Donnersbergkreis „Der etwas andere Chor“
Den trüben, grauen Herbstalltag vergessen ließen die Darbietungen beim Herbstkonzert des Gesangvereins 1858 Dielkirchen. In der voll besetzten Kirche in Dielkirchen boten die Akteure dem Publikum einen kurzweiligen Abend mit einem bunt gemischten Programm.
Die Gastgeber hatten mit ihrer Dirigentin Christa Franken eine sehr gelungene Liedauswahl – wie zum Beispiel „Autumn comes“ – getroffen. Manchmal nahmen die Dielkirchener Sängerinnen und Sänger das Herbstthema auf, manchmal sang der Chor mit viel Schwung und Swing gegen die trübe Stimmung an. Ein passender Einstieg wurde mit Joseph von Eichendorffs „Schläft ein Lied in allen Dingen und die Welt hebt an zu singen“ gefunden. Ein weiterer romantischer Klassiker war Schuberts „Am Brunnen vor dem Tore“, das die Dielkirchener Männer zum Besten gaben. Mit „As long as I have music“ brachten die Stimmen den Kirchenraum zum Klingen. Der Dielkirchener Chor überzeugte durch akkurate Einsätze, sauber artikuliert und geschickt akzentuiert. Dabei wirkte er homogen, gleichzeitig herzlich und mit seinem breitgefächerten Repertoire stellte er sein musikalisch-gesangliches Können sehr lebendig unter Beweis. Es gelang ihm, sein Publikum zu fesseln – so zum Beispiel mit „Te quiero“, einem in spanischer Sprache gesungenen Lied aus dem südamerikanischen Freiheitskampf. Oder auch zu erheitern, etwa als die Männer des Dielkirchener Chors mit einem Augenzwinkern feststellten: „Frauen sind anders“. Mit dem modernen geistlichen Lied „Zusammenwachsen“ sorgten die Sängerinnen und Sänger für Gänsehaut. Man konnte förmlich spüren, dass der Chor unter der Leitung von Christa Franken „zusammengewachsen“ ist. Oder wie die Vorsitzende Christel Moser es prägnant ausdrückte: „Wir sind der etwas andere Chor.“ Einen Höhepunkt setzte Christa Franken mit ihrem Ensemble (Sonja Walther, Maike Kraus, Jutta und Peter Schitter). Sie präsentierten alte Lieder in neuen Arrangements, etwa „die Gedanken sind frei“ oder der „Abendsegen“ von Engelbert Humperdinck. Rhythmisch ging es bei „Heißa Kathreinerle“ weiter. Am Ende gab es Zugaberufe nach einem grandiosen „How high the moon“ und „On the sunny side on the street“. Auch der geladene Gastchor „Viel Harmonie“ aus Hochstein unter der Leitung von Sonja Walther hatte mit „Der Jäger längs am Weiher ging“ ein altes Volkslied zu Beginn seiner Darbietung gewählt. Die„Viel Harmonie“ erfreute das Publikum mit mehrstimmigem Chorgesang auf hohem Niveau. Gesungen wurde in Deutsch, Englisch, Französisch oder auch Schwedisch bei Gabriellas Song. Einen Akzent ganz anderer Art setzte der Chor mit einer achtstimmigen Version von Coldplays „Viva la vida“. Begeisterten Applaus erhielt der Chor für seine Variante des Toto-Hits „Africa“. Bei den Gute-Laune-Liedern wie „Trickle, trickle“ oder „Sing, sing, sing“ sah man den Hochsteinern die Freude am Singen an. Begleitet wurde die „Viel Harmonie“ von Jutta Schitter am Klavier und Peter Schitter am Kontrabass – moderiert von Heilwig und Hartmut Dietrich. Das Konzert folgte einem effektvoll gestalteten Spannungsbogen und einer Steigerung der Intensität der Lieder. Von inhaltlich-textlich („That’s what friends are for“) über das Traditional „Halleluja, Salvation and Glory“ mit dem kraftvollen Chorsatz bis zum Abschlusslied nach den Worten des Psalms 91 „Der Herr hat seinen Engeln befohlen, dich zu behüten“, das die Chöre zusammen sangen. Die knapp 50 Sängerinnen und Sänger haben sich dafür im Kirchenraum verteilt und das Publikum eingebettet und quasi behütet in den Abend verabschiedet. Christoph Hahnefeld vom Chor Dielkirchen versprach anfangs in seiner Moderation: „Es wird Ihnen gefallen.“ – Es hat den Gästen zweifelsohne gefallen, wie die Reaktionen auf den stimmungsvollen Liederabend zeigten. |wama