Donnersbergkreis Deftiger Dämpfer zum Auftakt

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Lohnsfeld. Danny Stock ist der neue Trainer des SV Lohnsfeld. Die Aufgabe, die er sich zumutet, wird ihn Kraft und Nerven kosten – aber besonders Geduld: Eine totgeglaubte Mannschaft muss der Ex-Steinbacher zurück in den Alltag der B-Klasse Nord holen. „Der Start war bitter“, gab Stock gestern Nachmittag zu. Mit einer Elf, in der nicht ein einziger Spieler aus dem Vorjahr stand, ging er gegen den Absteiger SV Alsenbrück-Langmeil mit 1:8 (1:3) unter. Es fehlt dem SVL nicht nur an Kondition

Ein Teamkreis. Elf zusammengesackte Männer in weißen Trikots, mit hängenden, erschöpften Gesichtern. Und ein Trainer, der grübelnd durch die Mitte schlich. Nachdenklich, bedient, den ersten herben Schlag verdauend. Seine Spieler musste Danny Stock erstmal wieder aufrappeln. Ihnen zeigen, dass nach einem ersten missglückten Spiel noch gar nichts verloren ist. Auch, wenn diese Aufgabe nach einem 1:8 jeden Coach mehr quält als alles andere. Stock schlug leise Töne an. Kritische, laute, die hatte seine neue Mannschaft nicht verdient. Nicht, wenn man weiß, was sie in den letzten Wochen durchmachen musste. „Der Verein war tot, total weg. Wir müssen schauen, dass wir irgendwie die B-Klasse halten, das ist das große Ziel“, bekannte Stock gestern nach dem Schlusspfiff. Ein ganzer Kader verließ seinen Klub – ein komplett neuer kam. Nicht ein Spieler, der letzte Saison das SV-Jersey überstreifte, stand im ersten Aufgebot 2014/15. „Das ist ein zusammengewürfelter, neuer Haufen. Da sind Jungs dabei, die teilweise zum ersten Mal aktiv Fußball spielen“, erklärte der Trainer. In der zweiten Hälfte, da stand es bereits 1:3, wurde das mehr als deutlich: Die Ausdauer verflüchtigte sich, der SV Alsenbrück-Langmeil – ausgerechnet einen Absteiger bekam der SVL zum Auftakt serviert – zog ein Katz-und-Maus-Spiel auf. Er dominierte nach Belieben. Und er hatte keine Probleme gegen eine Abwehr, der in der letzten halben Stunde in Unterzahl die Luft ausging. Erst spitzelte Trainer Jonathan Comtesse den Ball an Schlussmann Christian Clauer vorbei (60.). Dann lief Sergio Rodrigues, zuvor noch an der Querstange gescheitert (62.), durch die Hinterreihe wie durch Slalomstangen und stocherte die Kugel mit der Pike rein (76.). Schließlich schraubten die Langmeiler in den letzten fünf Minuten das 5:1 auf ein 8:1 hoch: Comtesse schob ein (85.), Rodrigues gelang ein herrlicher Heber (87.), und Jens Bornstein markierte vom Punkt seinen dritten Treffer (90.). Die SV-Defensive war stehend K. o. „Mit der Torausbeute kann ich leben. Einziges Manko war, dass wir vor der Pause nicht das 4:1 gemacht haben. Als uns das gelungen ist, ist Lohnsfeld total eingebrochen“, wusste Comtesse. Kollege Stock, vorige Runde noch beim TuS Steinbach, bestätigte das: „Vor uns liegt viel Arbeit. Auf jeden Fall müssen wir was für die Ausdauer tun.“ Er und seine neu formierte Truppe erwischten dabei einen Traumstart. Liridon Spahiju schirmte eine Kopfballvorlage ab und nagelte die Pille mithilfe der Latte ins Netz (12.). Ein früher Schock für den SV Alsenbrück-Langmeil. Im Alleingang drehte Bornstein aber die Partie. Ungedeckt auf links schoss er zuerst ins kurze Eck (14.), danach wurde sein Pass abgefälscht und kullerte an Clauer vorbei über die Linie (16.). Insgesamt waren die Blauen spritziger, pfiffiger, eleganter. Lohnsfeld hatte nie richtig Zugriff. Das Stock-Team lief dem Geschehen hinterher. „Dass wir nach dem 0:1 die Köpfe wieder hochgebracht haben, das war ausschlaggebend mit den ganzen jungen Leuten. Der Gegner war später platt“, sagte Bornstein. In der Spitze bot er eine ganz starke Leistung. Der Dreifach-Schütze rannte fleißig, war anspielbar, entlud seine Energie. Mannschaftsdienlich, hervorragend. Libero Michael Immel stellte mit seinem flachen 30-Meter-Kracher das Spiel endgültig auf den Kopf (30.). Es folgte ein souveränes Ausspielen – gegen Ende gar ein Abschuss, der Lohnsfeld unter Wert dastehen ließ. „Läuferisch war ich heute nicht ganz zufrieden. Einige hatten kein regelmäßiges Training“, haderte Comtesse dennoch. Danny Stock ringt da mit ganz anderen Sorgen. Seinen unerfahrenen „Haufen“, wie er sagt, muss er ordnen. Ein System reinkriegen, Punkte über den Kampf holen. Es kann nur gegen den Abstieg gehen.

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