausflüge nach Frankfurt, Koblenz oder Mainz unternommen. „Wir wollten ihnen schon die großflächige Region zeigen“, so Dietz. Und wie das bei allen Jugendlichen so sei, waren eben vor allem die Geschäfte in den Städten interessant, fügte er schmunzelnd hinzu. Doch auch Kultur und Sportliches standen auf dem Programm. Es wurden Kirchen besichtigt, und in der zweiten Austauschwoche, in der alle 19 Gäste gemeinsam in einer Jugendherberge untergebracht waren, wurde dann der Fokus eher auf Sportaktivitäten gesetzt. Ein abwechslungsreiches Programm, das wohl jedem gefiel – schaute man am Mittwochabend bei einem gemeinsamen Grillen an der Klostermühle in Münchweiler doch in allseits zufriedene Gesichter. Und die Jugendlichen erzählten Interessantes: Der 16-jährige Uladzislau Rassokhau, genannt Vlad, aus Weißrussland nannte die Landschaft als bedeutender Unterschied zwischen seiner Heimat und dem Donnersbergkreis. „Ja, und hier geben die Leute richtig auf die Natur acht“, fügte die 17-jährige Zeyneo Bilgili aus der Türkei hinzu. Die Jugendlichen lobten auch die deutsche Küche: Vor allem die Brezel zum Frühstück war gastronomischer Favorit, wie sie lachend mitteilten. Alle drei waren sich zudem einig, dass Deutsche gar nicht so steif seien, wie man immer meine. Im Gegenteil, sie seien cool und können richtig gut Englisch sprechen, fügten die drei heiter hinzu. Gleiches gaben Anna, Benjamin und Lea Vettermann zurück. Englisch war die gemeinsame Sprache der verbrachten Wochen. Und die Verständigung funktionierte immer gut. „Vieles ist heute auch durch die Globalisierung vereinfacht. Nicht nur Englisch als gemeinsame Sprache, sondern auch Dinge wie die gleiche Musik, die gleichen sozialen Netzwerke lassen scheinbare Unterschiede klein werden“, so Markus Steffens. Und auch andere Jugendliche, die außerhalb des Donnersbergkreises untergebracht waren, hatten ein Leuchten in den Augen, wenn sie von ihren bisherigen Erfahrungen in Deutschland sprachen. Ludivine aus Südfrankreich und Tesnim aus Tunesien fanden die deutsche Architektur ein wesentliches Merkmal, wodurch sich das Gastland von ihrer Heimat unterscheide. Und die beiden jungen Frauen hatten etwas mit dem Wetter zu kämpfen: Beide kennen den Sommer heißer und weniger bewölkt. Eines stand für sie aber bereits schon sicher fest: Sie werden wieder an einem Austausch mitmachen. Und das war sicherlich auch eines der Ziele des Lions Clubs. „Natürlich tauscht man sich viel aus, interkulturell, aber auch politisch“, erklärte Stefan Dietz. Vor allem aber wolle man, dass Jugendliche die Welt kennenlernen können – auf persönlicher Ebene.

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