Donnersbergkreis Das Kollektiv funktioniert
ROCKENHAUSEN. Der BBC Fastbreakers Rockenhausen schafft die Sensation in der Basketball-Oberliga: Als bisher erste Mannschaft in dieser Saison hat die Mannschaft um Spielertrainer Charles Stanley den 14 Spieltage lang ungeschlagenen Spitzenreiter SG Lützel-Post Koblenz besiegt. Das Besondere des 93:86 (47:45)-Überraschungscoups in Koblenz: Den Nordpfälzern gelang ein Start-Ziel-Sieg beim Regionalligaliga-Anwärter Nummer eins.
Von der ersten Minute an lief alles rund bei Rockenhausen. Der Underdog fühlte sich in der Außenseiterrolle pudelwohl, wenngleich den Stanley-Schützlingen ihr großer Ehrgeiz anzumerken war. „Natürlich sind wir nicht nach Koblenz gefahren und dachten, die hauen wir weg. Wir hatten natürlich Respekt vor dem Gegner, aber auch keine Angst“, erklärte BBC-Kapitän Jürgen Manz nach Abpfiff des bedeutenden Saisonerfolges. „Als Sportler willst du jedes Spiel gewinnen. So sind wir auch in Lützel angetreten und fühlen uns nun nach dem Erreichten richtig gut. Wir haben den Titelkampf in der Oberliga noch einmal richtig spannend gemacht zwischen Koblenz und Trier.“ Der BBC ging vom Anpfiff an in Führung, behauptete den kleinen Vorsprung über 24:29 (10.) bis zur Halbzeitpause die ganze Zeit stets knapp. Spätestens nach dem Seitenwechsel war den BBC-Cracks klar, dass sie die Überraschung gegen den bislang souveränen Liga-Primus schaffen können. Im dritten Durchgang spielten sich die Fastbreakers geradezu in einen Rausch. Immer besser klappte die Abwehr- und Reboundarbeit, immer effektiver agierte Rockenhausen im Angriff. Mit einer 24:10-Serie schraubte der Basketballclub die knappe Pausenführung auf 55:71 (28.) nach oben. Nach Koblenzer Aufholjagd zum 62:71 gelang Manz und seinem Team am Anfang des vierten Viertels bis zum Stand von 66:82 der nächste Streich. Zwar kamen die Rheinländer in der Schlussminute noch einmal auf 86:91 heran, Kai Fest ließ aber nichts mehr anbrennen und hielt mit seinen beiden Freiwurftreffern 41 Sekunden vor dem Abpfiff Rockenhausens Sensationssieg fest. „Wir hatten eine Top-Defensive und blieben die komplette Spielzeit über sehr ruhig und besonnen“, sagte Manz. „Ich denke, dass der Gegner mit der neuen Situation nicht klar kam. Lützel lag noch nicht so oft in dieser Runde in Rückstand. Je länger wir führten, desto hektischer agierte die Spielgemeinschaft. Die Koblenzer trafen schlechte Entscheidungen, haderten mit Schiedsrichterentscheidungen und kassierten auch einige technische Fouls wegen Meckerns. Das spielte uns alles in die Karten.“ Beim BBC funktionierte das Kollektiv, aus dem einige Spieler mit einer überragenden Leistung eine besondere Aktie am Sieg hatten. Wie etwa Tracey Murray, der unter den Körben gegen „Kraftpaket“ Tyrus Boswell ein Riesenspiel bot und mit hoher Trefferausbeute aus der nahen Distanz bestach. Oder die effektiven Jeremy Jordan und Anthony Torres. Oder auch der quirlige Aufbauspieler Taurean Wilbon, der aus der Halbdistanz viele Treffer erzielte. Und nicht zuletzt „Altmeister“ Charles Stanley, der in den wichtigen Schlussminuten auf dem Feld seinen Mann stand, als die Leistungsträger Murray, Jordan und Torres mit fünf Fouls vorzeitig vom Feld mussten und er einen Rebound nach dem anderen angelte. (uwe)